Bandspange und Miniaturkette eines Frontkämpfers 1. Weltkrieg, höheren Beamten u. Parteimitgliedes
Dazu die passende Bandspange mit Auflagen. 120 mm breit.
Diese Bandspange mit zugehöriger Miniaturkette dokumentiert eindrucksvoll die militärische und zivile Laufbahn eines deutschen Offiziers, höheren Beamten und Parteimitglieds, dessen Werdegang vom Ersten Weltkrieg bis in die Zeit des Nationalsozialismus reichte. Die neun Auszeichnungen repräsentieren verschiedene Epochen deutscher Geschichte zwischen 1914 und den späten 1930er Jahren.
Das Eiserne Kreuz 2. Klasse von 1914 bildet den Auftakt dieser bemerkenswerten Sammlung. Diese von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 1813 gestiftete und 1914 erneuerte Auszeichnung wurde für Tapferkeit vor dem Feind verliehen. Über 5 Millionen dieser Kreuze wurden während des Ersten Weltkriegs ausgegeben, was ihre weite Verbreitung unter Frontsoldaten dokumentiert.
Besonders herausragend ist der Königliche Hausorden von Hohenzollern, Ritterkreuz mit Schwertern. Diese preußische Auszeichnung war wesentlich seltener als das Eiserne Kreuz und wurde für hervorragende militärische Leistungen verliehen, insbesondere an Offiziere. Das Ritterkreuz mit Schwertern war die militärische Variante und setzte bereits das Eiserne Kreuz voraus. Die Verleihung dieses Ordens deutet auf bedeutende Kampfhandlungen und Führungsleistungen während des Ersten Weltkriegs hin.
Das Ehrenkreuz für Frontkämpfer 1914-1918, auch als Hindenburg-Kreuz bekannt, wurde durch Reichspräsident Paul von Hindenburg am 13. Juli 1934 gestiftet. Es diente der nachträglichen Ehrung aller Teilnehmer des Ersten Weltkriegs und wurde in drei Stufen verliehen: für Frontkämpfer (mit Schwertern), für Kriegsteilnehmer ohne Fronteinsatz und für Hinterbliebene. Über 6 Millionen dieser Ehrenkreuze wurden ausgegeben.
Das Kriegsverdienstkreuz 1939 markiert den Übergang zur NS-Zeit. Am 18. Oktober 1939, kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, von Adolf Hitler gestiftet, ersetzte es weitgehend frühere zivile Verdienstauszeichnungen und wurde sowohl für militärische als auch zivile Verdienste im Krieg verliehen. Die Anwesenheit dieser Auszeichnung ohne höhere Kriegsorden deutet auf eine vorwiegend administrative oder zivile Tätigkeit während des Zweiten Weltkriegs hin.
Das Olympia-Ehrenzeichen 2. Stufe ist eine besondere Rarität. Anlässlich der Olympischen Spiele 1936 in Berlin gestiftet, wurde es in zwei Klassen verliehen: Die 1. Klasse für aktive Organisatoren und die 2. Klasse für Helfer und Unterstützer der Spiele. Diese Auszeichnung verbindet Sport, Politik und die propagandistische Nutzung der Olympiade durch das NS-Regime.
Die beiden Treudienst-Ehrenzeichen für 25 und 40 Dienstjahre dokumentieren eine außergewöhnlich lange Beamtenlaufbahn. Diese am 30. Januar 1938 gestifteten Auszeichnungen wurden an Beamte, Angestellte und Arbeiter im öffentlichen Dienst verliehen. Das Ehrenzeichen für 40 Jahre war die höchste Stufe und bezeugt eine Karriere, die vermutlich um 1900 begann und bis in die 1940er Jahre reichte.
Die NSDAP-Dienstauszeichnung in Bronze für 15 Jahre wurde für langjährige Parteimitgliedschaft verliehen. Sie wurde am 19. Mai 1939 gestiftet und in vier Stufen (10, 15, 25 und 50 Jahre) ausgegeben. Die 15-Jahres-Stufe deutet auf einen Parteibeitritt um 1924 hin, also in der frühen Phase der NSDAP nach dem gescheiterten Hitler-Putsch.
Die Medaille für deutsche Volkspflege, gestiftet am 1. Mai 1939, wurde für Verdienste im Bereich der Volkswohlfahrt verliehen, insbesondere im Rahmen der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt). Diese Organisation war nach der Deutschen Arbeitsfront die größte NS-Massenorganisation.
Die Kombination dieser Auszeichnungen zeichnet das Bild eines Mannes, der als junger Offizier im Ersten Weltkrieg mit Auszeichnung kämpfte, in der Weimarer Republik seine Beamtenlaufbahn fortsetzte, sich früh der NSDAP anschloss und während des Dritten Reichs in einer gehobenen Position im öffentlichen Dienst tätig war. Die Bandspange mit einer Breite von 120 mm zeigt die korrekte Anordnung der Bänder nach den damals gültigen Tragebestimmungen, wobei die preußisch-kaiserlichen Auszeichnungen Vorrang vor den republikanischen und NS-Auszeichnungen hatten. Die zugehörige Miniaturkette wurde zu festlicher Abendgarderobe getragen und repräsentiert dieselben Auszeichnungen in verkleinerter Form.
Solche Ordensspangen sind heute wichtige historische Dokumente, die individuelle Lebensläufe und die komplexen Brüche deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert veranschaulichen.