Elastolin - Heer Sanitäter mit Feldflasche und Stahlhelm

7,5 cm, Zustand 2-.
310063
25,00

Elastolin - Heer Sanitäter mit Feldflasche und Stahlhelm

Die Elastolin-Figur eines Heer-Sanitäters mit Feldflasche und Stahlhelm aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs repräsentiert einen wichtigen Aspekt der deutschen Militärgeschichte und der Spielzeugherstellung des 20. Jahrhunderts. Diese 7,5 cm große Masse-Figur verkörpert die Darstellung des militärischen Sanitätspersonals der Wehrmacht, das eine unverzichtbare Rolle in der medizinischen Versorgung der Truppen spielte.

Elastolin war eine Marke der Firma O. & M. Hausser aus Ludwigsburg bei Stuttgart, die zwischen den 1920er und 1950er Jahren zu den bedeutendsten Herstellern von Masse-Figuren in Deutschland zählte. Die Firma wurde 1904 von den Brüdern Otto und Max Hausser gegründet und entwickelte eine spezielle Masse aus Kasein, Kreide, Kaolin und weiteren Zusätzen, die über Drahtgestelle modelliert wurde. Diese Fertigungstechnik ermöglichte die Herstellung detailreicher und relativ stabiler Figuren, die sich deutlich von den zuvor üblichen Zinnfiguren unterschieden.

Der dargestellte Sanitäter des Heeres trägt die charakteristische Uniform der Wehrmacht mit Stahlhelm Modell 35 oder 40, der die deutschen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs kennzeichnete. Die Feldflasche war ein wesentlicher Ausrüstungsgegenstand jedes Soldaten und wurde typischerweise in einer Filzhülle getragen. Sanitäter führten zusätzlich zur Standardausrüstung medizinisches Gerät mit sich, darunter Verbandpäckchen, Tornister mit Sanitätsmaterial und oft eine Armbinde mit dem Roten Kreuz als Kennzeichnung ihres Status gemäß der Genfer Konventionen.

Das Sanitätswesen der Wehrmacht war hierarchisch organisiert und umfasste verschiedene Ebenen der medizinischen Versorgung. Die erste Hilfe wurde durch die Sanitätssoldaten direkt an der Front geleistet, die in jeder Kompanie vorhanden waren. Diese Soldaten hatten eine spezielle medizinische Ausbildung durchlaufen und waren dafür verantwortlich, verwundete Kameraden zu bergen, Erste Hilfe zu leisten und sie zu den rückwärtigen Verbandplätzen zu transportieren. Die Ausbildung erfolgte in speziellen Sanitätsschulen und dauerte mehrere Monate.

Die Produktion militärischer Spielzeugfiguren durch Elastolin begann bereits in den 1920er Jahren und erreichte in den 1930er Jahren ihren Höhepunkt. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden solche Figuren auch zur Vermittlung militärischer Ideale und zur Vorbereitung der Jugend auf den Wehrdienst verwendet. Die Figuren waren bei Sammlern und Kindern gleichermaßen beliebt und wurden in großen Stückzahlen produziert. Die Darstellung verschiedener Truppengattungen, Dienstgrade und Funktionen ermöglichte es, ganze militärische Szenarien nachzustellen.

Die Zustandsangabe 2- deutet auf einen gut erhaltenen Zustand mit leichten Gebrauchsspuren hin. Bei Elastolin-Figuren können im Laufe der Jahrzehnte Beschädigungen wie Farbabplatzer, Risse in der Masse oder Verformungen auftreten. Der Erhaltungszustand ist für Sammler von großer Bedeutung, da gut erhaltene Exemplare zunehmend selten werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Firma Hausser vor erheblichen Herausforderungen. Die Produktion militärischer Figuren war zunächst verboten, und das Unternehmen musste sich auf zivile Themen konzentrieren. Erst in den 1950er Jahren wurde die Produktion von Soldatenfiguren wieder aufgenommen, allerdings mit anderen thematischen Schwerpunkten. Die Firma existierte bis 1983, als sie schließlich ihre Produktion einstellte.

Heute sind Elastolin-Figuren begehrte Sammlerobjekte, die sowohl militärhistorisch als auch spielzeuggeschichtlich von Bedeutung sind. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Ausrüstung und Uniformierung ihrer Zeit, sondern auch die Alltagskultur und die Rolle des militärischen Spielzeugs in der Gesellschaft. Sammler schätzen die handwerkliche Qualität, die detaillierte Bemalung und die historische Authentizität dieser Figuren. Wissenschaftliche Sammlungen und Museen bewahren solche Objekte als Zeugnisse der Sozial- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.