Allgemeines Sturmabzeichen - Hymmen & Co. Lüdenscheid

Feinzink, rückseitig markiert "L/53". Zustand 2.
500665
€ 550,00

Allgemeines Sturmabzeichen - Hymmen & Co. Lüdenscheid

Das Allgemeine Sturmabzeichen gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese spezielle Ausführung wurde von der Firma Hymmen & Co. aus Lüdenscheid hergestellt, einem der wichtigsten Hersteller von militärischen Orden und Ehrenzeichen im Dritten Reich.

Das Allgemeine Sturmabzeichen wurde am 1. Juni 1940 durch den Oberbefehlshaber der Wehrmacht gestiftet und sollte Soldaten aller Waffengattungen auszeichnen, die nicht für das spezialisierte Infanterie-Sturmabzeichen in Frage kamen. Die Verleihungsbedingungen waren streng geregelt: Der Soldat musste an mindestens drei Sturmangriffstagen teilgenommen haben, wobei ein Sturmangriffstag als Tag galt, an dem der Träger aktiv am Nahkampf oder Sturmangriff teilnahm.

Die Herstellermarkierung L/53 auf der Rückseite identifiziert eindeutig die Firma Hymmen & Co. aus Lüdenscheid als Produzenten. Das Nummerierungssystem für Hersteller von Orden und Ehrenzeichen wurde eingeführt, um die Produktion zu organisieren und die Qualität zu kontrollieren. Lüdenscheid hatte sich bereits vor dem Krieg als Zentrum der deutschen Metallwarenindustrie etabliert, und mehrere Firmen dort spezialisierten sich auf die Herstellung militärischer Auszeichnungen.

Das Abzeichen wurde aus Feinzink gefertigt, einem Material, das im Verlauf des Krieges zunehmend verwendet wurde, als strategisch wichtigere Metalle wie Bronze und Buntmetalle knapp wurden. Die Verwendung von Zink war eine kriegswirtschaftliche Notwendigkeit, die etwa ab 1941/42 verstärkt zum Tragen kam. Trotz des weniger edlen Materials erreichten erfahrene Hersteller wie Hymmen & Co. eine beachtliche handwerkliche Qualität.

Das Design des Allgemeinen Sturmabzeichens zeigt einen stilisierten Adler mit gespreizten Schwingen, der ein Hakenkreuz in den Fängen hält, über einem Eichenkranz mit gekreuzten Handgranate und Bajonett im unteren Bereich. Die Symbolik vereint verschiedene Elemente: Der Adler als traditionelles deutsches Herrschaftssymbol, der Eichenkranz als Symbol für Tapferkeit und Stärke, sowie die Waffen als Zeichen des direkten Kampfes.

Die Firma Hymmen & Co. war einer von mehreren Dutzend autorisierten Herstellern solcher Auszeichnungen. Die Qualität der einzelnen Hersteller variierte erheblich, wobei Hymmen allgemein als Produzent von solider bis guter Qualität galt. Die Prägung und Detailschärfe, besonders bei den Federn des Adlers und den Blättern des Eichenkranzes, waren charakteristisch für die verschiedenen Hersteller.

Das Allgemeine Sturmabzeichen wurde in großer Stückzahl verliehen - Schätzungen gehen von mehreren hunderttausend Verleihungen aus. Es konnte an Soldaten aller Truppengattungen verliehen werden, einschließlich Pionieren, Panzertruppen, Artillerie und anderen Einheiten, sofern sie die Verleihungsbedingungen erfüllten. Die Verleihung erfolgte auf Vorschlag des Kompaniechefs und musste durch den Regimentskommandeur genehmigt werden.

Das Abzeichen wurde üblicherweise auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb des Eisernen Kreuzes I. Klasse, falls vorhanden. Die Trageweise war in den Uniformvorschriften genau festgelegt und Teil des komplexen Systems militärischer Rangabzeichen und Auszeichnungen der Wehrmacht.

Nach Kriegsende 1945 wurde das Tragen aller nationalsozialistischen Symbole in Deutschland verboten. Das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 regelte den Umgang mit historischen Auszeichnungen und erlaubte das Tragen nur in modifizierter Form ohne NS-Symbole. Heute sind solche Objekte wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte und werden in Museen, Sammlungen und für wissenschaftliche Zwecke bewahrt.

Die Erforschung und Dokumentation solcher Militaria dient dem historischen Verständnis dieser dunklen Epoche deutscher Geschichte. Sammler und Historiker nutzen Herstellermarkierungen, Materialanalysen und Vergleichsstudien, um die Authentizität und Herkunft solcher Stücke zu verifizieren und die Produktionsgeschichte zu rekonstruieren.