Nahkampfspange in Bronze - Steinhauer & Lück
Die Nahkampfspange in Bronze gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde als Anerkennung für persönlichen Mut und Tapferkeit im Nahkampf verliehen und repräsentiert eine der gefährlichsten Formen des militärischen Einsatzes.
Die Nahkampfspange wurde am 25. November 1942 durch eine Verordnung von Generaloberst Rudolf Schmundt, dem Chef des Heereспersonalamtes, gestiftet. Die Stiftung erfolgte in einer Phase des Krieges, in der die Wehrmacht zunehmend in intensive Nahkämpfe verwickelt wurde, besonders an der Ostfront. Die Auszeichnung sollte die besondere Leistung der Soldaten im direkten Feindkontakt würdigen.
Die Nahkampfspange existierte in drei Stufen: Bronze (für 15 Nahkampftage), Silber (für 30 Nahkampftage) und Gold (für 50 Nahkampftage). Die hier beschriebene Bronzestufe war die erste Verleihungsstufe und erforderte den Nachweis von mindestens 15 Tagen aktiven Nahkampfes. Als Nahkampf galten Gefechte mit Handwaffen, Handgranaten oder im direkten Mann-gegen-Mann-Kampf in einer Entfernung von weniger als 200 Metern zum Feind.
Das vorliegende Exemplar wurde vom Hersteller Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid gefertigt. Diese Firma war einer von mehreren autorisierten Herstellern militärischer Auszeichnungen während des Zweiten Weltkriegs. Steinhauer & Lück verwendete typischerweise das Herstellerkennzeichen, das auf der Rückseite der Spangen angebracht wurde. Das Unternehmen gehörte zu den etablierten Produzenten von Orden und Ehrenzeichen in Deutschland.
Die Fertigung erfolgte aus Feinzink mit Bronzierung, was für Kriegsproduktionen typisch war. Aufgrund der Materialknappheit während des Krieges mussten Hersteller zunehmend auf Ersatzmaterialien zurückgreifen. Echte Bronze wurde durch bronziertes Zink ersetzt, um wertvolle Rohstoffe für kriegswichtigere Zwecke einzusparen. Diese Fertigungsweise entsprach den Kriegsproduktionsstandards und war bei allen Herstellern üblich.
Das Design der Nahkampfspange zeigt charakteristische Elemente: In der Mitte befindet sich typischerweise ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen über einem Hakenkreuz, umgeben von einem Eichenlaubkranz. An den Seiten sind gekreuzte Waffen dargestellt - Gewehr, Handgranate und Seitengewehr - die die Nahkampfwaffen symbolisieren. Das Plättchen auf der Rückseite, das bei diesem Exemplar fehlt, diente zur Befestigung der Spange an der Uniform.
Die Trageweise war genau geregelt: Die Nahkampfspange wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb der Tasche. Sie gehörte zu den höchstgeschätzten Kampfauszeichnungen und wurde von den Trägern mit besonderem Stolz getragen, da sie unmittelbare persönliche Tapferkeit unter extremen Bedingungen dokumentierte.
Die Verleihungskriterien waren streng definiert. Jeder Nahkampftag musste dokumentiert und von Vorgesetzten bestätigt werden. Die Soldaten erhielten für jeden anerkannten Nahkampftag eine Eintragung, und nach Erreichen der erforderlichen Anzahl erfolgte die formelle Verleihung der Spange. Die hohen Anforderungen machten diese Auszeichnung zu einer der am meisten respektierten Tapferkeitsauszeichnungen.
Heute sind Nahkampfspangen wichtige militärhistorische Objekte, die Einblick in die Auszeichnungspraxis und Kampfführung des Zweiten Weltkriegs geben. Der Verlust des Befestigungsplättchens bei diesem Exemplar ist typisch für über 80 Jahre alte Militaria und beeinträchtigt die historische Bedeutung des Objekts nicht. Solche Stücke werden in militärhistorischen Sammlungen bewahrt, um die Geschichte dieser Periode zu dokumentieren und für Forschungszwecke zugänglich zu machen.
Die Beschäftigung mit solchen Objekten dient ausschließlich der historischen Aufarbeitung und wissenschaftlichen Dokumentation. Sie ermöglichen es Historikern, die Auszeichnungssysteme, Produktionsverfahren und die materielle Kultur dieser Epoche zu verstehen und für zukünftige Generationen zu bewahren.