Fördernde Mitglieder der SS ( FMSS ) - Mitgliedsabzeichen
Das Abzeichen der Fördernden Mitglieder der SS (FM-SS) stellt ein bedeutendes historisches Artefakt aus der Zeit des Nationalsozialismus dar. Diese spezielle Mitgliedsnadel wurde an Personen verliehen, die zwar nicht der SS als Vollmitglieder angehörten, aber die Organisation finanziell unterstützten.
Die Institution der Fördernden Mitgliedschaft wurde im Oktober 1931 offiziell eingeführt, als die SS unter der Führung von Heinrich Himmler nach Wegen suchte, ihre finanzielle Basis zu erweitern. Die wirtschaftliche Situation der NSDAP und ihrer Gliederungen war zu dieser Zeit angespannt, und man benötigte zusätzliche Einnahmequellen. Fördernde Mitglieder verpflichteten sich zu regelmäßigen monatlichen Beiträgen, die je nach Einkommensverhältnissen gestaffelt waren, jedoch mindestens eine Reichsmark betrugen.
Das vorliegende Exemplar wurde von der renommierten Münchner Firma Deschler & Sohn hergestellt, einem der bekanntesten Hersteller von NS-Abzeichen und Auszeichnungen. Die Firma, deren vollständige Bezeichnung auf dem Abzeichen als "Deschler, Mchn. 9. GES.GESCH." erscheint, hatte ihren Sitz in der Türkenstraße 9 in München. Das Kürzel "GES.GESCH." steht für "gesetzlich geschützt" und weist auf die eingetragene Schutzmarke hin. Deschler war einer der Hauptlieferanten für offizielle NS-Abzeichen und produzierte unter anderem auch Parteiabzeichen und Ehrenzeichen.
Das Design des FM-SS-Abzeichens zeigt das charakteristische SS-Runenzeichen in einem ovalen Eichenkranz. Die Gestaltung folgte strengen Vorgaben der SS-Führung und sollte die Verbundenheit der fördernden Mitglieder mit der Organisation symbolisieren. Das Abzeichen wurde an einer langen Nadel getragen, typischerweise am Revers der Zivilkleidung. Die Mitgliedsnummer C 34165 auf der Rückseite identifizierte den jeweiligen Träger eindeutig und wurde in den zentralen Karteiakten der SS-Verwaltung erfasst.
Die Nummerierung mit vorangestelltem Buchstaben folgte einem System, das nach Beitrittszeitpunkt und regionaler Zuordnung organisiert war. Die laufende Nummer gibt Aufschluss darüber, dass es sich um ein Mitglied handelt, das in der mittleren Phase der FM-SS-Mitgliederentwicklung beitrat, vermutlich in den mittleren bis späten 1930er Jahren.
Die Bedeutung der Fördernden Mitgliedschaft ging über die rein finanzielle Unterstützung hinaus. Für viele Geschäftsleute, Industrielle und Angehörige des Bürgertums bot die FM-SS eine Möglichkeit, ihre Loyalität zum Regime zu demonstrieren, ohne sich den strengen Aufnahmebedingungen und Verpflichtungen der regulären SS-Mitgliedschaft unterwerfen zu müssen. Gleichzeitig verschaffte die Mitgliedschaft gewisse Vorteile in geschäftlichen Angelegenheiten und bot einen gewissen Schutz in der zunehmend totalitären Gesellschaft.
Bis zum Jahr 1944 zählte die Organisation der Fördernden Mitglieder über eine Million Mitglieder, was die erhebliche finanzielle Bedeutung für die SS verdeutlicht. Die Beiträge flossen in verschiedene SS-Projekte, darunter die Erweiterung des SS-Apparats, soziale Einrichtungen für SS-Angehörige und später auch in die wirtschaftlichen Unternehmungen der SS.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Fördernden Mitglieder in den Entnazifizierungsverfahren der Alliierten unterschiedlich behandelt. Während einige lediglich als Mitläufer eingestuft wurden, mussten andere, insbesondere wenn sie prominente Positionen innehatten oder erhebliche Summen gespendet hatten, mit härteren Sanktionen rechnen. Die Mitgliedschaft galt als belastend, wenngleich nicht im selben Maße wie die aktive SS-Zugehörigkeit.
Aus sammlungshistorischer Perspektive sind FM-SS-Abzeichen heute wichtige Dokumente zur Erforschung der Finanzierung und gesellschaftlichen Verankerung der SS. Sie bezeugen die breite Unterstützung, die die Organisation in Teilen der deutschen Gesellschaft fand. Das vorliegende Exemplar mit seiner klaren Herstellermarkierung und dokumentierten Mitgliedsnummer ist ein authentisches Zeugnis dieser dunklen Epoche der deutschen Geschichte.
Die Erhaltung solcher Objekte in musealen und wissenschaftlichen Sammlungen dient der historischen Bildung und Forschung. Sie ermöglichen es, die Mechanismen der nationalsozialistischen Herrschaft und die Verstrickung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen in das NS-System nachzuvollziehen und zu dokumentieren.