Kriegsmarine dunkelblaue Schirmmütze für Offiziere Leutnant zur See bis Kapitänleutnant

Elegante Schirmmütze in der typischen Form der Kriegsmarine, komplett mit Metallfaden handgesticktem Hoheitsadler, Eichenlaubkranz mit Kokarde, der Mützenschirm in Metallfaden handgestickter Ausführung, schwarzer Lacklederriemen an Marineknöpfen, schwarzes Ripsband. Innen braunes Schweißleder, marineblaues Futter mit Zelluloidtrapez, Größe ca. 56. Rahmen mehrfach eingedrückt, Ripsband hat ein Loch, Zustand 2-.
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2.500,00

Kriegsmarine dunkelblaue Schirmmütze für Offiziere Leutnant zur See bis Kapitänleutnant

Die dunkelblaue Schirmmütze für Offiziere der Kriegsmarine repräsentiert eines der charakteristischsten Uniformstücke der deutschen Marine während der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Diese spezielle Kopfbedeckung war den Dienstgraden vom Leutnant zur See bis zum Kapitänleutnant vorbehalten und symbolisierte nicht nur militärischen Rang, sondern auch die jahrhundertealte maritime Tradition der deutschen Seestreitkräfte.

Die Kriegsmarine, die am 1. Juni 1935 offiziell aus der Reichsmarine hervorging, entwickelte ein umfassendes System von Uniformvorschriften, das in der Anzugordnung für die Kriegsmarine detailliert festgelegt wurde. Die Schirmmütze, im militärischen Sprachgebrauch auch als Kombinationsmütze bezeichnet, war integraler Bestandteil der Paradeuniform sowie der Ausgehuniformen für Offiziere.

Die handwerkliche Ausführung dieser Mützen folgte strengen Spezifikationen. Der Hoheitsadler, in Metallfaden handgestickt, zeigt das Hoheitszeichen des Deutschen Reiches mit ausgebreiteten Schwingen über dem Hakenkreuz. Der Eichenlaubkranz mit Kokarde in den Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot bildete das traditionelle Abzeichen deutscher Marineoffiziere, dessen Ursprünge bis in die Kaiserliche Marine zurückreichen. Die Verwendung von Metallfadenstickerei – meist aus Aluminiumdraht oder versilbertem Kupferdraht – unterschied die Offiziersausführung deutlich von den einfacheren Mannschaftsversionen.

Der Mützenschirm in handgestickter Metallfadenausführung war ein besonderes Qualitätsmerkmal. Diese aufwendige Verzierung, die als Eichenlaub-Stickerei bekannt war, wurde nur bei Offiziersmützen verwendet und kennzeichnete die höhere Dienststellung des Trägers. Der schwarze Lacklederriemen, befestigt an vergoldeten oder versilberten Marineknöpfen mit Anker-Motiv, vervollständigte die äußere Erscheinung.

Die Dienstgrade Leutnant zur See und Oberleutnant zur See sowie Kapitänleutnant bildeten die mittlere Offiziersebene der Kriegsmarine. Diese Offiziere dienten typischerweise als Wachoffiziere, technische Offiziere oder Kommandanten kleinerer Einheiten wie U-Booten, Schnellbooten oder Minensuchern. Die dunkelblaue Farbe der Mütze – ein charakteristisches Marineblau – unterschied die Kriegsmarine deutlich von den feldgrauen Uniformen des Heeres.

Die innere Ausstattung dieser Mützen folgte ebenfalls standardisierten Vorgaben. Das braune Schweißleder diente dem Tragekomfort und der Haltbarkeit, während das marineblaue Futter oft Herstellerstempel oder Größenangaben trug. Das Zelluloidtrapez im Inneren war ein typisches Merkmal dieser Periode und diente zur Kennzeichnung von Größe und manchmal Hersteller. Die Größe 56 entspricht einem Kopfumfang von etwa 56 Zentimetern, was einer durchschnittlichen Herrengröße entspricht.

Die Produktion solcher hochwertiger Offiziersmützen erfolgte durch spezialisierte Firmen, die oft bereits für die Kaiserliche Marine gearbeitet hatten. Bekannte Hersteller waren unter anderem Clemens Wagner in Berlin, August Müller in Hamburg und Robert Lubstein in Kiel. Diese Firmen beschäftigten erfahrene Handwerker, insbesondere für die aufwendige Metallfadenstickerei, die erhebliches Können erforderte.

Das schwarze Ripsband, das den unteren Rand der Mütze umläuft, war ein traditionelles Element, das bereits in der Kaiserlichen Marine verwendet wurde. Es symbolisierte die Trauer um den Tod Admiral Horatio Nelsons bei Trafalgar – eine Tradition, die viele europäische Marinen übernahmen.

Während des Krieges wurden solche Mützen sowohl beim Landgang in Häfen als auch bei offiziellen Anlässen getragen. An Bord, insbesondere auf U-Booten, trugen Offiziere häufiger die praktischere Schiffchenmütze oder bei schlechtem Wetter die Ölzeugjacke mit Südwester. Die Schirmmütze blieb jedoch das prestigeträchtigste Kopfbedeckungsstück und wurde für Fotografien und offizielle Anlässe bevorzugt.

Heute sind solche Originalstücke von erheblichem militärhistorischem Interesse. Sie dokumentieren nicht nur die Uniformgeschichte der deutschen Marine, sondern auch das traditionelle Handwerk der Militäreffektenherstellung. Der Erhaltungszustand, einschließlich der erwähnten Beschädigungen am Rahmen und dem Loch im Ripsband, ist typisch für getragene Stücke und mindert nicht den historischen Wert als Zeitzeugnis einer bedeutenden Epoche der Marinegeschichte.