Reichswehr bzw. Wehrmacht Heer (WH) Säbel für Offiziere Model Nr. 1312.

Sehr gut erhaltene, vernickelte Klinge mit Herstellerzeichen "Carl Eickhorn Solingen", vergoldetes Gefäß mit Parderkopf, rote Glasaugen, auf dem Parierlappen gekreuzte Säbel, die Vergoldung schon verblast bzw. gedunkelt, schwarzes Griffstück mit Drahtwicklung, die Scheide ist beulenfrei mit Fehlstellen im Lack, mit Trageleder, hier fehlt die obere Aufhängung. Getragener Säbel mit normalen Alterspuren. Zustand 2-

Gesamtlänge etwa 1000mm





503264
750,00

Reichswehr bzw. Wehrmacht Heer (WH) Säbel für Offiziere Model Nr. 1312.

Der Offiziersäbel der Reichswehr und Wehrmacht repräsentiert eine bedeutende Epoche der deutschen Militärgeschichte zwischen 1921 und 1945. Diese Blankwaffe verkörpert sowohl die Kontinuität militärischer Traditionen als auch die politischen Umbrüche dieser turbulenten Zeit.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Auflösung der kaiserlichen Armee wurde 1921 die Reichswehr als neue deutsche Streitkraft etabliert. Die Uniform- und Ausrüstungsordnungen sahen für Offiziere weiterhin das Tragen von Säbeln vor, die sowohl zeremoniellen Zwecken dienten als auch die militärische Tradition wahrten. Das Modell 1312 war dabei eine standardisierte Ausführung für Heeresoffiziere.

Die Firma Carl Eickhorn aus Solingen gehörte zu den renommiertesten deutschen Herstellern von Blankwaffen. Das Unternehmen, gegründet im 19. Jahrhundert, belieferte sowohl die Reichswehr als auch später die Wehrmacht mit hochwertigen Offiziersäbeln. Die Solinger Klingen genossen international einen ausgezeichneten Ruf für ihre Qualität und Verarbeitung.

Charakteristisch für diese Säbel war das vergoldete Gefäß mit Parderkopf, dessen rote Glasaugen dem Waffengriff eine besondere Eleganz verliehen. Der Parderkopf als heraldisches Symbol hatte in der deutschen Militärtradition eine lange Geschichte und symbolisierte Mut und Kampfbereitschaft. Die gekreuzten Säbel auf dem Parierlappen kennzeichneten die Zugehörigkeit zur Kavallerie oder zu berittenen Einheiten.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 und der späteren Umbenennung der Reichswehr in Wehrmacht im Jahr 1935 blieben diese Säbel weitgehend unverändert in Gebrauch. Die Wehrmacht übernahm viele Traditionen und Ausrüstungsgegenstände der Reichswehr, einschließlich der Offiziersäbel. Dies verdeutlicht die Kontinuität militärischer Kultur trotz politischer Veränderungen.

Die Gesamtlänge von etwa 1000mm entsprach den militärischen Standards der Zeit und machte den Säbel sowohl für zeremonielle als auch für repräsentative Zwecke geeignet. Das schwarze Griffstück mit Drahtwicklung gewährleistete einen sicheren Halt und war typisch für deutsche Militärsäbel dieser Periode.

Heute stellen solche Offiziersäbel wichtige militärhistorische Zeugnisse dar, die Einblicke in die Uniformierung, Traditionen und handwerkliche Qualität der deutschen Streitkräfte zwischen den Weltkriegen und während des Zweiten Weltkriegs geben.