IV. Olympische Winterspiele 1936 Garmisch-Partenkirchen - Erinnerungsbrosche

Buntmetall versilbert, farbig emailliert, ca. 48x 27 mm, Hersteller : "C.Poellath Schrobenhausen", an Quernadel.  Zustand 2
436863
200,00

IV. Olympische Winterspiele 1936 Garmisch-Partenkirchen - Erinnerungsbrosche

Die IV. Olympischen Winterspiele, die vom 6. bis 16. Februar 1936 in Garmisch-Partenkirchen stattfanden, stellten ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte des internationalen Sports dar. Diese Spiele waren die ersten Winterolympiade, die im nationalsozialistischen Deutschland ausgetragen wurden, nur wenige Monate vor den berühmteren Sommerspielen in Berlin.

Die vorliegende Erinnerungsbrosche wurde vom renommierten Hersteller C. Poellath aus Schrobenhausen gefertigt, einem Unternehmen, das seit 1778 für die Produktion hochwertiger Orden, Ehrenzeichen und Anstecknadeln bekannt ist. Die Firma Poellath war einer der führenden Hersteller von offiziellen und inoffiziellen olympischen Memorabilia während der Zeit des Dritten Reiches und genoss einen ausgezeichneten Ruf für ihre handwerkliche Qualität.

Das Stück besteht aus versilbertem Buntmetall und ist farbig emailliert, was typisch für olympische Andenken dieser Ära war. Mit Maßen von etwa 48 x 27 mm handelt es sich um eine mittelgroße Brosche, die an einer Quernadel befestigt ist. Die Emaillierungstechnik, die bei dieser Brosche zur Anwendung kam, war ein aufwendiges Verfahren, das Geschick und Präzision erforderte und die Wertigkeit des Objekts unterstreicht.

Die Winterspiele 1936 waren aus mehreren Gründen historisch bedeutsam. Sie waren die letzten Olympischen Spiele, bei denen 28 Nationen teilnahmen, bevor der Zweite Weltkrieg die olympische Bewegung für mehr als ein Jahrzehnt unterbrach. Über 600 Athleten wetteiferten in vier Sportarten: Skilanglauf, Eisschnelllauf, Eishockey, Bobfahren sowie den neu hinzugefügten alpinen Skidisziplinen. Die deutschen Organisatoren investierten erhebliche Mittel in die Infrastruktur, einschließlich des Baus neuer Sportstätten und der Verbesserung der Verkehrsanbindungen.

Das nationalsozialistische Regime nutzte diese Veranstaltung als Propagandainstrument, ähnlich wie die Sommerspiele in Berlin. Die Spiele sollten die angebliche Überlegenheit des deutschen Systems demonstrieren und internationale Anerkennung gewinnen. Dennoch waren die Winterspiele weniger politisch aufgeladen als die Sommerspiele, und die antisemitischen Maßnahmen wurden während der Veranstaltung teilweise zurückgestellt, um internationale Kritik zu vermeiden.

Erinnerungsbroschen wie diese wurden in verschiedenen Ausführungen produziert. Es gab offizielle Abzeichen für Teilnehmer, Offizielle und Helfer, sowie kommerzielle Andenken für Besucher und Sammler. Die vorliegende Brosche gehört wahrscheinlich zur letzteren Kategorie, da sie als Souvenir für die breite Öffentlichkeit konzipiert wurde. Solche Objekte waren bei Besuchern der Spiele sehr beliebt und wurden oft als Erinnerung an das Ereignis oder als Sammlerstücke erworben.

Die Firma C. Poellath stellte während der NS-Zeit eine Vielzahl von Auszeichnungen und Abzeichen her, darunter militärische Orden, Parteiabzeichen und sportliche Ehrenzeichen. Nach dem Krieg setzte das Unternehmen seine Tätigkeit fort und produziert bis heute hochwertige Auszeichnungen und Medaillen. Die Kontinuität des Unternehmens über verschiedene politische Systeme hinweg macht seine Produkte zu interessanten Zeitdokumenten.

Für Sammler militärischer und historischer Memorabilia sind olympische Andenken aus der NS-Zeit von besonderem Interesse, da sie die Verbindung zwischen Sport, Politik und Propaganda in dieser Epoche dokumentieren. Der Zustand 2 der Brosche deutet auf eine gut erhaltene Qualität hin, mit möglicherweise geringfügigen Gebrauchsspuren, was bei einem über 85 Jahre alten Objekt durchaus bemerkenswert ist.

Die historische Bedeutung solcher Objekte liegt nicht in ihrer Glorifizierung des NS-Regimes, sondern in ihrem dokumentarischen Wert. Sie erinnern an eine komplexe Periode der deutschen und internationalen Geschichte, in der Sport und Politik untrennbar miteinander verwoben waren. Die Olympischen Winterspiele 1936 markierten einen Wendepunkt, nach dem die Welt in den Abgrund des Zweiten Weltkriegs stürzte, was diese Erinnerungsstücke zu bedeutenden historischen Artefakten macht.