Julius Streicher - Reichstagung in Nürnberg 1933 ( Reichsparteitag 1933 ) 

Berlin, Verlag Weller, 1933, Ganzleineneinband, Großformat, 262 Seiten, mit Abbildungen, Zustand 2.
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200,00

Julius Streicher - Reichstagung in Nürnberg 1933 ( Reichsparteitag 1933 ) 

Das vorliegende Objekt ist ein Dokumentationsband zum Reichsparteitag 1933 in Nürnberg, der von Julius Streicher herausgegeben und im Verlag Weller in Berlin publiziert wurde. Mit 262 Seiten und zahlreichen Abbildungen im Großformat stellt dieses Werk ein bedeutendes Beispiel der nationalsozialistischen Propagandaliteratur dar.

Der Reichsparteitag 1933, offiziell als “Reichsparteitag des Sieges” bezeichnet, fand vom 30. August bis 3. September 1933 in Nürnberg statt. Es war der erste Parteitag nach der nationalsozialistischen Machtergreifung im Januar 1933 und markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der Darstellung der NSDAP als nunmehr staatstragende Partei. Die Veranstaltung war bewusst als triumphale Demonstration der neuen Machtverhältnisse inszeniert und unterschied sich erheblich von den früheren Parteitagen der Weimarer Zeit.

Julius Streicher (1885-1946) war eine der umstrittensten Figuren des NS-Regimes. Als Gauleiter von Franken und Herausgeber des antisemitischen Hetzblattes “Der Stürmer” spielte er eine zentrale Rolle in der antisemitischen Propaganda des Regimes. Seine Position als “Frankenführer” machte ihn zum wichtigsten Organisator der Nürnberger Reichsparteitage, die bis 1938 jährlich in seiner Gauleitungsstadt abgehalten wurden. Streicher nutzte diese Großveranstaltungen, um seinen politischen Einfluss zu demonstrieren und seine antisemitische Ideologie zu verbreiten.

Der Verlag Weller in Berlin gehörte zu den zahlreichen Verlagen, die sich auf nationalsozialistische Literatur spezialisierten. Solche Dokumentationsbände wurden in großer Zahl produziert und dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die Reichsparteitage für die Nachwelt dokumentieren, die Inszenierungen der Parteiveranstaltungen verbreiten und als Propagandamittel dienen. Die aufwendige Gestaltung im Großformat mit zahlreichen fotografischen Abbildungen war typisch für diese Art von Publikationen, die sowohl repräsentative als auch propagandistische Funktionen erfüllten.

Die 262 Seiten des Bandes enthalten vermutlich Fotografien von Aufmärschen, Reden, Fahnenweihen und anderen rituellen Handlungen, die den Reichsparteitag prägten. Der Parteitag 1933 umfasste etwa 500.000 Teilnehmer und war durch massive Aufmärsche von SA, SS und anderen NS-Organisationen gekennzeichnet. Die fotografische Dokumentation solcher Veranstaltungen folgte einer bewussten Ästhetik, die Macht, Ordnung und Massenloyalität visualisieren sollte.

Aus historischer Perspektive sind solche Dokumentationsbände heute wichtige Quellen zur Erforschung der NS-Propaganda und der visuellen Inszenierung von Macht im Dritten Reich. Sie zeigen, wie das Regime visuelle Medien nutzte, um seine Ideologie zu verbreiten und ein bestimmtes Bild von Stärke und Einheit zu konstruieren. Gleichzeitig sind sie Zeugnisse der systematischen Selbstdarstellung des Regimes und seiner Bemühungen, die eigene Geschichte zu kontrollieren und zu gestalten.

Der Ganzleineneinband weist auf eine hochwertige Ausführung hin, die für offizielle Publikationen dieser Art typisch war. Solche Bände wurden oft als Geschenke an Parteifunktionäre, staatliche Stellen und ausländische Diplomaten verteilt oder zum Verkauf an ein breiteres Publikum angeboten. Die Produktionsqualität sollte den Anspruch des Regimes auf Modernität und Professionalität unterstreichen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden solche Publikationen in Deutschland zunächst von den Alliierten beschlagnahmt. Heute befinden sich Exemplare in wissenschaftlichen Bibliotheken, Archiven und Sammlungen zur Zeitgeschichte. Ihr Wert liegt ausschließlich in ihrer historisch-dokumentarischen Bedeutung als Quellen zur Erforschung der NS-Zeit. In Deutschland unterliegen solche Materialien keinem generellen Verbot, werden aber im Kontext der historisch-politischen Bildung und Forschung behandelt.

Die Erhaltung im Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, was bei Publikationen aus den 1930er Jahren nicht selbstverständlich ist. Viele solcher Werke wurden nach 1945 vernichtet oder gingen durch Kriegseinwirkungen verloren. Überlebende Exemplare sind daher wichtige materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte.