Luftwaffe Sauerstoffmaske für Piloten Baumuster "6701 2"
Die Luftwaffen-Sauerstoffmaske Baumuster 6701-2 stellt ein bedeutendes Ausrüstungsstück der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Maske war essentiell für die Sauerstoffversorgung von Piloten und Besatzungsmitgliedern bei Höhenflügen und gehörte zur Standardausrüstung der deutschen Luftstreitkräfte.
Technische Entwicklung und Notwendigkeit
Mit der zunehmenden Einsatzhöhe militärischer Flugzeuge in den 1930er und 1940er Jahren wurde die Sauerstoffversorgung der Besatzungen zu einer überlebenswichtigen Notwendigkeit. Ab einer Höhe von etwa 3.000 bis 4.000 Metern beginnt der menschliche Körper unter Sauerstoffmangel zu leiden, was zu Bewusstseinstrübung, verlangsamten Reaktionen und schließlich zur Bewusstlosigkeit führen kann. Die Luftwaffe entwickelte daher verschiedene Sauerstoffmasken-Baumuster, die den unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden sollten.
Das Herstellercode-System
Der Herstellercode “bwz” folgte dem während des Krieges eingeführten System zur Verschleierung der Produktionsstandorte. Diese Codes wurden ab 1940 systematisch eingesetzt, um die Identifizierung von Rüstungsbetrieben durch feindliche Aufklärung zu erschweren. Jeder Hersteller erhielt einen dreistelligen Buchstabencode, der auf den Produkten anstelle des Firmennamens angebracht wurde. Die Baumusternummer 6701-2 bezeichnet eine spezifische Variante innerhalb der Produktionsserie von Sauerstoffmasken.
Konstruktion und Material
Die Maske wurde aus schwarzem Gummi gefertigt, einem Material, das in den 1940er Jahren für solche Anwendungen Standard war. Das Gummi musste mehrere wichtige Eigenschaften erfüllen: Es sollte luftdicht sein, sich der Gesichtsform anpassen und gleichzeitig bei verschiedenen Temperaturen funktionsfähig bleiben. Die Beriemung diente zur Befestigung der Maske am Kopf des Trägers und musste auch bei starken G-Kräften und turbulenten Flugmanövern sicheren Halt gewährleisten.
Einsatz und Verwendung
Diese Sauerstoffmasken kamen in verschiedenen Flugzeugtypen der Luftwaffe zum Einsatz, darunter Jagdflugzeuge wie die Messerschmitt Bf 109 und Fw 190, Bomber wie die Junkers Ju 88 und Heinkel He 111 sowie in Aufklärungsflugzeugen. Die Masken waren über Schläuche mit dem Sauerstoffversorgungssystem des Flugzeugs verbunden, das unter Druck stehenden Sauerstoff aus Stahlflaschen lieferte.
Alterung und Materialverhalten
Das bei diesem Exemplar feststellbare harte und wenig biegsame Gummi ist charakteristisch für gealterte Gummiprodukte aus dieser Ära. Der Vulkanisierungsprozess und die verwendeten Zusatzstoffe führen über Jahrzehnte zur Verhärtung des Materials. Dies ist ein typisches Phänomen bei historischen Gummiobjekten und bestätigt die Authentizität solcher Stücke. Die ursprüngliche Flexibilität und Weichheit, die für den praktischen Einsatz notwendig war, geht durch Oxidation und Austrocknung unwiederbringlich verloren.
Historische Bedeutung
Sauerstoffmasken wie die Baumuster 6701-2 waren entscheidend für die operative Fähigkeit der Luftwaffe. Ohne funktionierende Sauerstoffversorgung wären Höhenflüge, Abfangjagden in großen Höhen und Bombenangriffe über 4.000 Meter Höhe nicht möglich gewesen. Die Zuverlässigkeit dieser Ausrüstung war direkt mit der Überlebensfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Besatzungen verknüpft.
Sammler- und Museumswert
Heute sind solche originalen Sauerstoffmasken gesuchte Sammlerstücke und wichtige Museumsobjekte. Sie dokumentieren den Stand der Luftfahrttechnik und Lebenserhaltungssysteme der 1940er Jahre. Vollständige Exemplare mit erhaltener Beriemung und identifizierbaren Herstellercodes sind besonders wertvoll für die historische Forschung, da sie Einblicke in die Produktionsstrukturen und technischen Standards der damaligen Zeit gewähren.
Erhaltungszustand und Bewertung
Der angegebene Zustand 2 entspricht in der militärhistorischen Bewertungsskala einem gut erhaltenen, gebrauchten Stück mit erkennbaren Gebrauchsspuren, aber ohne wesentliche Beschädigungen. Dies ist für Gummiprodukte aus dem Zweiten Weltkrieg ein durchaus guter Erhaltungszustand, da viele solcher Objekte im Laufe der Jahrzehnte vollständig zerfallen oder unbrauchbar geworden sind.