Verwundetenabzeichen in Schwarz 1918 - Miniatur

15 mm, an langer Nadel, Zustand 2.
485366
25,00

Verwundetenabzeichen in Schwarz 1918 - Miniatur

Das Verwundetenabzeichen in Schwarz 1918 - Miniaturausführung

Das Verwundetenabzeichen des Ersten Weltkrieges stellt eine bedeutende militärische Auszeichnung des Deutschen Kaiserreiches dar, die verwundeten Soldaten als Anerkennung ihrer Opfer verliehen wurde. Die hier vorliegende Miniaturausführung mit 15 mm Durchmesser repräsentiert eine besondere Trageform dieser Auszeichnung.

Die Stiftung des Verwundetenabzeichens erfolgte durch König Wilhelm II. von Württemberg in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der Königlich Württembergischen Armee am 3. März 1918. Bereits am 5. März 1918 wurde die Auszeichnung durch Kaiser Wilhelm II. für alle deutschen Streitkräfte übernommen. Diese relativ späte Einführung im Kriegsverlauf reflektiert die gewachsene Notwendigkeit, die enormen Opfer der verwundeten Soldaten formal anzuerkennen.

Das Abzeichen wurde in drei Stufen verliehen: Die schwarze Stufe für ein- oder zweimal Verwundete, die silberne Stufe für drei- oder viermal Verwundete und die goldene Stufe für fünfmal oder öfter Verwundete. Die vorliegende schwarze Ausführung dokumentiert somit eine ein- oder zweimalige Verwundung des Trägers. Als Verwundung galten dabei nicht nur direkte Kampfverletzungen, sondern auch Erfrierungen, Verbrennungen durch Kampfgas oder andere kriegsbedingte Gesundheitsschädigungen.

Die Gestaltung des Abzeichens zeigt einen nach unten weisenden Stahlhelm M1916, umgeben von einem Lorbeerkranz. Diese Symbolik vereint militärische Stärke mit dem antiken Symbol des Ruhmes und der Ehre. Die schwarze Variante wurde typischerweise aus geschwärztem Eisen oder anderen metallenen Materialien gefertigt, wobei die Oberfläche schwarz emailliert oder brüniert wurde.

Die Miniaturausführung mit 15 mm Durchmesser unterscheidet sich wesentlich von der regulären Trageform, die etwa 30-35 mm maß. Miniaturen wurden vornehmlich an der Ordensspange oder am Frack bei gesellschaftlichen Anlässen getragen, während die Vollgröße an der Uniform angebracht wurde. Die hier beschriebene “lange Nadel” war charakteristisch für Miniaturabzeichen, da sie das Durchstechen von Stoff und sichere Befestigung ermöglichte.

Die Verleihungspraxis war klar geregelt: Verwundete Soldaten mussten einen Antrag über ihre Truppeneinheit stellen, der durch ärztliche Bescheinigungen und Gefechtsberichte belegt werden musste. Die Aushändigung erfolgte meist durch den Truppenarzt oder den Kommandeur. Bis zum Kriegsende 1918 wurden schätzungsweise über 5 Millionen Verwundetenabzeichen aller Stufen verliehen, wobei die schwarze Stufe die bei weitem häufigste war.

Die Fertigung der Abzeichen erfolgte durch verschiedene Hersteller im gesamten Reichsgebiet. Dabei zeigten sich qualitative Unterschiede je nach Produktionsstätte und Zeitpunkt der Herstellung. Gegen Kriegsende, unter den Bedingungen der zunehmenden Materialknappheit, mussten teilweise Ersatzmaterialien verwendet werden. Die Miniaturausführungen wurden oft von spezialisierten Juwelieren und Goldschmieden gefertigt, die auch andere militärische Auszeichnungen in Miniaturform herstellten.

Nach dem Ersten Weltkrieg behielt das Verwundetenabzeichen seine Bedeutung als Erinnerungsstück und Symbol des persönlichen Opfers. Träger durften die Auszeichnung auch in der Weimarer Republik weiterhin anlegen. Die nationalsozialistische Regierung erneuerte 1939 das Konzept mit dem Verwundetenabzeichen des Zweiten Weltkrieges, das sich jedoch in der Gestaltung unterschied.

Der Zustand 2, wie in der Beschreibung angegeben, entspricht in der numismatischen und militaria-sammlertechnischen Bewertung einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit nur leichten Gebrauchsspuren. Dies ist bemerkenswert für ein über 100 Jahre altes Objekt und spricht für sorgfältige Aufbewahrung.

Für Sammler und Historiker repräsentieren diese Miniaturabzeichen wichtige Zeitdokumente. Sie erzählen von der individuellen Erfahrung des Krieges, von Verwundungen und Leid, aber auch von der offiziellen Anerkennungskultur des Kaiserreiches. Die Miniaturform verweist zudem auf die gesellschaftliche Dimension militärischer Auszeichnungen, die über den reinen Militärdienst hinaus in das zivile Leben der Veteranen hineinwirkte.