Wehrmacht Paar Taschen für Gewehrgranaten K98

Graues Leinen, auf der Lederlasche innen mit nicht lesbaren Stempel, Zustand 2-.
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450,00

Wehrmacht Paar Taschen für Gewehrgranaten K98

Wehrmacht Gewehrgranaten-Taschen für das Karabiner 98k

Die hier beschriebenen Gewehrgranaten-Taschen aus grauem Leinen stellen ein charakteristisches Ausrüstungsstück der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese paarweise verwendeten Taschen dienten zur Aufbewahrung und zum Transport von Gewehrgranaten, die mit dem Karabiner 98k (K98k) verschossen wurden, dem Standard-Gewehr der deutschen Streitkräfte von 1935 bis 1945.

Das Gewehrgranatengerät wurde in der Wehrmacht ab den späten 1930er Jahren eingeführt und bot der Infanterie eine kostengünstige Möglichkeit, leichte Sprenggranaten auf Entfernungen bis zu 250 Meter zu verschießen. Die Granaten wurden mittels eines Schießbechers (offiziell: Gewehrgranatengerät) abgefeuert, der auf die Mündung des K98k aufgesetzt wurde. Dieser Schießbecher war in verschiedenen Ausführungen verfügbar, darunter das Modell 1930 und spätere Verbesserungen.

Die Taschen selbst wurden aus grauem Leinen gefertigt, einem Material, das während des Krieges zunehmend zur Schonung von Lederressourcen eingesetzt wurde. Frühere Versionen der Ausrüstung waren häufig aus braunem oder schwarzem Leder gefertigt, doch mit fortschreitendem Krieg und zunehmenden Materialengpässen wurde verstärkt auf textile Materialien zurückgegriffen. Die Verwendung von Leinen war praktisch, da es leichter, günstiger in der Produktion und in ausreichenden Mengen verfügbar war.

Jede Tasche war so konstruiert, dass sie eine oder zwei Gewehrgranaten aufnehmen konnte. Die typischen Gewehrgranaten umfassten die Gewehr-Panzergranate (Hohlladungsgranate gegen leichte Panzerung), die Gewehr-Sprenggranate und die Gewehr-Propagandagranate für Flugblatteinsätze. Die Granaten selbst wogen zwischen 250 und 400 Gramm und waren mit verschiedenen Zündmechanismen ausgestattet.

Die Lederlasche mit Stempel, wie im vorliegenden Objekt beschrieben, diente der Identifikation des Herstellers und oft auch der Datierung. Während des Zweiten Weltkriegs produzierten zahlreiche zivile Firmen und militärische Depots Ausrüstungsgegenstände für die Wehrmacht. Die Stempel enthielten üblicherweise einen Herstellercode, manchmal ein Produktionsjahr und Qualitätsprüfungszeichen. Die Heeresverwaltung führte ein komplexes System von Codes ein, um Hersteller zu verschleiern und die Produktion zu verfolgen.

Die Trageweise dieser Taschen war in den Heeresdienstvorschriften (H.Dv.) geregelt. Gewöhnlich wurden sie am Koppel (Ledergürtel) oder an den Y-Riemen des Tornister-Tragesystems befestigt. Infanteristen, die als Gewehrgranatenwerfer (Gewehrgranaten-Schützen) eingesetzt wurden, trugen diese Taschen zusätzlich zur normalen Munitionsausstattung.

Der Einsatz von Gewehrgranaten bot mehrere taktische Vorteile: Sie erweiterten die Feuerkraft der Infanterie, ohne schwere Waffen wie Mörser mittragen zu müssen. Die Reichweite von bis zu 250 Metern überbrückte die Lücke zwischen Handgranaten (etwa 30-40 Meter) und leichten Mörsern. Allerdings hatte das System auch Nachteile: Das Nachladen war zeitaufwendig, die Genauigkeit war begrenzt, und der Rückstoß war erheblich. Zudem musste für das Verschießen eine spezielle Treibpatrone verwendet werden, was die logistische Komplexität erhöhte.

Die Erhaltung dieser Ausrüstungsgegenstände in gutem Zustand (hier als “Zustand 2-” angegeben, was leichte Gebrauchsspuren bedeutet) ist bemerkenswert, da textile Materialien besonders anfällig für Verfall, Schimmel und Insektenfraß sind. Viele dieser Gegenstände wurden nach Kriegsende entsorgt oder durch jahrzehntelange Lagerung beschädigt.

Heute sind solche Wehrmacht-Ausrüstungsgegenstände von militärhistorischem Interesse. Sie dokumentieren die materielle Kultur der deutschen Streitkräfte und illustrieren die zunehmenden Ressourcenprobleme des Dritten Reichs während des Krieges. Sammler und Museen bewahren diese Objekte als Zeugnisse einer dunklen Epoche der Geschichte, wobei der Fokus auf historischer Bildung und dem Gedenken an die Opfer des Krieges liegt.

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