Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) - Postkarte " Deutsch-Süd-West-Afrika. Oberst von Deimling, Kommandeur der Schutztruppe mit seinem Stabe in Ramansdrift "

Weltpostverein, ungelaufen, Zustand 2.
522767
€ 20,00

Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) - Postkarte " Deutsch-Süd-West-Afrika. Oberst von Deimling, Kommandeur der Schutztruppe mit seinem Stabe in Ramansdrift "

Diese historische Postkarte dokumentiert einen bedeutenden Moment während der deutschen Kolonialherrschaft in Deutsch-Südwestafrika, als Oberst Berthold von Deimling (1853-1944) gemeinsam mit seinem Stab in Ramansdrift fotografiert wurde. Die Aufnahme zeigt den Kommandeur der Schutztruppe in einer Zeit kolonialer Gewalt, die heute als einer der dunkelsten Abschnitte der deutschen Geschichte gilt.

Berthold von Deimling wurde 1903 zum Oberst befördert und übernahm das Kommando über das 2. Feldregiment, das zur Niederschlagung des Herero-Aufstands nach Deutsch-Südwestafrika entsandt wurde. Während der Jahre 1904 bis 1905 diente er als stellvertretender Befehlshaber für die südliche Region während des Nama-Aufstands. Seine militärische Karriere in der Kolonie erreichte ihren Höhepunkt, als er 1905 in den erblichen Adelsstand erhoben wurde. Im Jahr 1906 kehrte er als Kommandeur der Schutztruppe zurück und folgte damit Lothar von Trotha nach, eine Position, die er bis 1907 innehatte.

Die Siedlung Ramansdrift lag am Oranje-Fluss im südlichen Teil der Kolonie und besaß strategische Bedeutung während der Nama-Kriege. Der Ort spielte eine wichtige Rolle bei den militärischen Operationen zur Unterdrückung der indigenen Aufstände, insbesondere während des Nama-Aufstands (1904-1908). Die historische Forschung hat mittlerweile eindeutig belegt, dass diese Periode als Herero- und Nama-Genozid (1904-1908) bezeichnet werden muss, bei dem zwischen 25.000 und 100.000 Herero sowie über 10.000 Nama ihr Leben verloren. Auf deutscher Seite fielen 1.749 Soldaten.

Die Postkarte entspricht den Standards des Weltpostvereins (Universal Postal Union), dem Deutsch-Südwestafrika am 1. Juli 1888 beigetreten war. Das vorliegende Exemplar ist ungelaufen und befindet sich im Zustand 2. Solche Postkarten wurden während der deutschen Kolonialherrschaft (1884-1915) produziert und erfüllten mehrere Zwecke: Sie dienten als persönliche Korrespondenz für Soldaten und Zivilisten, als dokumentarische Aufzeichnungen kolonialer Militäroperationen und als Propagandamaterial zur Rechtfertigung des deutschen Kolonialunternehmens. Der Postkartenversand kostete damals 10 Pfennig.

Diese Postkarte gehört zu einem breiteren Genre deutscher kolonialer Propaganda- und Dokumentarpostkarten aus Deutsch-Südwestafrika, die militärische Motive während der Herero- und Nama-Kriege (1904-1908) zeigten. Solche Karten wurden üblicherweise von verschiedenen deutschen Firmen, Missionsgesellschaften und militärischen Einrichtungen veröffentlicht und oft in Deutschland für den Kolonialmarkt gedruckt.

Nach dem Ende der deutschen Kolonialherrschaft wurde Deutsch-Südwestafrika 1915 während des Ersten Weltkriegs von südafrikanischen Streitkräften erobert. Ramansdrift selbst wurde im September 1914 zum Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen, als südafrikanische Truppen die dortige Polizeistation angriffen. Die ehemalige Kolonie wurde anschließend als Südwestafrika unter einem Völkerbundmandat von der Südafrikanischen Union verwaltet und erlangte am 21. März 1990 als Namibia die Unabhängigkeit.

Koloniale Postkarten aus dieser Periode sind heute wichtige historische Dokumente für die Erforschung des deutschen Kolonialismus, der Militärgeschichte und des Genozids an den Herero und Nama. Solche Postkarten werden als historische Artefakte gesammelt und in verschiedenen Archiven aufbewahrt, darunter das Deutsche Historische Museum, das Bundesarchiv, Sammlungen der Universität zu Köln und die Library of Congress.

Bemerkenswert ist die dramatische persönliche Entwicklung Berthold von Deimlings nach dem Ersten Weltkrieg: Der ehemalige Kolonialoffizier wurde zu einem prominenten Pazifisten und Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft sowie Mitbegründer des Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Er starb 1944, nachdem er sein Leben der Friedensbewegung gewidmet hatte – eine bemerkenswerte Transformation für einen Mann, der einst an der kolonialen Unterdrückung beteiligt war.