Finnland 1.Weltkrieg - Zivilschutz Medaille 2. Klasse in Bronze

Bronze mit Bandauflage "1939-1940". Gestiftet am 25.10.1940.
Väestönsuojelun ansiomitali. Civil Defence Merit Medal.
523767
€ 75,00

Finnland 1.Weltkrieg - Zivilschutz Medaille 2. Klasse in Bronze

Die Väestönsuojelun ansiomitali oder Zivilschutz-Verdienstmedaille wurde am 25. Oktober 1940 durch Präsidialdekret (Dekret Nr. 584/1940) während des finnischen Krieges mit der Sowjetunion gestiftet. Diese Auszeichnung entstand in einer außerordentlich kritischen Phase der finnischen Geschichte, zwischen dem Ende des Winterkrieges (30. November 1939 bis 13. März 1940) und dem späteren Fortsetzungskrieg (1941-1944), um die unverzichtbaren Beiträge der Zivilbevölkerung zur Verteidigung des Landes zu würdigen.

Die erste Verleihung der Medaille erfolgte bereits im Jahr 1940, unmittelbar nach ihrer Stiftung. Der Gestalter der Auszeichnung war Major Aarno Karimo, der ein Design schuf, das die Bedeutung des zivilen Engagements in Kriegszeiten symbolisieren sollte. Die Medaille wurde geschaffen, um Zivilisten und nichtmilitärisches Personal zu ehren, die sich im Zivilschutz verdient gemacht hatten, einschließlich jener, die im Luftschutz, bei Evakuierungen, Rettungsoperationen und anderen zivilschutzbezogenen Tätigkeiten tätig waren, die für den Schutz der Zivilbevölkerung während der Kriegszeit unerlässlich waren.

Das finnische Auszeichnungssystem sieht für diese Medaille zwei Klassen vor: Die 1. Klasse aus Silber für hochverdienstvolle Arbeit und die 2. Klasse aus Bronze für verdienstvolle Arbeit zum Nutzen des Zivilschutzes. Die vorliegende Medaille der 2. Klasse in Bronze repräsentiert damit die Anerkennung für verdienstvolle Leistungen im Zivilschutz. Besonders charakteristisch für die während des Zweiten Weltkriegs verliehenen Exemplare ist die Bandauflage mit Jahresangaben, die den spezifischen Kriegszeitraum kennzeichnet. Die Auflage “1939-1940” auf dem hier beschriebenen Stück weist eindeutig auf eine Verleihung für Verdienste während der Periode des Winterkrieges hin, während spätere Verleihungen die Auflage “1941-1944” für den Fortsetzungskrieg trugen.

Die Verleihungskriterien der Medaille umfassten während des Zweiten Weltkriegs die Anerkennung von Arbeiten zur Bekämpfung von Bedrohungen für Zivilisten und das zivile Leben während der Winterkriegs- und Fortsetzungskriegsperioden. Die Auszeichnung wurde vom Innenminister (Sisäasiainministeriö) verliehen, was die zivile Natur dieser Ehrung unterstreicht und sie klar von militärischen Auszeichnungen unterscheidet.

Besonders bemerkenswert ist die fortdauernde Relevanz dieser Auszeichnung in der finnischen Gesellschaft. Die Medaille bleibt bis heute aktiv und wird weiterhin vom Innenminister im modernen Finnland verliehen. Zeitgenössische Verleihungen erfolgen typischerweise alle zwei Jahre an Personen, die sich im Zivilschutz, bei Rettungsdiensten und in der Notfallvorsorge ausgezeichnet haben. Verleihungszeremonien wurden in den Jahren 2020 und 2024 dokumentiert, was die anhaltende Bedeutung der Auszeichnung bei der Anerkennung von Zivilschutzbeiträgen demonstriert.

Diese Kontinuität von 1940 bis in die Gegenwart macht die Zivilschutz-Verdienstmedaille zu einem besonderen Beispiel einer Auszeichnung, die sowohl historische Kriegsleistungen würdigt als auch gegenwärtige Friedensbeiträge anerkennt. Sie verkörpert die finnische Tradition der Anerkennung zivilen Engagements für die Sicherheit und das Wohlergehen der Gesellschaft, unabhängig davon, ob diese Beiträge in Zeiten des Krieges oder des Friedens erbracht werden. Für Sammler repräsentiert ein Exemplar mit der Bandauflage “1939-1940” ein direktes Zeugnis jener dramatischen Periode, in der die finnische Zivilbevölkerung eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung ihrer Nation spielte.