Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

16 mm, an Nadel, Zustand 2.
487062
45,00

Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

Das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber stellt eine bedeutende militärische Auszeichnung des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs dar. Die hier vorliegende Miniaturversion mit 16 mm Durchmesser repräsentiert eine besondere Form dieser Auszeichnung, die für das zivile Tragen an Nadelform konzipiert wurde.

Das Infanterie-Sturmabzeichen wurde am 20. Dezember 1939 durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Walther von Brauchitsch, gestiftet. Es sollte die besonderen Leistungen der Infanterie im Kampf würdigen, insbesondere bei Sturmangriff- und Nahkampfhandlungen. Die Auszeichnung existierte in drei Stufen: Bronze, Silber und Gold, wobei die silberne Variante für besondere Verdienste verliehen wurde.

Die Verleihungskriterien für das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber waren streng geregelt. Infanteristen mussten an mindestens drei Sturmangriff- oder Gegenangriffstagen teilgenommen haben, wobei die Kampfhandlungen direkt mit dem Feind stattfinden mussten. Auch Verwundungen im Kampf konnten als Sturmangriffstage angerechnet werden. Die silberne Stufe wurde nach Bronze verliehen und erforderte zusätzliche Kampfhandlungen oder besondere Tapferkeit.

Das originale Abzeichen in Standardgröße (etwa 48-52 mm) zeigte ein aufgelegtes Gewehr auf einem Eichenlaubkranz vor einem ovalen Hintergrund. Die Miniaturausführung, wie sie hier vorliegt, wurde speziell für das Tragen an ziviler Kleidung oder bei bestimmten Uniformvarianten entwickelt. Mit nur 16 mm Größe behielt sie die wesentlichen Gestaltungsmerkmale bei, musste jedoch aufgrund der reduzierten Dimensionen Details vereinfachen.

Die Herstellung von Miniaturen erfolgte durch verschiedene Hersteller, oft die gleichen Firmen, die auch die Standardausführungen produzierten. Die Qualität variierte je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt. Miniaturen wurden häufig aus Buntmetall gefertigt und versilbert, wobei die Verarbeitungsqualität im Laufe des Krieges aufgrund von Materialknappheit abnahm.

Die Trageweise der Miniatur unterschied sich fundamental von der Standardausführung. Während das reguläre Abzeichen auf der linken Brustseite der Uniform über der Brusttasche getragen wurde, diente die Miniatur dem diskreteren Tragen an Zivilkleidung oder an speziellen Uniformjacken. Sie wurde mittels einer Nadel auf der Rückseite befestigt, was ein einfaches An- und Ablegen ermöglichte.

Der Zustand 2 dieser Miniatur deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit leichten Gebrauchsspuren hin. Im Sammlerwesen werden militärische Auszeichnungen typischerweise von Zustand 1 (neuwertig) bis Zustand 4 oder 5 (stark beschädigt) klassifiziert. Ein Zustand 2 bedeutet, dass das Stück getragen wurde, aber keine wesentlichen Beschädigungen aufweist.

Die historische Bedeutung solcher Miniaturen liegt in ihrer Verbindung zur Alltagskultur der Zeit. Während die Standardauszeichnungen offizielle militärische Ehrenzeichen darstellten, ermöglichten Miniaturen den Trägern, ihre militärischen Verdienste auch in zivilem Kontext zu zeigen. Dies war besonders bei Heimaturlaub, offiziellen Anlässen oder nach Kriegsende relevant.

Aus sammlungshistorischer Perspektive sind Miniaturen des Infanterie-Sturmabzeichens heute gesuchte Objekte der Militaria-Kunde. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Auszeichnungspraxis, sondern auch die materielle Kultur und Produktionstechniken der Zeit. Die Authentizitätsprüfung solcher Stücke erfordert Kenntnisse über Herstellermerkmale, Materialien und typische Alterungsspuren.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Objekten erfolgt heute im Kontext der kritischen Erinnerungskultur. Sie dienen als materielle Zeugnisse historischer Ereignisse und ermöglichen Einblicke in Motivationsstrukturen, militärische Hierarchien und Anerkennungssysteme autoritärer Regime. Museen und Forschungseinrichtungen bewahren solche Objekte als Quellen für die historische Bildungsarbeit.