NSKK / DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " IX. Ratisbona Bergrennen Kelheim 26. Aug. 1934 "
Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette des IX. Ratisbona Bergrennens in Kelheim vom 26. August 1934 repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der frühen deutschen Motorsportgeschichte unter nationalsozialistischer Herrschaft. Diese Plakette wurde vom renommierten Hersteller C. Poellath aus Schrobenhausen gefertigt, einem Unternehmen, das sich auf die Produktion von Abzeichen, Orden und Plaketten spezialisiert hatte und während der NS-Zeit zu den bedeutendsten Herstellern solcher Auszeichnungen zählte.
Das NSKK (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps) und der DDAC (Der Deutsche Automobil-Club) spielten eine zentrale Rolle in der Organisation und Durchführung von Motorsportveranstaltungen im Dritten Reich. Das NSKK wurde 1931 als motorisierte Formation der NSDAP gegründet und entwickelte sich rasch zu einer paramilitärischen Organisation, die der Motorisierung der Bevölkerung und der militärischen Ausbildung im Kraftfahrwesen diente. Der DDAC, 1933 durch die Gleichschaltung des ADAC entstanden, wurde zum offiziellen Automobilclub des NS-Staates.
Das Ratisbona Bergrennen bei Kelheim gehörte zu den traditionellen Motorsportveranstaltungen der Region Regensburg. Bergrennen waren in den 1930er Jahren äußerst populäre Motorsportereignisse, bei denen Fahrer gegen die Uhr steile Bergstrecken bewältigten. Diese Veranstaltungen dienten nicht nur dem sportlichen Wettkampf, sondern auch der Demonstration deutscher Ingenieurskunst und der Förderung der Motorisierung, was im Einklang mit den verkehrspolitischen Zielen des NS-Regimes stand.
Die Plakette selbst besteht aus versilbertem Buntmetall und ist teilweise emailliert, was für hochwertige Ausführungen solcher Erinnerungsstücke typisch war. Mit den Maßen von 70 x 93 mm handelt es sich um eine stattliche Plakette, die vermutlich als Tisch- oder Schrankschmuck gedacht war. Die Bezeichnung “nichttragbar” unterscheidet sie von tragbaren Abzeichen und kennzeichnet sie als Erinnerungs- oder Ausstellungsstück.
Die Firma Christian Poellath in Schrobenhausen bei Ingolstadt war seit 1778 in der Metallverarbeitung tätig und entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einem führenden Hersteller von Ehrenzeichen, Orden und Abzeichen. Das Unternehmen produzierte während der NS-Zeit zahlreiche offizielle und inoffizielle Auszeichnungen für verschiedene Organisationen und Veranstaltungen. Die Qualität der Poellath-Produkte war legendär und wird bis heute von Sammlern geschätzt.
Das Jahr 1934 markiert eine wichtige Phase in der Konsolidierung der NS-Herrschaft. Der Motorsport wurde systematisch in die nationalsozialistische Propaganda eingebunden. Veranstaltungen wie das Ratisbona Bergrennen dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Demonstration deutscher technischer Überlegenheit und der Mobilisierung der Bevölkerung für die Ideale des Regimes. Die Verbindung von NSKK und DDAC bei solchen Veranstaltungen unterstreicht die enge Verzahnung von Sport, Technik und Politik in dieser Epoche.
Solche Plaketten wurden typischerweise an Teilnehmer, Organisatoren, Sponsoren oder verdiente Persönlichkeiten der jeweiligen Veranstaltung ausgegeben. Sie dokumentieren die Teilnahme an einem historischen Ereignis und besitzen heute sowohl motorsporthistorischen als auch zeitgeschichtlichen Wert. Für die Erforschung der regionalen Motorsportgeschichte und der Aktivitäten von NSKK und DDAC in Bayern sind solche Objekte wertvolle Quellen.
Die Erhaltung im Zustand 2 (nach gängiger Sammlerskala) weist auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das seine ursprüngliche Oberflächenbehandlung und Emaillierung weitgehend bewahrt hat. Dies ist bemerkenswert für ein Objekt, das nahezu 90 Jahre alt ist und die Wirren der Geschichte überstanden hat.