Grosse nicht tragbare Medaille "Für langjährige hervorragende Leistungen bei der Erzeugung von Qualitätsmilch"

avers "Benno Martiny 1836 - 1923", Messing, Durchmesser 83 mm, Zustand 2 .
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40,00

Grosse nicht tragbare Medaille "Für langjährige hervorragende Leistungen bei der Erzeugung von Qualitätsmilch"

Die vorliegende große, nicht tragbare Medaille mit einem Durchmesser von 83 mm aus Messing stellt ein faszinierendes Zeugnis der DDR-Auszeichnungspraxis im landwirtschaftlichen Sektor dar. Sie trägt den Titel “Für langjährige hervorragende Leistungen bei der Erzeugung von Qualitätsmilch” und zeigt auf der Vorderseite die Inschrift “Benno Martiny 1836-1923”, was auf eine Ehrung zu Ehren dieses bedeutenden Agrarwissenschaftlers hinweist.

Benno Martiny war ein deutscher Agrikulturchemiker und Pionier der wissenschaftlichen Milchwirtschaft. Seine Forschungen und praktischen Arbeiten trugen wesentlich zur Verbesserung der Milchqualität und Milchproduktion im deutschen Raum bei. Martiny entwickelte Methoden zur Milchuntersuchung und setzte sich für hygienische Standards in der Milchwirtschaft ein. Die Verwendung seines Namens auf dieser Medaille unterstreicht die wissenschaftlich-technische Tradition, auf die sich die DDR-Landwirtschaft berief.

In der Deutschen Demokratischen Republik spielte die Milchwirtschaft eine zentrale Rolle im sozialistischen Wirtschaftssystem. Die Produktion von Qualitätsmilch war nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine politische Aufgabe. Die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) und Volkseigenen Güter (VEG) waren die Hauptproduzenten, und die Steigerung von Produktion und Qualität stand im Mittelpunkt der agrarpolitischen Zielsetzungen.

Das umfangreiche Auszeichnungssystem der DDR umfasste neben tragbaren Orden und Ehrenzeichen auch sogenannte Ehrenmedaillen und Plaketten, die oft in größerem Format als Tisch- oder Wandmedaillen konzipiert waren. Diese nicht tragbaren Auszeichnungen wurden typischerweise bei Jubiläen, besonderen Leistungen oder zu Ehren verdienter Persönlichkeiten verliehen. Sie dienten der öffentlichen Anerkennung und wurden häufig in Betrieben, Verwaltungen oder privaten Räumlichkeiten ausgestellt.

Die Herstellung in Messing war für solche Medaillen typisch. Dieses Material bot eine kostengünstige Alternative zu Bronze oder Edelmetallen, ließ sich gut prägen und verlieh den Stücken dennoch einen würdigen Charakter. Die Größe von 83 mm entspricht dem Format repräsentativer Ehrenmedaillen, die deutlich über den Maßen tragbarer Auszeichnungen lagen.

Im Kontext der DDR-Landwirtschaft existierten verschiedene Auszeichnungen für besondere Leistungen. Dazu gehörten unter anderem die “Medaille für ausgezeichnete Leistungen in der Landwirtschaft”, das “Banner der Arbeit” sowie verschiedene Ehrentitel wie “Aktivist” oder “Held der Arbeit”. Die Qualitätsmilchproduktion war dabei ein besonders wichtiger Bereich, da Milch und Milchprodukte zur Grundversorgung der Bevölkerung gehörten.

Die Bezugnahme auf historische Persönlichkeiten wie Benno Martiny war in der DDR durchaus üblich. Man versuchte damit, eine Kontinuität wissenschaftlicher und technischer Traditionen herzustellen und gleichzeitig die eigenen Leistungen in einen größeren historischen Kontext einzuordnen. Dies entsprach der sozialistischen Geschichtsauffassung, die progressive Entwicklungslinien in der Geschichte betonte.

Solche Medaillen wurden oft von speziellen Betrieben oder Institutionen in Auftrag gegeben. Sie konnten anlässlich von Betriebsjubiläen, Produktionserfolgen oder als Auszeichnung für verdiente Mitarbeiter verliehen werden. Die relativ aufwendige Gestaltung und Größe deutet auf eine bedeutende Ehrung hin.

Aus numismatischer und militärhistorischer Sicht sind solche nicht tragbaren Medaillen interessante Sammelobjekte, da sie Einblick in die Alltagskultur und das Auszeichnungswesen eines untergegangenen Staates geben. Sie dokumentieren die Wertesysteme und Prioritäten der DDR-Gesellschaft, in der Arbeitsleistung und Produktionserfüllung zentrale Bedeutung hatten.

Der angegebene Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Medaille hin, die möglicherweise geringfügige Gebrauchsspuren aufweist, aber insgesamt in sehr gutem Zustand ist. Dies ist für Sammler von besonderer Bedeutung, da die Erhaltung wesentlich den Wert und die Aussagekraft solcher historischen Objekte bestimmt.