Flakkampfabzeichen des Heeres - Ludwig Bertsch
Das Flakkampfabzeichen des Heeres stellt eine bedeutende Auszeichnung der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese spezielle Kampfauszeichnung wurde am 18. Juli 1941 durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch, gestiftet und sollte die besonderen Leistungen der Flakartilleristen des Heeres würdigen.
Die Einführung dieser Auszeichnung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als die Bedeutung der Flugabwehr im modernen Kriegsgeschehen immer deutlicher wurde. Die Flakeinheiten des Heeres spielten eine doppelte Rolle: Einerseits dienten sie der Luftverteidigung gegen feindliche Fliegerangriffe, andererseits wurden die 8,8-cm-Flakgeschütze häufig auch erfolgreich im Erdkampf gegen Panzer und andere Bodenziele eingesetzt.
Das Abzeichen zeigt eine 8,8-cm-Flak in frontaler Darstellung, umgeben von einem Eichenlaubkranz, der oben durch ein Hoheitszeichen (Adler mit Hakenkreuz) gekrönt wird. Das Design wurde von dem Berliner Künstler Wilhelm Ernst Peekhaus entworfen, der auch andere militärische Auszeichnungen der Wehrmacht gestaltete.
Die Verleihungsbedingungen waren klar definiert: Die Auszeichnung konnte an Soldaten der Flakartillerie des Heeres verliehen werden, die sich mindestens an fünf Abschüssen feindlicher Luftfahrzeuge beteiligt hatten oder die während mindestens 16 Einsatztagen mit Flakwaffen gegen Erdziele gekämpft hatten. Alternativ konnte das Abzeichen auch für besondere Tapferkeit oder herausragende Führungsleistung im Flakkampf verliehen werden. Verwundete konnten die Auszeichnung auch bei Nichterfüllung der vollen Bedingungen erhalten.
Das vorliegende Exemplar trägt die Herstellermarkierung “LB” für Ludwig Bertsch aus Stuttgart. Bertsch war einer von mehreren offiziell lizenzierten Herstellern dieser Auszeichnung. Die Produktion wurde streng überwacht, und jeder Hersteller musste sein spezifisches Herstellerzeichen anbringen. Das Abzeichen wurde aus Feinzink gefertigt, einem Material, das im Verlauf des Krieges zunehmend verwendet wurde, da strategisch wichtigere Metalle für die Rüstungsproduktion benötigt wurden.
Die Konstruktion mit magnetischer Nadel ist charakteristisch für die Trageweise dieser Auszeichnung. Das Abzeichen wurde an der linken Brustseite der Uniform unterhalb der Ordensspange getragen. Die Nadel ermöglichte eine sichere Befestigung am Uniformstoff.
Der erhaltene Zustand mit Korrosionserscheinungen ist typisch für diese Zinkabzeichen. Feinzink ist besonders anfällig für Korrosion, insbesondere wenn die ursprüngliche Oberflächenbehandlung (meist eine Versilberung oder Verchromung) beschädigt ist. Diese Patina ist ein authentisches Zeugnis des Alters und der Lagerungsbedingungen des Objekts über die vergangenen acht Jahrzehnte.
Bis zum Kriegsende 1945 wurden schätzungsweise mehrere zehntausend dieser Abzeichen verliehen, wobei genaue Zahlen aufgrund der Kriegswirren nicht mehr zu ermitteln sind. Die Auszeichnung wurde ausschließlich während des Zweiten Weltkriegs verliehen und verlor mit dem Ende des Dritten Reiches im Mai 1945 ihre offizielle Bedeutung.
Heute sind diese Abzeichen wichtige militärhistorische Objekte, die Einblick in das Auszeichnungssystem der Wehrmacht geben. Sie dokumentieren die Organisation, Hierarchie und Motivationsstrategien der deutschen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs. Für die militärhistorische Forschung sind solche Objekte bedeutsam, da sie Material, Herstellungstechniken und Verteilungssysteme der Zeit dokumentieren.
Die verschiedenen Hersteller wie Ludwig Bertsch, aber auch Firmen wie Juncker, Assmann oder die Präsidialkanzlei produzierten das Abzeichen in leicht unterschiedlichen Qualitäten und mit verschiedenen Materialen, was heute eine Datierung und Zuordnung ermöglicht.