Preußen Extraseitengewehr .

Das Gefäß ähnlich dem eines M98/05, die Klinge und die Scheide aber kurz wie vom M84/98, schwarz lackierte Stahlscheide, gebraucht, etwas Flugrost am Gefäß, sonst aber gut erhalten. Zustand 2-

Ein solches Stück wird auf Seite 244 im Buch "Dienstwaffen der deutschen Polizei und Gendarmerie" gezeigt.








524465
250,00

Preußen Extraseitengewehr .

Das vorliegende Extraseitengewehr repräsentiert eine faszinierende Hybridkonfiguration in der Geschichte der preußischen und deutschen Blankwaffen. Diese besondere Ausführung vereint das Gefäß des M98/05-Musters mit der kürzeren Klinge und Scheide des M84/98-Typs und stellt damit eine ungewöhnliche Variante dar, die in der Fachliteratur über deutsche Polizei- und Gendarmeriewaffen dokumentiert ist.

Der Begriff Extraseitengewehr bezeichnet ein privat beschafftes Parade- oder Ausgehseitengewehr, das sich von den standardmäßigen Dienstbajonetten durch eine höhere Verarbeitungsqualität unterschied. Während viele dieser Stücke vernickelt waren, handelt es sich bei diesem Exemplar offenbar um eine brünierte Variante mit schwarz lackierter Stahlscheide, was möglicherweise auf eine Verwendung im Polizei- oder Gendarmeriedienst hindeutet.

Das Seitengewehr 98/05 wurde am 9. November 1905 in Preußen, Sachsen und Württemberg eingeführt, während Bayern die Einführung Anfang 1906 vollzog. Diese Einführung erfolgte, um das übermäßig lange S98-Bajonett zu ersetzen. Das M84/98-Muster leitete sich vom Messerbajonett M1871/84 ab, das für das Gewehr 98 modifiziert worden war. Während des Ersten Weltkrieges, insbesondere ab 1915, wurden kürzere Bajonette für den Grabenkrieg bevorzugt.

In der Weimarer Republik (1918-1933) erhielten die Polizeikräfte verschiedene Bajonetttypen als Autoritätssymbole. Viele Bajonette aus der Zeit des Ersten Weltkrieges wurden für den Polizeieinsatz modifiziert und verkürzt. Die hier beschriebene Hybridkonfiguration scheint entweder eine spezialisierte Produktionsvariante oder das Ergebnis eines Modifikationsprogramms darzustellen.

Die Produktion von Extraseitengewehren wurde von verschiedenen Solinger Herstellern wie Weyersberg Kirschbaum & Cie und Carl Eickhorn als privat zu erwerbende Artikel durchgeführt. Diese Hybridkonfiguration scheint eine spezialisierte Variante zu sein, möglicherweise für den Polizei- oder Gendarmerieeinsatz während der Weimarer Republik oder der früheren Kaiserzeit bestimmt.

Extraseitengewehre wurden privat von Mannschaften und Unteroffizieren erworben, um sie zum Ausgehanzug, bei Paraden und bei dienstfreien Anlässen zu tragen. Sie waren nicht für den Kampfeinsatz vorgesehen, sondern dienten als Autoritätssymbole. Diese Hybridvariante scheint von Polizei- oder Gendarmeriekräften verwendet worden zu sein, möglicherweise während der Weimarer Republik, als verschiedene verkürzte Bajonettkonfigurationen für den Polizeieinsatz übernommen wurden.

Während der NS-Zeit wurden 1936 die deutschen Polizeikräfte unter zentralisierter Kontrolle reorganisiert, und viele Polizeibajonette aus der Weimarer Ära wurden weiter modifiziert oder durch neue Muster ersetzt. Viele verkürzte Polizeibajonette aus der Weimarer Zeit ließen ihre Klingen auf 13 Zoll schleifen, die Griffe kürzen und Embleme während der Polizeireorganisation von 1936 ersetzen. Extraseitengewehre, die privates Eigentum blieben, überlebten eher in ihrer ursprünglichen Konfiguration als Dienstwaffen, die in militärische Umbauprogramme eingingen.

Das beschriebene Stück verfügt über eine Stahlklinge mit Beschlägen, Griffschalen aus Holz oder Bakelit und eine schwarz lackierte Stahlscheide. Die kurze Klingenkonfiguration im M84/98-Stil weist eine Klingenlänge von etwa 252 mm und eine Gesamtlänge von etwa 385 mm auf. Das vorliegende Exemplar wird als mit etwas Flugrost am Gefäß, aber ansonsten gut erhalten beschrieben, was für ein über hundert Jahre altes Stück eine bemerkenswerte Erhaltung darstellt.