Wehrmacht Heer - Schützenschnur neuer Art 5. Stufe 

Geflochtene Schnur, die Auflage mit dem großen Eichenlaubkranz. Zustand 2.
502366
€ 350,00

Wehrmacht Heer - Schützenschnur neuer Art 5. Stufe 

Die Schützenschnur war eine bedeutende militärische Auszeichnung der Wehrmacht, die herausragende Schießleistungen würdigte. Sie stellte eine direkte Fortsetzung der traditionsreichen Schießauszeichnungen dar, die bereits in der kaiserlichen Armee und der Reichswehr verliehen wurden. Die hier beschriebene Schützenschnur neuer Art der 5. Stufe repräsentiert die höchste erreichbare Stufe dieser Auszeichnung und zeugt von außergewöhnlichen schießsportlichen Fähigkeiten.

Die Wehrmacht führte die Schützenschnur durch die Heeresverordnung vom 11. Juli 1936 offiziell ein, wobei zwischen der “alten Art” und der “neuen Art” unterschieden wurde. Die neue Art war für jüngere Soldaten bestimmt, die ihre Ausbildung nach 1933 begonnen hatten, während die alte Art für jene reserviert war, die bereits in der Reichswehr gedient hatten. Diese Unterscheidung spiegelte den Übergang zwischen den beiden Epochen wider.

Die 5. Stufe der Schützenschnur neuer Art war die höchste zu erreichende Auszeichnungsstufe und erforderte außergewöhnliche Leistungen über mehrere Jahre hinweg. Um diese Stufe zu erlangen, musste ein Soldat wiederholt hervorragende Schießergebnisse vorweisen. Die Stufen bauten hierarchisch aufeinander auf, beginnend mit der 1. Stufe bis zur 5. Stufe, wobei jede Stufe anspruchsvollere Leistungen erforderte.

Die charakteristische geflochtene Schnur bestand aus aluminierten oder versilberten Fäden, die kunstvoll verarbeitet waren. An der Schützenschnur der 5. Stufe befand sich als besonderes Kennzeichen eine Auflage mit dem großen Eichenlaubkranz. Dieses Element aus Metall stellte das höchste Abzeichen dar und unterschied diese Stufe deutlich von den niedrigeren Auszeichnungsgraden. Der Eichenlaubkranz war ein traditionelles deutsches Symbol für Ehre und Tapferkeit und wurde auch bei anderen militärischen Auszeichnungen verwendet.

Die Schützenschnur wurde an der rechten Schulter der Uniform getragen und verlief diagonal über die Brust zur linken Hüfte. Sie war am Schulterriegel befestigt und endete in einer Schlaufe am Gürtel oder wurde unter der Achselklappe getragen. Diese auffällige Trageweise machte die Auszeichnung für alle sichtbar und betonte den Status des Trägers als hervorragender Schütze.

Die Verleihung der Schützenschnur erfolgte nach strengen Kriterien, die in den entsprechenden Heeresdienstvorschriften festgelegt waren. Die Soldaten mussten sich in regelmäßigen Schießprüfungen beweisen, wobei verschiedene Waffengattungen und Schießdisziplinen berücksichtigt wurden. Für die höheren Stufen waren mehrjährige konstante Leistungen erforderlich, was die 5. Stufe zu einer besonders seltenen und prestigeträchtigen Auszeichnung machte.

Im Kontext der Wehrmacht-Heer hatte die Schützenschnur nicht nur dekorativen Charakter, sondern war Ausdruck der militärischen Leistungsfähigkeit. Die deutsche Militärdoktrin legte großen Wert auf Schießausbildung und Treffsicherheit, die als fundamentale soldatische Tugenden galten. Die Schützenschnur diente somit sowohl der individuellen Motivation als auch der Förderung des Wettkampfgeistes innerhalb der Truppe.

Die handwerkliche Qualität dieser Auszeichnungen variierte je nach Hersteller und Produktionsjahr. Verschiedene Firmen waren mit der Herstellung beauftragt, was zu leichten Unterschieden in der Ausführung führte. Die hier beschriebene Schützenschnur mit Zustand 2 weist auf einen gut erhaltenen Zustand hin mit möglicherweise leichten Gebrauchsspuren, die für Originalstücke dieser Zeit typisch sind.

Nach 1945 endete die Verleihung der Wehrmacht-Schützenschnur mit der Auflösung der Wehrmacht. Diese Auszeichnungen sind heute wichtige militärhistorische Objekte, die Einblick in das Auszeichnungswesen und die militärische Kultur der Wehrmacht geben. Sie werden von Sammlern und Historikern als Zeitdokumente geschätzt und helfen, die Strukturen und Wertvorstellungen der damaligen Streitkräfte zu verstehen.

Die Schützenschnur steht exemplarisch für die ausgeprägte Tradition militärischer Leistungsauszeichnungen in der deutschen Militärgeschichte, die über verschiedene Epochen hinweg fortgeführt wurde und in modifizierter Form auch in der Bundeswehr ihre Fortsetzung fand.