Nahkampfspange in Gold - Hymmen & Co

Feinzink, rückseitig markiert L/53 und H.&.C.L., das eingequetschte Plättchen magnetisch, getragener Zustand mit Resten der Vergoldung.
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3.500,00

Nahkampfspange in Gold - Hymmen & Co

Die Nahkampfspange in Gold gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese spezielle Kampfabzeichen wurde am 29. November 1942 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte die besondere Tapferkeit und den außergewöhnlichen Einsatz von Soldaten im Nahkampf würdigen.

Das vorliegende Exemplar wurde von der Firma Hymmen & Co. aus Lüdenscheid hergestellt, erkennbar an der rückseitigen Markierung L/53 sowie dem Herstellerkürzel H.&.C.L. Die Firma Hymmen & Co. war einer der offiziell autorisierten Hersteller von Militärauszeichnungen während des Krieges. Die Vergabe von Herstellercodes war eine gängige Praxis, um die Produktion zu kontrollieren und die Qualität der Auszeichnungen zu gewährleisten.

Die Nahkampfspange wurde in drei Stufen verliehen: Bronze für 15 Nahkampftage, Silber für 30 Nahkampftage und Gold für 50 Nahkampftage. Ein Nahkampftag wurde offiziell definiert als ein Tag, an dem der Soldat in direktem Feindkontakt stand, typischerweise in einer Entfernung von weniger als 200 Metern. Die goldene Stufe stellte somit eine außergewöhnliche Leistung dar und wurde entsprechend selten verliehen.

Das Material Feinzink war typisch für Kriegsproduktionen ab 1942, als Rohstoffknappheit die Verwendung wertvollerer Metalle einschränkte. Die ursprüngliche Vergoldung, von der bei diesem getragenen Stück noch Reste vorhanden sind, wurde durch galvanische Verfahren aufgebracht. Das eingequetschte magnetische Plättchen auf der Rückseite diente als Grundlage für die Nadelbefestigung und ist ein authentisches Merkmal der Kriegsproduktion.

Die Trageweise erfolgte auf der linken Brustseite der Uniform, oberhalb der Brusttasche. Soldaten trugen diese Auszeichnung mit großem Stolz, da sie konkrete und wiederholte Bewährung unter den gefährlichsten Kampfbedingungen darstellte. Im Gegensatz zu vielen anderen Auszeichnungen, die für einzelne Taten verliehen wurden, dokumentierte die Nahkampfspange eine kontinuierliche Exposition gegenüber extremen Gefahren.

Der getragene Zustand dieses Exemplars mit teilweise abgenutzter Vergoldung zeugt von seiner tatsächlichen Verwendung. Dies verleiht dem Stück eine besondere historische Authentizität, da es nicht nur ein Produktionsartefakt darstellt, sondern tatsächlich von einem Soldaten im Feld getragen wurde. Solche gebrauchten Stücke sind für Sammler und Historiker oft wertvoller als ungetragene Exemplare, da sie direkte Zeitzeugen der Kriegsereignisse sind.

Die Produktion bei Hymmen & Co. erfolgte unter kriegswirtschaftlichen Bedingungen. Lüdenscheid war ein Zentrum der deutschen Metallwarenindustrie und beherbergte mehrere Hersteller von Orden und Ehrenzeichen. Die Qualitätskontrolle wurde durch das Präsidialkanzlei des Führers und das Oberkommando der Wehrmacht überwacht, was die Bedeutung dieser Auszeichnungen unterstreicht.

Historisch gesehen dokumentiert die Nahkampfspange die brutale Realität des Zweiten Weltkriegs, insbesondere an der Ostfront, wo der Nahkampf eine zentrale Rolle spielte. Die hohen Anforderungen für die goldene Stufe spiegeln die Intensität und Häufigkeit solcher Gefechte wider. Für Militärhistoriker sind diese Auszeichnungen wichtige Quellen zum Verständnis der Kampfführung und der militärischen Anerkennungssysteme dieser Zeit.

Heute sind solche Stücke bedeutende militärhistorische Objekte, die in Museen und Sammlungen aufbewahrt werden. Sie dienen der historischen Bildung und Forschung, wobei stets der Kontext ihrer Entstehung und die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus im Vordergrund stehen müssen.