III. Reich Pressefoto. Die Feiern zum 17. Jahrestag des Marsches auf Rom. 31.10.1939.

Maße. ca. 13 x 18 cm, rückseitig mit Beschreibung, gebrauchter Zustand.
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35,00

III. Reich Pressefoto. Die Feiern zum 17. Jahrestag des Marsches auf Rom. 31.10.1939.

Das vorliegende Pressefoto dokumentiert die Feierlichkeiten zum 17. Jahrestag des Marsches auf Rom am 31. Oktober 1939, einem Ereignis von zentraler symbolischer Bedeutung für das faschistische Italien unter Benito Mussolini. Diese Art von Pressematerial spielte eine entscheidende Rolle in der nationalsozialistischen und faschistischen Propaganda während des Zweiten Weltkriegs.

Der Marsch auf Rom fand vom 27. bis 29. Oktober 1922 statt und markierte den entscheidenden Wendepunkt in Mussolinis Machtübernahme. Tausende von Schwarzhemden (Camicie Nere), den paramilitärischen Kampfverbänden der faschistischen Bewegung, marschierten auf die italienische Hauptstadt, um König Viktor Emanuel III. zur Ernennung Mussolinis zum Ministerpräsidenten zu zwingen. Dieser Staatsstreich ohne nennenswerten Widerstand wurde zum Gründungsmythos des italienischen Faschismus und wurde jährlich mit großem propagandistischen Aufwand gefeiert.

Im Jahr 1939, als dieses Foto entstand, befand sich Europa bereits im Kriegszustand. Der Zweite Weltkrieg hatte am 1. September 1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen begonnen. Italien unter Mussolini hatte jedoch zunächst seine “Non-Belligeranza” (Nichtkriegführung) erklärt, da das Land militärisch und wirtschaftlich nicht ausreichend auf einen großen Krieg vorbereitet war. Dennoch blieb die Achse Rom-Berlin, die durch den Stahlpakt vom Mai 1939 gefestigt worden war, politisch intakt.

Pressefotos dieser Art wurden von offiziellen staatlichen Stellen wie dem Deutschen Nachrichtenbüro (DNB) oder dessen italienischem Pendant, der Agenzia Stefani, produziert und verbreitet. Sie dienten der gezielten Steuerung der öffentlichen Meinung und der Darstellung der faschistischen Regime als mächtig, modern und unterstützt vom Volk. Die Fotografien wurden an Zeitungen, Zeitschriften und Wochenschauen im In- und Ausland verteilt.

Die rückseitige Beschriftung solcher Pressefotos ist von besonderem dokumentarischem Wert. Sie enthielt typischerweise Informationen über das Ereignis, das Datum, manchmal den Fotografen sowie Anweisungen zur Verwendung und Zensurfreigaben. Diese Stempel und handschriftlichen Vermerke sind heute wichtige Quellen für die Medien- und Propagandaforschung.

Das Format von etwa 13 x 18 cm entspricht dem damaligen Standardformat für Pressefotos, das sich aus technischen und praktischen Erwägungen ergab. Die Fotos wurden in Dunkelkammern entwickelt und mussten für den schnellen Versand und die Reproduktion in Druckereien geeignet sein. Der “gebrauchte Zustand” deutet darauf hin, dass das Foto tatsächlich in einer Redaktion verwendet wurde – möglicherweise mit Bleistiftmarkierungen, Fingerabdrücken oder Abnutzungsspuren, die von seiner aktiven Nutzung zeugen.

Die Jahrestage des Marsches auf Rom wurden im faschistischen Italien mit militärischen Paraden, Massenkundgebungen und rhetorischen Großveranstaltungen begangen. Mussolini nutzte diese Anlässe regelmäßig für wichtige Reden vom Balkon des Palazzo Venezia in Rom. Die Inszenierung dieser Ereignisse folgte einem ausgefeilten choreographischen Programm, das die Macht und Einheit des Regimes demonstrieren sollte.

Für die deutsche Presse hatte die Berichterstattung über italienische faschistische Feierlichkeiten 1939 eine besondere Bedeutung. Sie unterstrich die Bündnistreue zwischen dem Deutschen Reich und Italien und sollte die ideologische Verwandtschaft der beiden Regime betonen. Die NS-Propaganda unter Joseph Goebbels koordinierte die Berichterstattung über ausländische Ereignisse eng mit den außenpolitischen Zielen des Regimes.

Heute sind solche Pressefotos wichtige historische Quellen für mehrere Forschungsbereiche: die Propagandageschichte des 20. Jahrhunderts, die Mediengeschichte, die Geschichte des Faschismus sowie die Beziehungen zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien. Sie dokumentieren nicht nur die abgebildeten Ereignisse selbst, sondern auch die Art und Weise, wie diese Ereignisse für die Öffentlichkeit inszeniert und vermittelt wurden.

Sammler und historische Archive bewahren solche Dokumente als Zeugnisse einer Zeit, in der Bildpropaganda ein zentrales Instrument totalitärer Herrschaft war. Die kritische Auseinandersetzung mit diesem Material trägt zum Verständnis der Mechanismen bei, durch die faschistische und nationalsozialistische Regime ihre Macht sicherten und ihre Ideologien verbreiteten.

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