Kaiserliche Marine 1. Weltkrieg: Ehrenpreis für Marineflieger

um 1918. Plastische Bronzedarstellung der beiden kämpfenden Adler, wie auch auf dem Ehrenbecher abgebildet. Die 2-teilige Bronze ist montiert auf einem schwarzen 8-eckigen Holzsockel, auf der Vorderseite mit Widmungsplakette "Dem Sieger im Luftkampf 26. Juli 1918 Flg. Leutnant Becker".
Gesamthöhe ca. 24,7 cm. Nur leichte Altersspuren mit schöner Patina, Zustand 2. Extrem selten.
Dieses Stück ist abgebildet im Fachbuch von Thomas Wittmann "Exploring the Dress Daggers of the German Navy" auf Seite 452.

Mit dem Tagesbefehl vom 3. Januar 1917 wurde der Ehrenpreis der Marineflieger gestiftet. Bis Kriegsende wurde von den deutschen Marinefliegern ca. 270 Flugzeuge abgeschossen, darüber hinaus 2 Luftschiffe, 1 Zerstörer 3 U-Boote, 4 Schnellboote und noch weitere Fahrzeuge. Die tatsächliche Zahl der verliehenen Ehrenpreise lag aber mit Sicherheit deutlich unter 100 Stück aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel. 

Hermann Becker, geb 8. August 1893, trat am 1. April 1912 in die kaiserliche Marine ein. Er absolvierte seine Grundausbildung an Bord des Großen Kreuzers SMS "Victoria Louise" und wurde anschließend auf die Marineschule Mürwik kommandiert, wo er am 12. April 1913 zum Fähnrich zur See befördert wurde. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Hermann Becker am 5. August 1914 Offizier-Diensttuender an Bord des Linienschiffs SMS "Kaiser Wilhelm II". Ab Februar 1915 absolvierte er eine Ausbildung zum Flugzeugführer bei der Seefliegerstation Norderney. Am 22. März 1915 zum Leutnant zur See befördert, wurde er nach Abschluss seiner Ausbildung als Flugzeugführer bei den Seefliegerstationen Norderney, Borkum und List eingesetzt. Ab Dezember 1916 war er Torpedo- und Kampfflieger bei der Seefliegerstation Zeebrügge. Aus der britischen Gefangenschaft wurde er nach Kriegsende entlassen. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland schloss er sich einem Freiwilligenverband an. Am 17. November 1919 zum Oberleutnant befördert, wurde Hermann Becker am 9. September 1920 aus dem Militärdienst entlassen. Zwischen dem 1. Januar 1925 bis zum 31. Dezember 1933 war er als Lehrer und Schulleiter der Deutschen Verkehrsfliegerschule in Warnemünde. Am 1. Januar 1934 trat er in die Luftwaffe ein und wurde Kommandeur der Flugzeugführerschule Warnemünde. Am 1. August 1934 wurde er dann Kommandeur des Luftkreis-Flugparks See in Kiel-Holtenau und am 1. November 1934 zum Major befördert. Gleichzeitig mit der Beförderung wurde er zum Kommandeur der Fliegergruppe Kiel und zum Fliegerhorst-Kommandanten Kiel ernannt. Am 1. Dezember 1935 zum Oberstleutnant befördert, wurde Becker am 1. März 1936 Kommandeur der Flugzeugführer-Schule See in Püttnitz und zugleich Seefliegerhorst-Kommandant Püttnitz. Am 1. März 1938 folgte die Beförderung zum Oberst und einen Monat später die Ernennung zum Kommandant der Luftdienstverbände See. Ab dem 18. Dezember 1939 diente Hermann Becker als Inspizient der Luftdienstverbände im Reichsluftfahrtministerium. Am 1. November 1940 wurde er zum Generalmajor und am 1. November 1942 zum Generalleutnant befördert. Am 1. Oktober 1943 wurde er in die Führerreserve versetzt. Am 7. August 1944 wurde er verhaftet und vor ein Kriegsgericht gestellt. Am 1. Dezember 1944 wurde er dann wegen Wehrkraftzersetzung und Verleitung zum Meineid in zwei Fällen zum Tode verurteilt. Gleichzeitig wurden ihm die Wehrwürdigkeit und die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit entzogen. Am 6. Februar 1945 wurde er im Wehrmachtsgefängnis Torgau standrechtlich erschossen.

Die Ehrenpreise für Flugzeugführer der Kaiserliche Marine sind extrem selten, in über 30 Jahren ist dies erst das 5. Stück, welches wir anbieten können. Preis auf Anfrage.
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Kaiserliche Marine 1. Weltkrieg: Ehrenpreis für Marineflieger

Der Ehrenpreis der Marineflieger, auch als Ehrenpreis für Vernichtung eines feindlichen Flugzeugs bekannt, stellt eine der seltensten militärischen Auszeichnungen des Ersten Weltkriegs dar. Durch den Tagesbefehl vom 3. Januar 1917 von der Kaiserlichen Marine gestiftet, verkörperte diese Trophäe die Anerkennung außergewöhnlicher Kampfleistungen der deutschen Marineflieger in einem noch jungen Kriegsschauplatz.

Die Kaiserliche Marine unterhielt während des Ersten Weltkriegs ihre eigene, von der Fliegertruppe des Heeres unabhängige Luftwaffe. Die Marine-Fliegerabteilung führte Aufklärungs-, Patrouillier- und Kampfeinsätze über der Nordsee, der Ostsee und an der Flandern-Küste durch. Mit einem Budget von 8,5 Millionen Mark im Jahr 1914 expandierte diese Truppe während des Krieges erheblich. Seefliegerstation wie Zeebrügge, Norderney, Borkum, List und weitere bildeten das operative Rückgrat dieser maritimen Luftstreitkräfte.

Der Ehrenpreis unterschied sich grundlegend vom Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf des Heeres. Während die Heeresflieger einen silbernen Becher erhielten, schuf die Marine eine nicht tragbare Bronzetrophäe. Die physische Form bestand aus einer zweitteiligen Bronzeskulptur, die zwei kämpfende Adler im Luftkampf darstellte, montiert auf einem achteckigen schwarzen Holzsockel. Eine eingravierte Widmungsplakette auf der Vorderseite identifizierte den Empfänger und die spezifische Leistung. Die Gesamthöhe betrug etwa 24,7 Zentimeter. Das Adlermotiv entsprach dem Design, das auch auf dem Ehrenbecher der Heeresflieger abgebildet war.

Die Verleihungskriterien waren klar definiert: Der Ehrenpreis wurde an Marineflieger verliehen, die entweder ein feindliches Flugzeug abschossen, ein feindliches Flugzeug so schwer beschädigten, dass es gefangen genommen wurde, oder ein feindliches Kriegsschiff versenkten beziehungsweise so beschädigten, dass es aufgegeben oder erbeutet wurde. Auch die Vernichtung von Handelsschiffen konnte zur Verleihung führen. Die Auszeichnung wurde typischerweise für den ersten Luftkampfsieg verliehen.

Bis Kriegsende erreichten die deutschen Marineflieger beachtliche Erfolge: Etwa 270 feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, dazu zwei Luftschiffe, ein Zerstörer, drei U-Boote, vier Schnellboote und weitere Fahrzeuge. Trotz dieser Leistungen blieb die tatsächliche Anzahl der verliehenen Ehrenpreise deutlich geringer als die Zahl der militärischen Erfolge. Die verschiedenen Quellen divergieren erheblich bezüglich der exakten Produktionszahlen, was wahrscheinlich die Diskrepanz zwischen genehmigten und tatsächlich hergestellten Trophäen aufgrund kriegsbedingter Ressourcenknappheit widerspiegelt. Die Wahl von Bronze statt Silber dürfte ebenfalls den kriegsbedingten Metallknappheiten geschuldet gewesen sein.

Das vorliegende Exemplar wurde Flugzeugleutnant Hermann Becker für seinen Sieg im Luftkampf am 26. Juli 1918 verliehen. Becker, geboren am 8. August 1893, trat am 1. April 1912 in die Kaiserliche Marine ein. Nach seiner Grundausbildung an Bord des Großen Kreuzers SMS Victoria Louise und der Beförderung zum Fähnrich zur See am 12. April 1913 an der Marineschule Mürwik diente er zu Kriegsbeginn als Offizier-Diensttuender auf dem Linienschiff SMS Kaiser Wilhelm II. Ab Februar 1915 absolvierte er seine Ausbildung zum Flugzeugführer bei der Seefliegerstation Norderney. Nach seiner Beförderung zum Leutnant zur See am 22. März 1915 diente er als Flugzeugführer bei den Stationen Norderney, Borkum und List. Ab Dezember 1916 war er als Torpedo- und Kampfflieger bei der Seefliegerstation Zeebrügge stationiert.

Nach dem Krieg setzte Becker seine militärische und fliegerische Karriere fort. Aus britischer Gefangenschaft entlassen, wurde er am 17. November 1919 zum Oberleutnant befördert und am 9. September 1920 aus dem Militärdienst entlassen. Zwischen 1925 und 1933 lehrte er als Lehrer und Schulleiter an der Deutschen Verkehrsfliegerschule in Warnemünde. Am 1. Januar 1934 trat er in die neu gegründete Luftwaffe ein und durchlief verschiedene Kommandos, wobei er bis zum Generalleutnant am 1. November 1942 aufstieg. Seine Karriere endete tragisch: Am 7. August 1944 verhaftet, wurde er am 1. Dezember 1944 wegen Wehrkraftzersetzung und Verleitung zum Meineid zum Tode verurteilt und am 6. Februar 1945 im Wehrmachtsgefängnis Torgau standrechtlich erschossen.

Die Produktion des Ehrenpreises endete mit dem Kriegsende im November 1918. Die Kaiserliche Marine wurde nach Deutschlands Niederlage aufgelöst, die Hochseeflotte versenkte sich selbst in Scapa Flow am 21. Juni 1919, und die Marinefliegerei wurde durch die Bestimmungen des Versailler Vertrags verboten. Diese Ehrenpreise wurden zu historischen Artefakten von außerordentlicher Seltenheit. Das Konzept wurde später von der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg als Ehrenpokal der Luftwaffe adaptiert, der am 27. Februar 1940 gestiftet wurde, allerdings in Becherform. Überlebende Exemplare sind extrem rar, und dieses spezifische Exemplar ist in Thomas Wittmanns Referenzwerk “Exploring the Dress Daggers of the German Navy” auf Seite 452 dokumentiert.

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