Kroatien Abzeichen der Gesellschaft der angesehenen kroatischen Krieger 1914-1918

Aluminium, ca. 67x43mm, "drustvo odlikovanih ratnika hrvata 1914-1918", rückseitig fehlt 1 Splint.
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450,00

Kroatien Abzeichen der Gesellschaft der angesehenen kroatischen Krieger 1914-1918

Das Abzeichen der Gesellschaft der angesehenen kroatischen Krieger 1914-1918 (Drustvo odlikovanih ratnika Hrvata 1914-1918) repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der kroatischen Militärgeschichte und der Veteranenorganisationen der Zwischenkriegszeit. Dieses aus Aluminium gefertigte Abzeichen mit den Maßen von etwa 67x43mm wurde von einer Vereinigung getragen, die sich der Ehrung und Unterstützung dekorierter kroatischer Soldaten widmete, die im Ersten Weltkrieg gedient hatten.

Während des Ersten Weltkriegs kämpften kroatische Soldaten als Teil der Österreichisch-Ungarischen Streitkräfte. Das Königreich Kroatien und Slawonien war seit 1868 Teil der ungarischen Reichshälfte der Doppelmonarchie. Schätzungsweise 800.000 bis 1 Million Kroaten dienten in verschiedenen Einheiten der k.u.k. Armee, wobei viele in kroatisch-slawonischen Regimentern wie dem 16., 53., 70., 78. und 79. Infanterieregiment zusammengefasst waren. Diese Soldaten kämpften an allen Fronten des Krieges - an der Italienfront, an der Ostfront gegen Russland und auf dem Balkan.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 und dem Zusammenbruch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie wurde Kroatien Teil des neu gegründeten Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Königreich Jugoslawien). In dieser neuen politischen Konstellation bildeten sich zahlreiche Veteranenorganisationen, die verschiedene nationale und ideologische Ausrichtungen vertraten.

Die Gesellschaft der angesehenen kroatischen Krieger war eine solche Veteranenorganisation, die sich speziell kroatischen Soldaten widmete, die im Ersten Weltkrieg Auszeichnungen erhalten hatten. Der kroatische Name “Drustvo odlikovanih ratnika Hrvata” betont ausdrücklich den dekorierten Status der Mitglieder. Diese Gesellschaft diente mehreren Zwecken: Sie bot materielle und moralische Unterstützung für Veteranen und ihre Familien, pflegte die Erinnerung an die Gefallenen und förderte das Kameradschaftsgefühl unter ehemaligen Soldaten.

Das hier beschriebene Abzeichen wurde aus Aluminium gefertigt, einem Material, das in den 1920er und 1930er Jahren häufig für Vereinsabzeichen verwendet wurde. Aluminium war kostengünstig, leicht zu bearbeiten und ermöglichte die Herstellung größerer Mengen. Die Wahl dieses Materials spiegelt auch die wirtschaftlichen Realitäten der Nachkriegszeit wider, in der teurere Metalle wie Bronze oder Silber oft nicht erschwinglich waren.

Die Größe von etwa 67x43mm deutet auf ein relativ großes Abzeichen hin, das deutlich sichtbar an der Kleidung getragen wurde. Solche Abzeichen wurden typischerweise bei Veteranentreffen, Gedenkveranstaltungen und nationalen Feiertagen getragen. Sie dienten als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Veteranengemeinschaft und als Ausdruck von Stolz auf den geleisteten Militärdienst.

Die Zwischenkriegszeit im Königreich Jugoslawien war von komplexen nationalen Spannungen geprägt. Verschiedene Veteranenorganisationen reflektierten oft unterschiedliche politische und nationale Loyalitäten. Während einige Organisationen die jugoslawische Einheit befürworteten, betonten andere wie die kroatische Kriegervereingung die spezifisch kroatische Identität und das kroatische Erbe. Dies geschah vor dem Hintergrund wachsender politischer Spannungen zwischen serbischen Zentralisten und kroatischen Autonomisten, die in den 1930er Jahren zunehmend eskalierten.

Veteranenorganisationen spielten in der Zwischenkriegszeit eine wichtige gesellschaftliche Rolle. Sie organisierten soziale Unterstützung, bewahrten militärische Traditionen und boten eine Plattform für politische Aktivitäten. Die Mitgliedschaft in solchen Vereinigungen bot nicht nur materielle Vorteile, sondern auch soziales Prestige und ein Gefühl der Zugehörigkeit in einer oft schwierigen Nachkriegszeit.

Das vorliegende Exemplar zeigt typische Gebrauchsspuren - es fehlt ein Splint auf der Rückseite, was darauf hindeutet, dass das Abzeichen tatsächlich getragen wurde. Solche authentischen Nutzungsspuren erhöhen oft den historischen Wert eines Objekts, da sie seine tatsächliche Verwendung dokumentieren. Die Befestigung mittels Splints war eine gängige Methode für Vereinsabzeichen dieser Periode.

Heute sind solche Abzeichen wichtige Dokumente der Sozial- und Militärgeschichte. Sie zeugen von den Bemühungen der Veteranengemeinschaften, ihre Identität und ihre Erinnerungen in einer sich schnell verändernden politischen Landschaft zu bewahren. Für Sammler und Historiker bieten sie Einblicke in die Organisationsstrukturen, die materielle Kultur und die Selbstdarstellung von Veteranengruppen in der Zwischenkriegszeit.

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