Kriegsmarine dunkelblaue Tellermütze für Mannschaften

Eigentumsstück, dunkelblaue Tellermütze, komplett mit Metallfaden gewebtem Mützenband "Kriegsmarine", sowie Hoheitsadler über Kokarde, diese leicht oxidiert. Innen hellbraunes Schweißband mit weißen Durchzügen seitlich mit Herstellerstempel "Geigers Original Taifun Mütze" und Zelluloidtrapez mit Herstellermarkierung "A. G. Aug.Geiger Dänischestrasse 24". Kopfgröße ca. 56. Zustand 2.
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1.100,00

Kriegsmarine dunkelblaue Tellermütze für Mannschaften

Die Kriegsmarine Tellermütze für Mannschaften repräsentiert eines der charakteristischsten Uniformstücke der deutschen Seekriegsführung während des Zweiten Weltkriegs. Diese dunkelblaue Matrosenmütze, umgangssprachlich als “Donald Duck”-Mütze bekannt, wurde von allen Mannschaftsdienstgraden der Kriegsmarine getragen und verkörpert die maritime Uniformtradition, die von der Kaiserlichen Marine über die Reichsmarine bis zur Kriegsmarine fortgeführt wurde.

Die Kriegsmarine wurde am 21. Mai 1935 offiziell gegründet, als die Reichsmarine im Rahmen der neu geschaffenen Wehrmacht unter Adolf Hitlers Regierung umbenannt und reorganisiert wurde. Dieser Schritt markierte das Ende der Versailler Vertragsbestimmungen, die die deutschen Seestreitkräfte eingeschränkt hatten. Die Reichsmarine war auf etwa 15.000 Mann begrenzt gewesen, doch die Kriegsmarine wuchs bis Mitte der 1930er Jahre auf etwa 35.000 Angehörige an und erreichte bis 1945 mehrere hunderttausend Mann.

Das charakteristische Mützenband mit der Aufschrift “Kriegsmarine” in gotischer Schrift, gewebt aus Metallfaden in Gold auf schwarzem Grund, wurde zum unverwechselbaren Erkennungszeichen dieser Truppengattung. Die Kriegsmarine führte am 24. März 1934 den neuen Hoheitsadler mit Hakenkreuz auf Kopfbedeckungen und Uniformen ein. Ursprünglich trugen Angehörige der Kriegsmarine noch die Abzeichen aus der Reichsmarine-Ära der Weimarer Republik, bis im März 1935 neue Muster eingeführt wurden. Die Uniformgestaltung folgte den Traditionen der Kaiserlichen Marine und der Reichsmarine, wobei die Kriegsmarine-Vorschriften auf den Reichsmarine-Bestimmungen vom 5. April 1921 aufbauten.

Die dunkelblaue Tellermütze ohne Schirm wurde von allen Matrosen und Mannschaftsdienstgraden sowie jüngeren Unteroffizieren getragen. Offiziere und höhere Unteroffiziere trugen stattdessen Schirmmützen. Das vorliegende Exemplar wurde von A.G. Aug. Geiger in der Dänischestraße 24 hergestellt, einem bekannten deutschen Marinehersteller, der von der Zeit der Kaiserlichen Marine über die Kriegsmarine bis in die Bundesmarine-Ära nach dem Krieg aktiv war. Die Bezeichnung “Taifun-Mütze” war ein spezifischer Produkt- und Markenname dieses Herstellers.

Die Mütze besteht aus dunkelblauer Wolle mit einem Metallfaden-Mützenband, dem Hoheitsadler über der Kokarde aus Metall sowie einem hellbraunen Leder-Schweißband mit weißen Durchzügen zur Größenanpassung. Die Kopfgröße beträgt etwa 56. Adler und Kokarde konnten als einteiliges Metallelement oder als separate Teile gefertigt sein, das Kappenband war typischerweise über sechs Schlaufen befestigt.

Diese Kopfbedeckung wurde von allen Mannschaftsdienstgraden der Kriegsmarine in sämtlichen Teilbereichen getragen: der Überwasserflotte, dem U-Boot-Dienst (U-Bootwaffe), der Küstenartillerie, der Marineinfanterie, Landeinrichtungen und Versorgungsdiensten. Dies schloss Personal ein, das auf berühmten Schiffen wie Bismarck, Tirpitz, Graf Spee, Scharnhorst und Gneisenau sowie auf Zerstörern, Torpedobooten, Minensuchern und der umfangreichen U-Boot-Flotte diente. Varianten umfassten Mützen mit schiffsspezifischen Mützenbändern wie “Kreuzer Nürnberg” oder “Schlachtschiff Scharnhorst” anstelle des allgemeinen “Kriegsmarine”-Bandes sowie weiße Versionen für tropische oder sommerliche Verwendung.

Die Kriegsmarine wurde im August 1946 offiziell von der Alliierten Kontrollkommission aufgelöst. Viele Kriegsmarine-Angehörige und Schiffe wurden unter alliierter Kontrolle für Minenräumoperationen im Rahmen der Deutschen Minenräumdienste beibehalten. Aug. Geiger setzte die Herstellung von Marinemützen für die westdeutsche Bundesmarine, die 1956 gegründet wurde, fort, was zu Authentifizierungsschwierigkeiten für Sammler führte, da Nachkriegs-Geiger-Mützen manchmal modifiziert wurden, um Kriegsmarine-Exemplaren zu ähneln. Originale Kriegsmarine-Mützen wurden zu begehrten militärhistorischen Sammelobjekten, wobei authentische Exemplare bekannter Hersteller wie Geiger beträchtliches Sammlerinteresse erwecken.