Elastolin - Heer kleine Reichskriegsflagge für Fahnenträger 

für 7,5 cm Figuren. Beidseitig bedruckte Eisenblechfahne, Zustand 2.
Wir konnten einen kleinen Herstellerbestand erwerben, Preis pro Stück: EUR 20,--
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20,00

Elastolin - Heer kleine Reichskriegsflagge für Fahnenträger 

Die Reichskriegsflagge als Spielzeugfahne: Elastolin und die militärische Spielzeugkultur der 1930er Jahre

Die hier beschriebene kleine Reichskriegsflagge für Fahnenträger stellt ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Spielzeugindustrie der 1930er und frühen 1940er Jahre dar. Hergestellt von Elastolin, einem der führenden deutschen Spielzeughersteller jener Epoche, handelt es sich um eine beidseitig bedruckte Eisenblechfahne, die für 7,5 cm Massefiguren konzipiert wurde.

Die Firma Elastolin und ihre Geschichte

Die Marke Elastolin gehörte zur O. & M. Hausser Firma in Ludwigsburg, die 1904 gegründet wurde. Die Gebrüder Otto und Max Hausser entwickelten eine revolutionäre Masse aus Kasein, Kaolin, Kreide und anderen Materialien, die unter dem Markennamen “Elastolin” bekannt wurde. Diese Komposition ermöglichte die Herstellung detaillierter, langlebiger Spielfiguren, die elastischer und weniger zerbrechlich als herkömmliche Bleisoldaten waren. Bis in die 1940er Jahre hinein produzierte Hausser Millionen von Figuren, darunter Soldaten aller Waffengattungen, historische Persönlichkeiten und zivile Figuren.

Die Reichskriegsflagge: Symbol und Geschichte

Die Reichskriegsflagge war ab 1935 die offizielle Kriegsflagge der deutschen Wehrmacht. Sie kombinierte das traditionelle schwarze Eiserne Kreuz auf weißem Grund in der Oberecke mit dem nationalsozialistischen Hakenkreuz im Zentrum auf rotem Grund. Diese Flagge löste die schwarz-weiß-rote Kriegsflagge der Weimarer Republik ab und wurde durch das Reichsflaggengesetz vom 15. September 1935 eingeführt. Die Flagge wehte auf Kriegsschiffen, wurde von militärischen Einheiten getragen und war omnipräsent bei militärischen Zeremonien und Paraden.

Militärspielzeug im Dritten Reich

Die Produktion von militärischem Spielzeug hatte in Deutschland eine lange Tradition, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichte. Im nationalsozialistischen Deutschland erhielt militärisches Spielzeug jedoch eine zusätzliche ideologische Dimension. Die Regime-Propaganda betrachtete solches Spielzeug als Mittel zur frühzeitigen Militarisierung der Jugend und zur Vermittlung “soldatischer Tugenden”. Elastolin produzierte umfangreiche Serien von Wehrmacht-Soldaten, einschließlich verschiedener Waffengattungen wie Infanterie, Kavallerie, Artillerie und motorisierte Einheiten.

Die Fahnenträger-Figuren mit ihren Reichskriegsflaggen waren besonders bedeutsam, da sie den zeremoniellen Aspekt militärischer Formationen darstellten. In authentischen militärischen Einheiten war der Fahnenträger eine Ehrenposition, und die Fahne selbst galt als heiliges Symbol der Einheit.

Herstellung und technische Aspekte

Die beschriebene Fahne besteht aus beidseitig bedrucktem Eisenblech, was für die damalige Zeit eine kostengünstige und haltbare Lösung darstellte. Das Eisenblech wurde lithographisch bedruckt, ein Verfahren, das präzise und farbechte Ergebnisse ermöglichte. Die Fahne war so konzipiert, dass sie in die Hand einer 7,5 cm Elastolin-Figur eingesteckt werden konnte, wobei die Standardgröße dieser Figuren etwa 1:24 Maßstab entsprach.

Die Tatsache, dass ein “kleiner Herstellerbestand” erworben werden konnte, deutet darauf hin, dass diese Fahnen möglicherweise am Ende der Produktionszeit oder während der Kriegsjahre produziert, aber nicht vollständig ausgeliefert wurden. Die Materialknappheit während des Zweiten Weltkriegs führte dazu, dass die Spielzeugproduktion zunehmend eingeschränkt wurde, da Metalle und andere Rohstoffe für die Kriegsproduktion benötigt wurden.

Sammlerkontext und historische Bedeutung

Heute sind Elastolin-Figuren und deren Zubehör begehrte Sammlerobjekte. Der angegebene Zustand 2 weist auf einen sehr guten Erhaltungszustand hin, wobei Sammler üblicherweise eine Skala von 1 (neuwertig) bis 6 (stark beschädigt) verwenden. Originale Fahnen in gutem Zustand sind besonders selten, da das dünne Eisenblech anfällig für Rost, Beschädigungen und Verlust war.

Aus historischer Perspektive dokumentieren diese Objekte nicht nur die hohe Qualität deutscher Spielzeugherstellung, sondern auch die Allgegenwart militärischer Symbolik im Alltag des Dritten Reiches. Sie sind wichtige Quellen für das Verständnis der Jugenderziehung und Propagandamethoden jener Zeit.

Nachkriegszeit und rechtliche Aspekte

Nach 1945 wurde die Darstellung von nationalsozialistischen Symbolen in Deutschland streng reguliert. Der Handel mit historischen Objekten zu dokumentarischen und aufklärischen Zwecken ist erlaubt, unterliegt aber strengen gesetzlichen Bestimmungen gemäß § 86a StGB. Solche Objekte dürfen nur in eindeutig historisch-wissenschaftlichem oder aufklärerischem Kontext gehandelt und gezeigt werden.

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