NSKK / DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Winterprüfungsfahrt Gau 20 Hansa 2.12.1934 Beifahrer "

Messing, teilweise emailliert, 85 x 63 mm, mit 2 Bohrungen, Hersteller : M.Fleck u. Sohn Hamburg, Zustand 2.
331763
280,00

NSKK / DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Winterprüfungsfahrt Gau 20 Hansa 2.12.1934 Beifahrer "

Die NSKK/DDAC-Teilnehmerplakette zur Winterprüfungsfahrt Gau 20 Hansa vom 2. Dezember 1934 stellt ein bedeutendes Zeugnis der frühen nationalsozialistischen Automobilkultur dar. Diese nichttragbare Plakette aus teilweise emailliertem Messing wurde vom renommierten Hamburger Hersteller M. Fleck u. Sohn gefertigt und dokumentiert die organisierte Kraftfahrzeugaktivität im norddeutschen Raum während der frühen NS-Zeit.

Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) entstand 1931 aus der SA-Untergruppe Motor-SA und wurde am 23. August 1934 durch Adolf Hitler zur selbstständigen Gliederung der NSDAP erhoben. Parallel dazu existierte der Deutsche Automobil-Club (DDAC), der 1933 durch die Gleichschaltung verschiedener Automobilclubs entstanden war. Beide Organisationen arbeiteten in den frühen Jahren eng zusammen, bevor das NSKK 1936 den DDAC vollständig übernahm.

Der Gau 20 Hansa umfasste das Gebiet um Hamburg und stellte einen wichtigen maritimen und industriellen Schwerpunkt des Deutschen Reiches dar. Die Benennung “Hansa” knüpfte an die historische Tradition der Hansestädte an und unterstrich die regionale Identität dieser NSDAP-Verwaltungseinheit.

Winterprüfungsfahrten waren in den 1930er Jahren wichtige sportliche und technische Veranstaltungen im deutschen Kraftfahrwesen. Sie dienten mehreren Zwecken: Erstens sollten sie die Zuverlässigkeit deutscher Fahrzeuge unter widrigen Witterungsbedingungen demonstrieren. Zweitens wurden Fahrer und Beifahrer in der Beherrschung ihrer Fahrzeuge unter erschwerten Bedingungen geschult. Drittens hatten diese Veranstaltungen eine wichtige propagandistische Funktion, indem sie die Leistungsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie und die Disziplin der nationalsozialistischen Organisationen zur Schau stellten.

Die Veranstaltung vom 2. Dezember 1934 fand zu einem historisch bedeutsamen Zeitpunkt statt. Das Jahr 1934 markierte die Konsolidierung der NS-Herrschaft nach dem sogenannten “Röhm-Putsch” im Juni und dem Tod Hindenburgs im August. Die Motorisierung Deutschlands war ein zentrales Anliegen des Regimes, das sich in Projekten wie dem Autobahnbau und der späteren Entwicklung des “Volkswagens” manifestierte.

Die Plakette trägt ausdrücklich den Vermerk “Beifahrer”, was auf die klare Rollenverteilung bei diesen Veranstaltungen hinweist. Der Beifahrer hatte wichtige Aufgaben: Er war für die Navigation zuständig, kontrollierte die Einhaltung der Durchschnittsgeschwindigkeiten, dokumentierte die Fahrt und unterstützte bei technischen Problemen. Diese Arbeitsteilung entsprach der militärischen Organisationsstruktur des NSKK.

Die Herstellung durch M. Fleck u. Sohn Hamburg zeugt von der Einbindung etablierter lokaler Handwerksbetriebe in die NS-Organisationsstrukturen. Die Firma gehörte zu den qualifizierten Herstellern von Metallwaren und Auszeichnungen in der Hansestadt. Die teilweise Emaillierung und die Maße von 85 x 63 mm entsprechen den typischen Standards für nichttragbare Ehrenplaketten dieser Zeit.

Die zwei Bohrungen weisen darauf hin, dass die Plakette zur dauerhaften Befestigung, vermutlich an einer Wand oder in einer Vitrine, vorgesehen war. Im Gegensatz zu tragbaren Auszeichnungen sollten solche Plaketten als bleibende Erinnerungsstücke im privaten oder halböffentlichen Raum dienen.

Solche Teilnehmerplaketten wurden in der Regel allen Teilnehmern einer Veranstaltung ausgehändigt, unabhängig von ihrer Platzierung. Sie unterschieden sich damit von Siegerauszeichnungen und dienten primär der Erinnerung und der Bindung der Mitglieder an die Organisation. Gleichzeitig dokumentieren sie heute die umfangreiche Veranstaltungstätigkeit des NSKK und DDAC in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg.

Aus heutiger militärhistorischer Perspektive sind solche Objekte wichtige Quellen für das Verständnis der nationalsozialistischen Durchdringung des Alltagslebens. Die Motorisierung und der Motorsport wurden systematisch für ideologische und militärische Zwecke instrumentalisiert. Das NSKK bildete Kraftfahrer aus, die später in der Wehrmacht dringend benötigt wurden, und trug zur Popularisierung des Automobils in der deutschen Gesellschaft bei.