Luftwaffe Afrikakorps Tropenschirmmütze "Hermann-Meier Mütze"

Kammerstück, um 1943. Fertigung aus sandfarbenem Tuch, komplett mit allen Effekten. Mützenadler und Mützenschwinge in Bevo-gewebter Ausführung aus sandfarbenem Tuch, maschinell vernäht, mit Nackentuch und dem original schwarzen Ledersturmriemen. Innen mit rotem Futter, Kammerstempel "1943 RB-Nr.9/1318/0014", Größe 53. Deutlich getragen, ein kleines Loch auf dem Mützendeckel und links am Hoheitsadler, in unberührter Originalerhaltung, Zustand 2-.
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3.500,00

Luftwaffe Afrikakorps Tropenschirmmütze "Hermann-Meier Mütze"

Die Luftwaffe Afrikakorps Tropenschirmmütze, auch bekannt als "Hermann-Meier Mütze", stellt eines der charakteristischsten Ausrüstungsstücke der deutschen Luftwaffe während des Nordafrikafeldzugs im Zweiten Weltkrieg dar. Diese speziell für den Einsatz in tropischen Klimazonen entwickelte Feldmütze wurde zwischen 1941 und 1943 für die in Nordafrika stationierten Luftwaffeneinheiten gefertigt.

Der volkstümliche Name "Hermann-Meier Mütze" leitet sich von einer bekannten Äußerung Hermann Görings ab, dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Göring hatte vor Kriegsausbruch vollmundig erklärt, man könne ihn "Meier nennen", wenn auch nur ein feindliches Flugzeug deutsches Territorium erreichen würde. Diese Prahlerei wurde später zur ironischen Bezeichnung für verschiedene Luftwaffenausrüstungsgegenstände, besonders für diese charakteristische Schirmmütze.

Die Tropenschirmmütze wurde aus sandfarbenem Baumwolltuch gefertigt, das dem extremen Klima Nordafrikas angepasst war. Die Konstruktion folgte den Heeresverfügungen für Tropenbekleidung, die ab 1940 erlassen wurden. Das Design kombinierte praktische Funktionalität mit militärischen Rangabzeichen und Hoheitszeichen. Der charakteristische Schirm bot Schutz vor der intensiven afrikanischen Sonne, während das Nackentuch den empfindlichen Nackenbereich vor Sonnenbrand schützte.

Die Insignien auf dieser Mütze entsprechen den Luftwaffe-Vorschriften: Der Mützenadler (Hoheitszeichen) wurde oberhalb des Schirms angebracht, während die Mützenschwinge (nationale Kokarde) auf der Stirnseite platziert wurde. Bei diesem Exemplar sind beide Effekte in Bevo-gewebter Ausführung aus sandfarbenem Tuch gefertigt. Die Bevo-Webtechnik, benannt nach der Barmer Bandweberei Ewald Vorsteher, ermöglichte die maschinelle Herstellung von detaillierten Stoffabzeichen, die haltbarer und kostengünstiger als gestickte Varianten waren.

Der schwarze Ledersturmriemen diente zur Sicherung der Mütze bei Wind und schnellen Bewegungen. Dieser war besonders in der Wüstenumgebung wichtig, wo plötzliche Sandstürme auftreten konnten. Das rote Innenfutter entspricht der standardmäßigen Luftwaffe-Ausführung und kontrastiert mit dem sandigen Außenmaterial.

Der Kammerstempel "1943 RB-Nr.9/1318/0014" im Inneren der Mütze ist von besonderer historischer Bedeutung. Solche Stempel wurden von den verschiedenen Heeres- und Luftwaffenkammern angebracht, um die Ausgabe und Verwaltung der Ausrüstung zu dokumentieren. Die RB-Nummer (Reichsbetriebsnummer) identifizierte den Hersteller innerhalb des deutschen Rüstungssystems. Das Jahr 1943 markiert eine bedeutende Phase des Nordafrikafeldzugs: Im Mai 1943 kapitulierten die Achsenmächte in Tunesien, was das Ende der deutschen Präsenz in Nordafrika bedeutete.

Die Größe 53 entspricht einem Kopfumfang von 53 Zentimetern und war eine gängige Standardgröße. Die Fertigung dieser Mützen erfolgte durch verschiedene Zulieferfirmen, die im Auftrag der Wehrmacht arbeiteten und strengen Qualitätskontrollen unterlagen.

Der Nordafrikafeldzug (1940-1943) stellte besondere Anforderungen an die Ausrüstung der deutschen Truppen. Das Deutsche Afrikakorps unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel kämpfte unter extremen klimatischen Bedingungen mit Temperaturen von über 50 Grad Celsius. Die Tropenbekleidung musste leicht, atmungsaktiv und dennoch strapazierfähig sein. Die Luftwaffe spielte eine entscheidende Rolle in diesem Feldzug, sowohl in der Luftunterstützung als auch mit Bodeneinheiten, insbesondere den Fallschirmjägern und Luftwaffenfelddivisionen.

Der Erhaltungszustand dieses Exemplars mit deutlichen Tragespuren, einschließlich kleiner Löcher auf dem Mützendeckel und am Hoheitsadler, zeugt von authentischer Verwendung unter Feldbedingungen. Solche Gebrauchsspuren sind charakteristisch für originale Ausrüstungsstücke, die tatsächlich im Einsatz waren. Die "unberührte Originalerhaltung" bedeutet, dass die Mütze seit Kriegsende nicht restauriert oder verändert wurde, was ihren historischen und sammlerischen Wert erheblich steigert.

Heute sind gut dokumentierte Tropenschirmmützen der Luftwaffe mit nachweisbaren Kammerstempeln seltene Zeitzeugnisse. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Ausrüstungstechnologie des Dritten Reichs, sondern auch die persönlichen Geschichten der Soldaten, die unter extremen Bedingungen in Nordafrika dienten. Für Militärhistoriker und Sammler militärischer Antiquitäten stellen solche Objekte wichtige Studienobjekte dar, die Einblicke in die materielle Kultur und das tägliche Leben der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs ermöglichen.