Besitzzeugnis: Verwundetenabzeichen in Silber

für den Gefreiten vom Sturmbataillon 18, für seine einmalige Verwundung vom 18. September 1944, ausgestellt Rinteln den 27. November 1944, unterzeichnet vom Oberfeldarzt
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Besitzzeugnis: Verwundetenabzeichen in Silber

Das Verwundetenabzeichen in Silber war eine bedeutende militärische Auszeichnung des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs. Dieses spezielle Besitzzeugnis dokumentiert die Verleihung an einen Gefreiten des Sturmbataillon 18 für seine Verwundung am 18. September 1944, wobei das Dokument am 27. November 1944 in Rinteln durch einen Oberfeldarzt ausgestellt wurde.

Das Verwundetenabzeichen wurde erstmals während des Ersten Weltkriegs am 3. März 1918 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet und in drei Stufen verliehen: Schwarz für eine oder zwei Verwundungen, Silber für drei oder vier Verwundungen und Gold für fünf oder mehr Verwundungen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs geriet diese Auszeichnung zunächst außer Gebrauch, wurde jedoch am 1. September 1939, dem Tag des deutschen Überfalls auf Polen, durch Adolf Hitler in modifizierter Form wieder eingeführt.

Die nationalsozialistische Version des Verwundetenabzeichens behielt die dreistufige Klassifizierung bei, änderte jedoch die Verleihungskriterien erheblich. Das silberne Verwundetenabzeichen wurde nun bereits für die dritte oder vierte Verwundung verliehen, während die schwarze Stufe für ein bis zwei Verwundungen vorgesehen war. Interessanterweise konnte das Abzeichen auch für Verwundungen durch Erfrierungen, Verbrennungen oder andere kriegsbedingte Verletzungen verliehen werden, selbst wenn diese nicht direkt durch Feindeinwirkung entstanden waren.

Das Design des Abzeichens zeigte einen stilisierten Stahlhelm M35 umgeben von einem Lorbeerkranz, mit zwei gekreuzten Schwertern darunter. Die silberne Version war entweder versilbert oder aus Zinklegierung gefertigt und hatte einen deutlich höheren Prestigewert als die schwarze Stufe. Das Abzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform unterhalb des Eisernen Kreuzes getragen.

Die Sturmbataillone waren spezialisierte Infanterieeinheiten der Wehrmacht, die für besonders gefährliche Offensivoperationen eingesetzt wurden. Das Sturmbataillon 18 war eine dieser Eliteeinheiten, deren Angehörige aufgrund ihrer gefährlichen Einsätze überproportional häufig verwundet wurden. Im September 1944 befand sich die Wehrmacht bereits in der Defensive an allen Fronten, und die Kämpfe waren besonders intensiv und verlustreich.

Der Ausstellungsort Rinteln, eine Stadt in Niedersachsen an der Weser, beherbergte während des Krieges mehrere militärische Einrichtungen, darunter Lazarette und Verwaltungsstellen. Die Tatsache, dass das Besitzzeugnis von einem Oberfeldarzt unterzeichnet wurde, entspricht den militärischen Vorschriften, nach denen die Verleihung des Verwundetenabzeichens durch den behandelnden Arzt oder die Sanitätseinheit bestätigt werden musste.

Das Besitzzeugnis selbst war ein wichtiges Dokument, das die offizielle Verleihung der Auszeichnung dokumentierte. Es enthielt typischerweise den Namen des Empfängers, seinen Dienstgrad, seine Einheit, das Datum der Verwundung, den Ort der Ausstellung sowie die Unterschrift und den Dienstsiegelabdruck der ausstellenden Behörde. Diese Dokumente wurden sorgfältig aufbewahrt, da sie bei späteren Ansprüchen auf Versorgungsleistungen oder Renten von Bedeutung sein konnten.

Bis zum Kriegsende im Mai 1945 wurden etwa 5 Millionen Verwundetenabzeichen in allen drei Stufen verliehen, wobei die schwarze Stufe am häufigsten war. Das silberne Abzeichen war deutlich seltener und zeugte von erheblichen persönlichen Opfern im Kriegsdienst. Die hohe Zahl der Verleihungen spiegelt die enormen Verluste wider, die die Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs erlitt.

Heute sind originale Besitzzeugnisse zum Verwundetenabzeichen wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Verwaltungspraxis der Wehrmacht und das Schicksal einzelner Soldaten geben. Sie werden in Archiven, Museen und privaten Sammlungen aufbewahrt und dienen der militärhistorischen Forschung. Die Auszeichnung selbst ist in Deutschland heute nicht mehr tragbar, besitzt aber als militärhistorisches Objekt weiterhin dokumentarischen Wert.