NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Pötschenpass "
Die NSKK-Pötschenpass-Plakette ist ein faszinierendes Zeugnis der motorsportlichen Aktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) während der NS-Zeit. Diese nichttragbare Teilnehmerplakette aus Buntmetall, farbig lackiert und mit den Maßen 40 x 52 mm, dokumentiert die Teilnahme an einer der bekanntesten Motorsportveranstaltungen jener Ära.
Das NSKK wurde 1931 als Unterorganisation der SA gegründet und erhielt 1934 den Status einer eigenständigen Gliederung der NSDAP. Unter der Führung von Adolf Hühnlein, der von 1934 bis zu seinem Tod 1942 als Korpsführer amtierte, entwickelte sich das NSKK zu einer Organisation mit über 500.000 Mitgliedern. Ihre Hauptaufgaben umfassten die kraftfahrtechnische Ausbildung, die Förderung des Motorsports und die Vorbereitung auf die militärische Motorisierung.
Der Pötschenpass war eine bedeutende Motorsportveranstaltung in der Steiermark, Österreich. Diese anspruchsvolle Bergprüfungsfahrt führte über den gleichnamigen Pass und stellte hohe Anforderungen an Fahrer und Fahrzeuge. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde die Veranstaltung in das Programm des NSKK integriert und erhielt als Teil des Gaus Steiermark besondere Bedeutung im Rahmen der nationalsozialistischen Kraftfahrsportveranstaltungen.
Solche Teilnehmerplaketten wurden bei verschiedenen NSKK-Motorsportveranstaltungen ausgegeben, darunter Zuverlässigkeitsfahrten, Orientierungsfahrten, Geländeprüfungen und Bergrennen. Sie dienten als Erinnerungsstücke und Nachweise der Teilnahme, waren jedoch im Gegensatz zu offiziellen Auszeichnungen oder Ehrenzeichen nicht für das Tragen an der Uniform bestimmt. Die Bezeichnung “nichttragbar” unterscheidet sie klar von den regulären NSKK-Abzeichen und Auszeichnungen, die nach strengen Vorschriften getragen werden durften.
Die technische Ausführung dieser Plaketten folgte typischen Herstellungsverfahren der Zeit. Das verwendete Buntmetall, meist eine Zinklegierung, wurde geprägt und anschließend farbig lackiert. Die vier Bohrungen an den Ecken dienten der Befestigung, vermutlich zum Anbringen an Tafeln, in Alben oder an anderen Erinnerungsstücken. Die relativ kompakte Größe und die farbige Gestaltung machten diese Plaketten zu attraktiven Sammelobjekten für die Teilnehmer.
Die Motorsportveranstaltungen des NSKK hatten mehrere Funktionen im nationalsozialistischen System. Sie dienten einerseits der Popularisierung der Motorisierung in Deutschland und den angeschlossenen Gebieten, andererseits der Schulung von Fahrern und der Erprobung von Fahrzeugtechnik für militärische Zwecke. Die Veranstaltungen wurden als “wehrgeistige Ertüchtigung” propagiert und trugen zur Vorbereitung auf den kommenden Krieg bei.
Nach 1945 wurde das NSKK als Teil der NSDAP von den Alliierten verboten und als verbrecherische Organisation eingestuft. Objekte wie diese Teilnehmerplakette sind heute historische Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte. Sie werden in Museen, Archiven und privaten Sammlungen aufbewahrt und dienen der geschichtswissenschaftlichen Forschung und der Erinnerungskultur.
Die Erhaltung solcher Objekte ist aus historischer Sicht wichtig, da sie authentische Einblicke in die Alltagskultur und die Organisationsstruktur des NS-Regimes bieten. Die farbige Lackierung und der allgemeine Erhaltungszustand ermöglichen es, die ursprüngliche Gestaltung und die handwerkliche Qualität nachzuvollziehen. Zustandsangaben wie “Zustand 2” beziehen sich auf etablierte Sammlerbewertungssysteme, wobei solche Plaketten aufgrund ihres Alters und ihrer Materialzusammensetzung anfällig für Korrosion und Lackschäden sind.