Julius Streicher - Reichstagung in Nürnberg 1933 ( Reichsparteitag 1933 ) 

Berlin, Verlag Weller, 1933, Ganzleineneinband, Großformat, 263 Seiten, mit Abbildungen, mit Schutzumschlag und im originalen Pappschuber, Zustand 2.
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320,00

Julius Streicher - Reichstagung in Nürnberg 1933 ( Reichsparteitag 1933 ) 

Das vorliegende Werk "Reichstagung in Nürnberg 1933“ dokumentiert den ersten Reichsparteitag der NSDAP nach der Machtergreifung und stellt ein bedeutsames zeithistorisches Dokument der nationalsozialistischen Propaganda dar. Herausgegeben vom Verlag Weller in Berlin im Jahr 1933, präsentiert dieser umfangreiche Band auf 263 Seiten eine fotografische und textliche Chronik des Parteitags, der vom 30. August bis 3. September 1933 in Nürnberg stattfand.

Julius Streicher (1885-1946), dessen Name mit diesem Werk verbunden ist, war einer der radikalsten Antisemiten im nationalsozialistischen Führungskreis und Herausgeber der hetzerischen Zeitschrift "Der Stürmer“. Als Gauleiter von Franken spielte er eine zentrale Rolle bei der Organisation der Nürnberger Reichsparteitage und etablierte die Stadt als symbolisches Zentrum der NS-Bewegung.

Der Reichsparteitag 1933, auch als "Reichsparteitag des Sieges“ bezeichnet, markierte einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte. Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 und der Gleichschaltung der deutschen Gesellschaft diente diese Veranstaltung der Selbstdarstellung und Machtdemonstration des neuen Regimes. Mit etwa 500.000 Teilnehmern war es eine gewaltige inszenierte Massenveranstaltung, die alle Elemente der NS-Propaganda vereinte.

Die bibliophile Ausstattung des vorliegenden Bandes ist bemerkenswert: Der Ganzleineneinband im Großformat, der originale Schutzumschlag und der Pappschuber zeugen von der Bedeutung, die solchen Dokumentationen beigemessen wurde. Diese aufwendige Präsentation war typisch für offizielle NS-Publikationen, die sowohl als Propagandainstrument als auch als repräsentative Geschenke für Parteifunktionäre und staatliche Einrichtungen dienten.

Der Inhalt solcher Parteitagsdokumentationen folgte einem standardisierten Muster: Fotografische Dokumentation der Aufmärsche, Reden und Veranstaltungen, Texte der wichtigsten Ansprachen, insbesondere Hitlers Reden, sowie Darstellungen der verschiedenen NS-Organisationen wie SA, SS, Hitler-Jugend und des Arbeitsdienstes. Die Bildsprache war sorgfältig komponiert, um Macht, Ordnung und Einheit zu vermitteln.

Die Nürnberger Reichsparteitage wurden ab 1933 zu jährlichen Ereignissen (mit Ausnahme von 1938) und fanden auf dem eigens dafür konzipierten Reichsparteitagsgelände statt, dessen monumentale Bauten von Albert Speer entworfen wurden. Die Veranstaltungen folgten einem ritualisierten Ablauf mit Fahnenappellen, Massenaufmärschen, nächtlichen Lichtinszenierungen und Führerreden.

Aus historischer Perspektive sind solche Publikationen heute wichtige Quellendokumente für die Erforschung der NS-Propaganda und ihrer Selbstinszenierung. Sie zeigen die visuellen und rhetorischen Strategien, mit denen das Regime seine Ideologie verbreitete und die Bevölkerung zu mobilisieren versuchte. Gleichzeitig dokumentieren sie die schrittweise Transformation Deutschlands in eine Diktatur.

Der Sammlerwert solcher Objekte ist komplex zu bewerten. Während sie einerseits historisch bedeutsame Dokumente darstellen, sind sie andererseits Zeugnisse eines verbrecherischen Regimes. Seriöse Sammler und Institutionen behandeln solche Materialien als Studienmaterial und Warnung vor den Gefahren totalitärer Ideologien. In Deutschland unterliegt der Handel mit NS-Devotionalien rechtlichen Beschränkungen, insbesondere wenn verfassungsfeindliche Symbole ungekennzeichnet dargestellt werden.

Die Erhaltung im originalen Schuber mit Schutzumschlag macht dieses Exemplar zu einem besonders vollständigen Zeugnis der ursprünglichen Publikation. Viele dieser Bände wurden während des Krieges zerstört oder später aus politischen Gründen vernichtet, was vollständig erhaltene Exemplare heute selten macht.