Fa. Eickhorn Solingen Schutztasche für den Griff des Heeres Offiziersäbel

Schutztasche aus hellem Tuch zum Schutz des Säbelgriffes. Mit Aufdruck "Original Eickhorn Solingen", unter der Klappe "D.R.G.M." und "Beachten Sie das "Eichhörnchen" auf der Klinge". Die Taschenklappe mit weißem Druckknopf. Leichte Gebrauchsspuren, Zustand 2.
Die Tasche kam zusammen mit einem Eickhorn Säbel Modell "Wrangel" (Artikel 488262) direkt aus einem Privathaushalt. Die Schutztaschen von Eickhorn wurden nur für eine kurze Zeit mitgeliefert und sind extrem selten. Der Markt it leider überflutet von den bekannten Fälschungen, dies ist eine der ganz wenigen Originale.
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€ 1.500,00

Fa. Eickhorn Solingen Schutztasche für den Griff des Heeres Offiziersäbel

Die vorliegende Schutztasche für den Griff des Heeresoffiziersäbels der Firma Eickhorn Solingen repräsentiert ein äußerst seltenes Zubehörteil aus der deutschen Militärgeschichte der Zwischenkriegszeit und des Zweiten Weltkriegs. Diese unscheinbare, aber bedeutsame Ergänzung zum Offiziersäbel zeugt von der Sorgfalt und dem Qualitätsbewusstsein, mit der deutsche Offiziere ihre Ausrüstung pflegten.

Die Firma Eickhorn wurde 1865 in Solingen gegründet und entwickelte sich schnell zu einem der führenden Hersteller von Blankwaffen in Deutschland. Der Firmengründer Carl Eickhorn etablierte das Eichhörnchen als Firmenzeichen, das auf den Klingen als Qualitätsmerkmal angebracht wurde. Während der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und besonders während des Dritten Reiches gehörte Eickhorn zu den bevorzugten Lieferanten militärischer Blankwaffen für die Wehrmacht.

Der Heeresoffiziersäbel, für den diese Schutztasche konzipiert wurde, war ein wesentlicher Bestandteil der Offiziersuniform. Nach der Neuordnung der Reichswehr in den 1920er Jahren und später der Wehrmacht wurden verschiedene Säbelmodelle eingeführt. Das erwähnte Modell “Wrangel” bezieht sich auf eine spezielle Griffvariante, die nach dem russischen General Peter von Wrangel benannt wurde. Diese Säbel zeichneten sich durch ihre hochwertige Verarbeitung und kunstvolle Gestaltung aus.

Die Schutztasche selbst besteht aus hellem Tuch und diente dem praktischen Zweck, den verzierten Griff des Säbels vor Beschädigungen, Oxidation und Verschmutzung zu schützen. Der Aufdruck “Original Eickhorn Solingen” auf der Außenseite sowie die Markierung “D.R.G.M.” (Deutsches Reichsgebrauchsmuster) unter der Klappe belegen die authentische Herkunft und den geschützten Status dieses Zubehörs. Besonders bemerkenswert ist der Hinweis “Beachten Sie das Eichhörnchen auf der Klinge”, der Käufer auf das Qualitätsmerkmal der Firma aufmerksam machte und gleichzeitig vor Fälschungen warnte.

Die Seltenheit dieser Schutztaschen erklärt sich durch mehrere Faktoren: Erstens wurden sie nur für einen begrenzten Zeitraum den Säbeln beigelegt, vermutlich hauptsächlich in den späten 1930er und frühen 1940er Jahren. Zweitens waren sie als Verbrauchsartikel konzipiert und wurden oft weggeworfen, sobald der Säbel in Gebrauch genommen wurde. Drittens überlebten viele dieser textilen Objekte die Wirren des Krieges und der Nachkriegszeit nicht, während die metallenen Säbel selbst eine höhere Überlebenschance hatten.

Das D.R.G.M.-Siegel (Deutsches Reichsgebrauchsmuster) war ein Schutzrecht, das zwischen 1891 und 1945 in Deutschland vergeben wurde. Es bot einen schnelleren und kostengünstigeren Schutz als ein Patent, galt aber nur für kürzere Zeit. Die Tatsache, dass Eickhorn diesen Schutz für ihre Schutztaschen beantragte, unterstreicht die kommerzielle Bedeutung dieses Zubehörs und das Bestreben der Firma, ihre Innovationen zu schützen.

Der weiße Druckknopf an der Taschenklappe war eine praktische Lösung, um die Tasche sicher geschlossen zu halten und gleichzeitig einen schnellen Zugriff auf den Säbel zu ermöglichen. Diese Details zeigen die durchdachte Konstruktion des Objekts.

Im Kontext der Militaria-Sammlerszene sind diese Schutztaschen heute extrem begehrt, gerade wegen ihrer Seltenheit. Leider hat dies zu einer Welle von Fälschungen geführt, die den Markt überschwemmen. Originale lassen sich durch verschiedene Merkmale identifizieren: die Qualität des Tuches, die Druckqualität der Aufschriften, die Art des Druckknopfes und natürlich die Provenienz. Exemplare, die direkt aus Privathaushalten stammen und zusammen mit den zugehörigen Säbeln aufbewahrt wurden, haben die höchste Authentizitätschance.

Die historische Bedeutung solcher Zubehörteile geht über ihren materiellen Wert hinaus. Sie dokumentieren die Alltagskultur des Militärs, die Sorge um die Erhaltung der Ausrüstung und die Marketingstrategien deutscher Waffenhersteller in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie sind Zeitzeugen einer Epoche, in der traditionelle Blankwaffen noch zum zeremoniellen und repräsentativen Teil der Offiziersausrüstung gehörten, auch wenn ihre praktische militärische Bedeutung bereits stark abgenommen hatte.