III. Reich Adolf Hitler: großer Nachlass aus der Kanzlei des Führers der NSDAP / Neue Reichskanzlei

Es handelt sich hierbei um Erinnerungsstücke eines alliierten Soldaten aus der Reichskanzlei aufgesammelt nach dem 8. Mai 1945. 2 Kästen mit Fundstücken aus dem Büro des Führers bzw. der Neuen Reichskanzlei :Faksimilestempel mit der Unterschrift "Adolf Hitler" aus Messing mit Holzgriff. Dazu ein Stempeltrockner, auf dem Löschpapier zahlreiche "Adolf Hitler" Tintenabdrücke des Faksimilestempel. Petschaft "Der Führer" über Hoheitsadler, Messing mit geschwärztem Holzgriff.  Petschaft "Kanzlei des Führers der NSDAP", Messing mit hellem Holzgriff. Stempel "Kasse des Führer" Gummi mit schwarzem Holzgriff. Eingangsstempel "Adjutantur der Wehrmacht beim Führer". Gummi mit rotem Holzgriff. Ein weiterer Gummistempel mit der Faksimileunterschrift "Adolf Hitler auf Holz, zum einspannen in einen Stempel. 2 verstellbare Datums-Eingangsstempel mit den Jahren bis 1945. 1 großer Eingangsstempel mit laufender 5-stelliger Eingangsnummer. 2 original Packungen mit rotem Siegelwachs, original verschnürt mit Papiervignette "Kanzlei des Führers der NSDAP." Dazu noch eine angebrochene Packung Siegelwachs. Weiterhin diverse Stempel- und Siegelutensilien, Stempelkissen, 2 Flachen mit Stempelfarbe für Stempelkissen, Schreibfedern, Bleistifte etc.
Die Utensilien befinden sich in einer alten Klappkiste, ebenfalls gefunden in der Neuen Reichskanzlei, auf dem Deckel mit Papiervignette "Kanzlei des Führers der N.S.D.A.P." (mit frühem Parteiadler sowie in einer Holzkiste mit Schiebedeckel, auf der Innenseite mit einem Briefpapier "Kanzlei des Führers der NSDAP" beklebt und den Abdrücken der Petschaft "Der Führer" sowie die Gummistempeln .
Der Nachlass ist als ein wichtiger Beleg der deutschen Zeitgeschichte für eine museale Ausstellung geeignet, um sowohl den großen Macht- und Verwaltungsapparat im Umkreis des "Führers" als auch den totalen Untergang des III. Reiches zu dokumentieren.

Provenienz : 63. Auktion Hermann Historica München vom 29. Oktober 2011, damaliger Zuschlag EUR 50.000 plus Aufgeld. Die letzten Jahre war dieser Nachlass ausgestellt im "Eyewitness Museum" in Beek, Niederlande, welches im Jahr 2022 geschlossen wurde.
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Verwaltungsutensilien aus der Kanzlei des Führers der NSDAP und der Neuen Reichskanzlei

Diese umfangreiche Sammlung administrativer Büroausstattung — bestehend aus Faksimilestempeln, Amtssiegeln (Petschaften), Gummistempeln, Datumsstempeln, Stempelkissen, Siegelwachs, Schreibutensilien und den dazugehörigen originalen Aufbewahrungskisten — bietet einen einzigartigen Einblick in den bürokratischen Apparat, der das Zentrum der nationalsozialistischen Macht umgab. Die Objekte stammen aus zwei miteinander verbundenen, aber institutionell getrennten Einrichtungen: der Kanzlei des Führers der NSDAP (KdF), einer Parteiorganisation, und der Neuen Reichskanzlei, dem staatlichen Regierungssitz Adolf Hitlers.

Die Kanzlei des Führers der NSDAP

Die Kanzlei des Führers der NSDAP, auch als Privatkanzlei des Führers bekannt, wurde im November 1934 in Berlin als eigenständige Behörde gegründet. Sie arbeitete parallel zur Reichskanzlei des Deutschen Reiches unter Hans Heinrich Lammers sowie zur Parteikanzlei der NSDAP (bis 1941 als “Stab des Stellvertreters des Führers” bezeichnet), die von Martin Bormann geleitet wurde. An der Spitze der KdF stand SS-Obergruppenführer Philipp Bouhler, der den Titel Chef der Kanzlei des Führers der NSDAP trug. Bouhler wurde am 17. November 1934 in dieses Amt berufen und bekleidete es bis zum 23. April 1945.

Die Aufgaben der Kanzlei waren vielfältig und umfassten die Bearbeitung von Beschwerden gegen Parteifunktionäre, Berufungen von Parteigerichten, amtliche Urteile, Gnadengesuche von NSDAP-Mitgliedern sowie persönliche Angelegenheiten Hitlers. Ein Großteil der bei der KdF eingehenden Korrespondenz bestand aus trivialen Beschwerden, kleinlichen Klagen und unbedeutenden persönlichen Streitigkeiten von Parteimitgliedern — ein aufschlussreiches Detail, das die bürokratische Realität hinter der monumentalen Fassade des Regimes offenbart.

Im Jahr 1939 verlegte die KdF ihren Sitz in die Nähe der Neuen Reichskanzlei in die Voßstraße Nr. 8, wo sie zunächst mit sechsundzwanzig Mitarbeitern arbeitete. Bis 1942 hatte sich diese Zahl verfünffacht, was die zunehmende Bürokratisierung des NS-Staates im Krieg widerspiegelt.

Die Neue Reichskanzlei

Ende Januar 1938 beauftragte Hitler den Architekten Albert Speer offiziell mit dem Entwurf und Bau eines neuen Reichskanzleigebäudes und setzte ihm eine Frist bis Januar 1939. Speer erklärte den Bau zwei Tage vor Ablauf der Frist für fertiggestellt, obwohl die Innenausstattung noch bis in die frühen 1940er Jahre fortgesetzt wurde. Die Baukosten beliefen sich auf über 90.000.000 Reichsmark. Die Neue Reichskanzlei wurde durch Luftangriffe schwer beschädigt und während der Schlacht um Berlin beinahe vollständig zerstört. Im Jahr 1949 begann auf Anordnung der sowjetischen Stadtkommandantur der Abriss der Ruinen.

Die Objekte und ihre Funktion

Die in dieser Sammlung enthaltenen Gegenstände waren alltägliche Arbeitsmittel der administrativen Verwaltung, die bis zum 8. Mai 1945 in Gebrauch waren. Der Faksimilestempel mit der Unterschrift “Adolf Hitler” aus Messing mit Holzgriff diente dazu, Hitlers Signatur mechanisch auf Dokumenten zu reproduzieren, die seiner Genehmigung bedurften. Die zugehörige Stempelunterlage mit Löschpapier, auf dem zahlreiche Tintenabdrücke dieser Faksimileunterschrift sichtbar sind, bezeugt den intensiven Gebrauch dieses Instruments.

Die Petschaften — eines mit der Beschriftung “Der Führer” über dem Hoheitsadler in Messing mit geschwärztem Holzgriff, das andere mit der Inschrift “Kanzlei des Führers der NSDAP” in Messing mit hellem Holzgriff — dienten zur Beglaubigung offizieller Dokumente mit Wachssiegeln. Die zwei originalen, verschnürten Packungen mit rotem Siegelwachs, versehen mit Papiervignetten der “Kanzlei des Führers der NSDAP”, ergänzen diese Siegelutensilien.

Die Gummistempel umfassen einen Stempel der “Kasse des Führers” sowie einen Eingangsstempel der “Adjutantur der Wehrmacht beim Führer”. Letztere Institution, die Adjutantur der Wehrmacht beim Führer und Reichskanzler, wurde nach dem Tod Hindenburgs eingerichtet. Den Posten des Adjutanten bekleidete von 1934 bis 1938 Oberst Hoßbach, anschließend Oberst, später Generalmajor Schmundt, der als unabhängige Gruppe dem Wehrmachtzentralamt angegliedert war. Die zwei verstellbaren Datums-Eingangsstempel mit Jahreszahlen bis 1945 sowie der große Eingangsstempel mit fünfstelliger laufender Nummer dokumentieren die systematische Erfassung ein- und ausgehender Korrespondenz.

Dokumente wurden in Unterschriftenmappen der Reichskanzlei eingelegt, die Löschpapier enthielten, und zum Schreibtisch des zuständigen Beamten gebracht — ein Vorgang, den der Stempeltrockner mit seinen zahlreichen Tintenabdrücken anschaulich belegt.

Die Aufbewahrungskisten

Die Gegenstände befinden sich in zwei Kisten, die selbst Teil des historischen Ensembles sind. Die eine ist eine Klappkiste mit einer Papiervignette “Kanzlei des Führers der N.S.D.A.P.” auf dem Deckel, die einen frühen Parteiadler zeigt. Die andere ist eine Holzkiste mit Schiebedeckel, deren Innenseite mit einem Briefpapier der “Kanzlei des Führers der NSDAP” beklebt ist und Abdrücke der Petschaft “Der Führer” sowie der Gummistempel aufweist.

Provenienz

Diese Sammlung wurde laut Provenienzangabe von einem alliierten Soldaten nach dem 8. Mai 1945 aus der Reichskanzlei aufgesammelt. Sie wurde in der 63. Auktion von Hermann Historica München am 29. Oktober 2011 versteigert, wobei ein Zuschlag von EUR 50.000 zuzüglich Aufgeld erzielt wurde. Anschließend war die Sammlung im Eyewitness Museum in Beek, Niederlande, ausgestellt. Dieses Museum, das 2013 eröffnet worden war, sah sich mit erheblichen Rückschlägen konfrontiert, darunter die Coronavirus-Pandemie und ein Diebstahl äußerst wertvoller Objekte im August 2020. Das Museum schloss am 1. Oktober 2022 seine Pforten.

Diese Sammlung dokumentiert in eindrucksvoller Weise sowohl den ausgedehnten Verwaltungsapparat im Umkreis der nationalsozialistischen Führung als auch den totalen Zusammenbruch dieses Apparates im Frühjahr 1945.

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