Dieses Uniformensemble aus Dienstrock alter Art und Schirmmütze für einen Generalmajor repräsentiert eine bedeutsame Übergangsperiode in der deutschen Militärgeschichte, als die Reichswehr der Weimarer Republik in die Wehrmacht des Dritten Reiches transformiert wurde. Die etwa 1936 bis 1938 datierbare Uniform dokumentiert sowohl die institutionelle Kontinuität als auch die politischen Veränderungen dieser Epoche.
Der Dienstrock alter Art wurde während der kurzlebigen Ära der Weimarer Reichswehr eingeführt. Die Reichswehr war die offizielle Bezeichnung der deutschen Streitkräfte während der Weimarer Republik. Nachdem Deutschland im Ersten Weltkrieg besiegt worden war, wurde die kaiserliche deutsche Armee aufgelöst und zu einer Friedensarmee umgeformt. Die offizielle Bildung der Reichswehr erfolgte am 1. Januar 1921. Die deutsche Wehrmacht behielt den Namen Reichswehr bis zu Adolf Hitlers Proklamation der “Wiederherstellung der militärischen Souveränität” im Jahr 1935, woraufhin sie Teil der neuen Wehrmacht wurde.
Das Heer als deutsche Armee und Teil der Wehrmacht übernahm seine Uniformen und Rangstruktur vom Reichsheer der Weimarer Republik (1921–1935). Es gab nur wenige Änderungen und Anpassungen, als die Armee von einer begrenzten Friedensverteidigungstruppe von 100.000 Mann zu einer kriegführenden Streitmacht von mehreren Millionen Mann anwuchs.
Am 29. Juni 1935 wurde der neue M35 Waffenrock zur Einführung freigegeben. Der alte Dienstrock war jedoch besonders bei älteren Offizieren beliebt, was dazu führte, dass die Auslaufphase für alle Offiziere bis zum 31. März 1941 verlängert wurde. Offiziere waren für den Kauf ihrer eigenen Uniformen verantwortlich und konnten diese entweder bei Bekleidungsdepots der Streitkräfte erwerben oder privat Kleidungsstücke höherer Qualität kaufen. Viele Uniformröcke waren maßgeschneidert oder wurden von Herrenausstattern aus hochwertiger Wollgabardine, Wildleder oder Kord gefertigt. Die Offiziere erhielten eine Kleidungszulage über das Kleiderkasse-System der Armee.
Ein charakteristisches Merkmal des Offiziers-Dienstrocks war der grüne Kragen. Varianten umfassten Uniformen aus der Reichswehr-Ära, die in den Wehrmacht-Dienst übernommen wurden, wie das hier vorliegende Beispiel aus der Zeit um 1936–1938 belegt.
Am 17. Februar 1934 ordnete Oberbefehlshaber Werner von Blomberg an, dass der Adler mit Hakenkreuz der NSDAP auf Uniformblusen zu tragen sei. Die deutsche Armee übernahm ursprünglich am 17. Februar 1934 eine leicht modifizierte Version des Nationaladlers der NSDAP, mit Anweisungen, ihn bis zum 1. Mai 1934 auf allen Stahlhelmen, Schirmmützen und Uniformröcken anzubringen zu lassen. Bei dieser Generalsuniform wurde der Brustadler in Goldfaden handgestickt auf dunkelgrünem Grund gefertigt und per Hand vernäht. Für Generale wurde das Abzeichen auf Abzeichentuch gestickt, das ursprünglich in Reichsheer-Grau gehalten war, aber Ende 1935 in die neue Wehrmacht-Heer-Farbe umbenannt wurde, ein dunkles Blaugrün namens flaschengrün.
Die Kragenspiegel für Generale wurden im großen Vorkriegsstil mit Goldstickerei auf rotem Grund maschinell vernäht. Preußische Generale hatten aufwändig bestickte Kragenspiegel in einem Stil getragen, der alt-Larisch genannt wurde, gestickt in Goldbullion oder goldenem synthetischen Celleon auf scharlachrotem (Hochrot) Untergrund.
Die Schirmmütze wurde von Heinrich Zimmermann in München, Türkenstraße 22, hergestellt, der als Hoflieferant identifiziert wurde. Mehrere Quellen bestätigen Zimmermann als einen in München ansässigen Militärmützenhersteller während der kaiserlichen Zeit und der Wehrmacht-Periode. Die ovale Wollkrone der Schirmmütze wurde mit Draht zu einer gebogenen “Sattelform” mit hoher Front versteift. Die Insignien bestanden aus einer nationalen Kokarde, umgeben von einem Eichenlaubkranz am Band, mit dem Wehrmachtsadler darüber. Offiziere trugen geflochtene silberne oder aluminiumfarbene Kordeln, für Generale in Gold. Band- und Kronränder waren mit Waffenfarbe paspeliert.
Obwohl der M35 Waffenrock die reguläre Dienstuniform blieb, wurden Offiziere in Kampfeinheiten mit Regimentskommandeur-Rang oder darunter kurz nach Kriegsbeginn angewiesen, praktischere Mannschaftsuniformen für den Fronteinsatz zu tragen und die “gute” Uniform für Ausgang, Büro und Garnisonskleidung aufzubewahren. Dennoch ignorierten viele Offiziere die Vorschriften und trugen den Dienstrock an der Front.
Nach 1945 wurden viele originale Wehrmacht-Uniformen als Kriegstrophäen erbeutet, von Familien aufbewahrt oder gelangten auf den Militaria-Sammlermarkt. Der Hersteller Heinrich Zimmermann war in München während der kaiserlichen Zeit und des Dritten Reiches als Hoflieferant tätig. Laut Quellenangaben tauchten einige Wehrmacht-Gegenstände später in Theater- und Filmproduktionen auf.