Elastolin - Heer 2 Offiziere im Marsch
Die vorliegende Elastolin-Figur zeigt zwei Offiziere der deutschen Wehrmacht im Marschzustand und gehört zu einer der bedeutendsten Kollektionsserien deutscher Militärspielzeuge des 20. Jahrhunderts. Mit einer Größe von 7,5 cm entspricht diese Figur dem klassischen Hausser-Elastolin-Maßstab, der von den 1930er bis in die 1950er Jahre hinein produziert wurde.
Die Firma O. & M. Hausser aus Ludwigsburg bei Stuttgart begann in den 1920er Jahren mit der Herstellung von Spielzeugfiguren aus einem innovativen Material namens Elastolin – einer Masse aus Kasein, Kreide, Glyzerin und weiteren Bindemitteln, die über Drahtgestelle modelliert wurde. Diese Technik revolutionierte die Spielzeugindustrie, da sie im Vergleich zu den traditionellen Bleifiguren leichter, ungiftiger und detailreicher gestaltet werden konnte.
Die Darstellung von zwei Heeresoffizieren im Marsch reflektiert die militärische Ästhetik und Uniformierung der deutschen Streitkräfte der 1930er und frühen 1940er Jahre. Offiziere wurden in der Elastolin-Produktion besonders detailliert ausgeführt, mit charakteristischen Merkmalen wie Schirmmützen, Stiefeln, Koppelschlössern und den typischen Uniformfarben der Wehrmacht. Die Marschhaltung war ein beliebtes Motiv, das sowohl die militärische Disziplin als auch die damalige Propagandaästhetik widerspiegelte.
Die Hausser-Fabrik produzierte während der NS-Zeit umfangreiche Serien von Wehrmachtsfiguren, die sowohl als Spielzeug für Kinder als auch als Sammelobjekte für Erwachsene dienten. Diese Figuren waren Teil einer breiteren Kultur der Militarisierung des Alltags, in der auch Spielzeug zur Vermittlung militärischer Werte eingesetzt wurde. Nach 1945 wurde die Produktion zunächst eingestellt, später jedoch mit modifizierten Motiven wieder aufgenommen.
Der angegebene Zustand 2 deutet auf eine sehr gut erhaltene Figur hin, bei der nur minimale Gebrauchsspuren vorhanden sind. Die Klassifizierung von Sammlerstücken folgt üblicherweise einer Skala von 1 (neuwertig) bis 6 (stark beschädigt). Zustand 2 bedeutet, dass die Bemalung weitgehend intakt ist, die Masse keine größeren Risse aufweist und die Figur ihre ursprüngliche Form bewahrt hat.
Aus militärhistorischer Perspektive dokumentieren solche Figuren die Uniformierung und Ausrüstung der Epoche. Die Offiziersuniformen der Wehrmacht folgten strengen Heeresdienstvorschriften (HDv), die Schnitt, Farbe und Abzeichen präzise regelten. Elastolin-Figuren versuchten, diese Details im Miniaturformat möglichst authentisch nachzubilden, was sie heute zu wertvollen Studienobjekten für Uniformkundler macht.
Sammler und Militärhistoriker schätzen diese Objekte heute vor allem aus dokumentarischen und kulturgeschichtlichen Gründen. Sie sind Zeugnisse einer vergangenen Spielzeugkultur und der Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Der Markt für historische Elastolin-Figuren ist seit Jahrzehnten etabliert, wobei seltene Varianten und gut erhaltene Stücke besonders begehrt sind.