NSFK Goldene Plakette "Nationalsozialistisches Fliegerkorps - Deutschlandflug 1938"

Aluminium, Nr. 540, im Verleihungsetui, innen mit Eindruck "Nationalsozialistisches Fliegerkorps - Der Korpsführer". Zustand 2.
377163
650,00

NSFK Goldene Plakette "Nationalsozialistisches Fliegerkorps - Deutschlandflug 1938"

Die Goldene Plakette des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) für den Deutschlandflug 1938 stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Luftfahrtpropaganda dar. Diese Auszeichnung wurde anlässlich eines der wichtigsten fliegerischen Ereignisse im nationalsozialistischen Deutschland verliehen und dokumentiert die zentrale Rolle der Fliegerei in der NS-Ideologie.

Das Nationalsozialistische Fliegerkorps wurde am 17. April 1937 als Nachfolgeorganisation des Deutschen Luftsportverbandes gegründet. Unter der Leitung von NSFK-Korpsführer Friedrich Christiansen, einem Pour le Mérite-Träger des Ersten Weltkriegs, hatte die Organisation die Aufgabe, die vormilitärische fliegerische Ausbildung der deutschen Jugend zu übernehmen und den Luftsportgedanken im nationalsozialistischen Sinne zu fördern. Das NSFK war direkt dem Reichsluftfahrtministerium unterstellt und bildete eine wichtige Ergänzung zur aufstrebenden Luftwaffe.

Der Deutschlandflug 1938 fand vom 26. Mai bis 5. Juni 1938 statt und war ein prestigeträchtiges Wettbewerbsereignis, das die fliegerischen Fähigkeiten deutscher Piloten demonstrieren sollte. Dieser Wettbewerb war Teil einer Reihe von Deutschlandflügen, die seit den 1920er Jahren regelmäßig durchgeführt wurden, jedoch nun unter nationalsozialistischer Ägide eine stark propagandistische Ausrichtung erhielten. Der Deutschlandflug 1938 war besonders bedeutsam, da er im Jahr der Sudetenkrise und der zunehmenden außenpolitischen Spannungen stattfand.

Die vorliegende Plakette wurde aus Aluminium gefertigt, einem Material, das in der Luftfahrtindustrie der damaligen Zeit von großer Bedeutung war und symbolisch die Verbindung zur Fliegerei herstellte. Die Nummerierung (Nr. 540) deutet darauf hin, dass diese Auszeichnungen in einer begrenzten, aber dennoch beträchtlichen Stückzahl vergeben wurden. Das Vorhandensein eines Verleihungsetuis mit dem Eindruck “Nationalsozialistisches Fliegerkorps - Der Korpsführer” unterstreicht den offiziellen Charakter der Auszeichnung und ihre direkte Verleihung durch die höchste Führungsebene des NSFK.

Die Verleihung solcher Plaketten erfolgte nach strengen Kriterien und diente mehreren Zwecken: Einerseits sollten herausragende fliegerische Leistungen gewürdigt werden, andererseits dienten sie der Motivation und der Bindung der Teilnehmer an die nationalsozialistische Bewegung. Die Vergabe durch den Korpsführer persönlich verlieh der Auszeichnung zusätzliches Prestige und symbolisierte die direkte Verbindung zwischen dem einzelnen Flieger und der nationalsozialistischen Führung.

Der Deutschlandflug 1938 umfasste verschiedene fliegerische Disziplinen und Streckenabschnitte über deutsches Reichsgebiet. Die Teilnehmer mussten sowohl technisches Können als auchNavigationsgeschick unter Beweis stellen. Solche Veranstaltungen waren sorgfältig choreographiert und dienten nicht nur der sportlichen Konkurrenz, sondern auch der Demonstration deutscher Luftfahrttechnik und fliegerischen Könnens vor einem nationalen und internationalen Publikum.

Die Gestaltung der Plakette folgte den typischen Designprinzipien der NS-Zeit, die klare, monumentale Formen und symbolträchtige Darstellungen bevorzugten. Das Aluminium als Material war praktisch und leicht, gleichzeitig aber auch symbolisch aufgeladen, da es die moderne Luftfahrttechnologie repräsentierte. Das Etui mit seiner Prägung verweist auf die strenge Hierarchie innerhalb des NSFK und die Bedeutung, die solchen Auszeichnungen beigemessen wurde.

Im Kontext der nationalsozialistischen Vorkriegspolitik spielte die Förderung der Fliegerei eine zentrale Rolle. Das NSFK bildete jährlich Tausende junger Männer in fliegerischen Grundfertigkeiten aus, die später als Reserve für die Luftwaffe dienten. Veranstaltungen wie der Deutschlandflug 1938 waren dabei wichtige Instrumente zur Rekrutierung und Motivation. Sie schufen ein öffentliches Interesse an der Fliegerei und trugen zur Militarisierung der Gesellschaft bei.

Als historisches Objekt dokumentiert diese Plakette die komplexen Verflechtungen zwischen Sport, Propaganda und militärischer Vorbereitung im nationalsozialistischen Deutschland. Sie steht exemplarisch für die Art und Weise, wie das Regime zivile Aktivitäten für seine militärischen und ideologischen Zwecke instrumentalisierte. Heute dienen solche Objekte der historischen Forschung und Aufklärung über die Mechanismen totalitärer Herrschaft und ihrer Durchdringung aller Lebensbereiche.