Verleihungsurkunde - Ostmedaille 1941/42,
Die Verleihungsurkunde zur Ostmedaille, auch bekannt als Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42, stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs dar. Diese spezielle Urkunde wurde am 11. August 1942 für einen Obergefreiten des 8. Panzer-Grenadier-Regiments 33 ausgestellt und trägt die Unterschrift von Major Hans Wüstner, der später, am 2. April 1943, mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet wurde.
Die Ostmedaille wurde durch Stiftungserlass vom 26. Mai 1942 von Adolf Hitler ins Leben gerufen, um die Soldaten der Wehrmacht zu ehren, die den ersten katastrophalen Winter der Ostfront von 15. November 1941 bis 15. April 1942 durchgestanden hatten. Dieser Winter war außergewöhnlich hart, mit Temperaturen, die auf bis zu minus 50 Grad Celsius fielen. Die deutschen Truppen, unzureichend auf diese extremen Bedingungen vorbereitet, erlitten massive Verluste durch Erfrierungen, Krankheiten und sowjetische Gegenangriffe.
Das 8. Panzer-Grenadier-Regiment 33 gehörte zur 9. Panzer-Division, einer Formation, die an zahlreichen Operationen an der Ostfront beteiligt war. Die Division nahm am Unternehmen Barbarossa teil und war in schwere Kämpfe während der Schlacht um Moskau verwickelt, wo deutsche Truppen erstmals einen schwerwiegenden Rückschlag erlitten. Die Einheit erlebte die brutalen Bedingungen des russischen Winters hautnah und musste unter extremen Umständen operieren.
Die Verleihungsbestimmungen für die Ostmedaille waren spezifisch geregelt. Anspruchsberechtigt waren alle Angehörigen der Wehrmacht und Waffen-SS, die mindestens 14 Tage ununterbrochen im Kampfgebiet zwischen 15. November 1941 und 15. April 1942 eingesetzt waren, oder die durch Verwundung, Erfrierung oder Erkrankung aus dem Einsatz ausschieden. Auch Luftwaffenpersonal, das mindestens 60 Einsatzflüge absolvierte, sowie Marine- und U-Boot-Besatzungen kamen in Betracht.
Major Hans Wüstner, der diese Urkunde unterzeichnete, war ein erfahrener Offizier, der später für seine Tapferkeit mit dem Deutschen Kreuz in Gold am 2. April 1943 ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnung wurde für wiederholte Tapferkeit oder hervorragende Führungsleistungen verliehen und rangierte zwischen dem Eisenen Kreuz I. Klasse und dem Ritterkreuz.
Die Urkunde selbst folgte einem standardisierten Format, das vom Oberkommando der Wehrmacht vorgegeben wurde. Sie enthielt üblicherweise den Namen des Empfängers, seinen Rang, die Einheit sowie Datum und Ort der Verleihung. Die Unterschrift eines befugten Offiziers, typischerweise mindestens im Rang eines Majors oder höher, authentifizierte das Dokument. Die typische Gestaltung umfasste oft militärische Symbole oder Embleme.
Der physische Zustand dieser speziellen Urkunde ist dokumentiert als Zustand 3, was in der militärischen Sammlerterminologie einen durchschnittlichen bis guten Erhaltungszustand bezeichnet. Die Urkunde weist eine beidseitige Lochung auf, was darauf hindeutet, dass sie in einem Soldbuch oder einer Dokumentenmappe abgeheftet war. Die rückseitige Klebung könnte von Reparaturarbeiten oder einer früheren Montage stammen. Diese Gebrauchsspuren sind typisch für Dokumente, die tatsächlich im Feld verwendet und von Soldaten mitgeführt wurden.
Die Ostmedaille selbst bestand aus Zinklegierung und zeigte auf der Vorderseite einen Stahlhelm mit gekreuzten Schwertern, umgeben von der Inschrift "WINTERSCHLACHT IM OSTEN 1941/42". Die Rückseite trug die Inschrift "FÜR VERDIENST UM DAS DEUTSCHE VOLK". Das Band war rot mit weißen und schwarzen Seitenstreifen, wobei die Farben symbolisch für Feuer und Eis standen.
Historisch gesehen markiert die Ostmedaille einen Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. Der gescheiterte Vorstoß auf Moskau und der verheerende erste Winter an der Ostfront zeigten die Grenzen der deutschen Kriegsmaschinerie auf. Von den etwa 3,2 Millionen deutschen Soldaten, die am Ostfeldzug teilnahmen, erhielten schätzungsweise 3 Millionen die Ostmedaille, was die Massenhaftigkeit der Erfahrung unterstreicht.
Solche Verleihungsurkunden sind heute wichtige historische Dokumente, die nicht nur militärische Auszeichnungen bezeugen, sondern auch Einblicke in individuelle Militärkarrieren, Einheitsgeschichten und die administrative Struktur der Wehrmacht bieten. Sie dienen Forschern als primäre Quellen zur Rekonstruktion von Kriegsereignissen und persönlichen Schicksalen.