U-Bootkriegsabzeichen 1918

hohlgeprägt und vergoldet, rückseitig dünne Quernadel, privat beschafftes Stück aus den 20-er Jahren. Dazu 2 Fotos eines Offiziers der Polizei in Range eines Majors. Rückseitig Notiz "Flensburg 16.10.38 zur lieben Erinnerung, Adolf"
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650,00

U-Bootkriegsabzeichen 1918

Das U-Bootkriegsabzeichen 1918 stellt eine bedeutende militärische Auszeichnung aus der Endphase des Ersten Weltkriegs dar. Dieses Abzeichen wurde am 1. Februar 1918 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet und sollte die besonderen Leistungen und Gefahren der U-Boot-Besatzungen während des intensiven Seekrieges würdigen.

Die offizielle Stiftung erfolgte in einer Zeit, als der U-Boot-Krieg für das Deutsche Kaiserreich von entscheidender strategischer Bedeutung war. Das Abzeichen konnte von allen Angehörigen der Kaiserlichen Marine verliehen werden, die auf U-Booten Dienst taten, unabhängig von ihrem Dienstgrad. Die Verleihungsbestimmungen sahen vor, dass der Träger entweder an mindestens einer Feindfahrt teilgenommen oder durch besondere Leistungen im U-Boot-Dienst hervorgetreten sein musste.

Das hier vorliegende Exemplar ist besonders interessant, da es sich um ein hohlgeprägtes und vergoldetes Stück handelt, das als privat beschafftes Exemplar aus den 1920er Jahren identifiziert wurde. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Auflösung der Kaiserlichen Marine 1918 wurden solche Auszeichnungen häufig von privaten Herstellern angefertigt, da viele Veteranen ihre Abzeichen verloren hatten oder Ersatzstücke wünschten. Diese privaten Fertigung waren in der Weimarer Republik völlig legal und wurden von zahlreichen Juwelieren und Ordensfabriken angeboten.

Die dünne Quernadel auf der Rückseite ist typisch für private Nachfertigungen der 1920er Jahre. Die offiziellen Stücke von 1918 wiesen meist eine andere Nadelkonstruktion auf. Die Vergoldung deutet darauf hin, dass es sich um eine höherwertige Privatanfertigung handelte, möglicherweise für einen Offizier bestimmt.

Besonders aufschlussreich sind die beigefügten Fotografien, die einen Offizier der Polizei im Rang eines Majors zeigen. Dies ist ein typisches Beispiel für die Karrierewege ehemaliger Marineoffiziere in der Weimarer Republik und im frühen Dritten Reich. Viele Offiziere der aufgelösten Kaiserlichen Marine fanden nach 1918 neue Beschäftigungen in verschiedenen Polizeieinheiten, insbesondere in der Landespolizei und später in der kaserniert organisierten Polizei.

Die rückseitige Notiz “Flensburg 16.10.38 zur lieben Erinnerung, Adolf” liefert einen konkreten zeitlichen und geografischen Bezugspunkt. Flensburg war und ist eine bedeutende Stadt im hohen Norden Deutschlands mit starker maritimer Tradition. Im Oktober 1938 befand sich Deutschland bereits in der Vorkriegsphase, und die Marine wurde massiv ausgebaut. Die persönliche Widmung deutet auf eine private Weitergabe oder Schenkung des Abzeichens hin, möglicherweise von einem Veteranen des Ersten Weltkriegs an einen Verwandten oder Kameraden.

Das Jahr 1938 war von besonderer Bedeutung für die deutsche Marine. Die Kriegsmarine unter Großadmiral Erich Raeder befand sich im Aufbau, und es gab ein erneutes Interesse an der U-Boot-Waffe. In diesem Kontext gewannen die Auszeichnungen und Traditionen des Ersten Weltkriegs wieder an Bedeutung. Viele U-Boot-Veteranen von 1914-1918 wurden als Ausbilder oder in beratenden Funktionen herangezogen.

Das U-Bootkriegsabzeichen 1918 selbst zeigt typischerweise ein U-Boot in Frontansicht, umgeben von einem ovalen Eichenlaubkranz. Das Design sollte die technische Modernität und die Tapferkeit der U-Boot-Fahrer symbolisieren. Während des Ersten Weltkriegs wurden etwa 5.000 bis 6.000 Exemplare offiziell verliehen, wobei die genauen Zahlen aufgrund der Kriegswirren und des Verlusts vieler Unterlagen nicht mehr exakt feststellbar sind.

Die Verbindung zwischen einem U-Boot-Veteranen und einem Polizeioffizier im Jahr 1938 spiegelt die komplexen biografischen Verläufe jener Generation wider, die sowohl das Kaiserreich als auch die Weimarer Republik erlebt und den Übergang ins Dritte Reich vollzogen hatte. Solche persönlichen Erinnerungsstücke wurden oft innerhalb von Familien oder Kameradschaftskreisen weitergegeben und besaßen einen hohen emotionalen und symbolischen Wert.

Heute sind solche privat beschafften Exemplare aus den 1920er Jahren für Sammler und Historiker von großem Interesse, da sie nicht nur die offizielle Auszeichnungspraxis dokumentieren, sondern auch die private Erinnerungskultur der Veteranen in der Zwischenkriegszeit widerspiegeln.