Preußen Kabinettfoto Soldat im 2. Garde-Dragoner-Regiment Kaiserin Alexandra von Rußland mit seiner Frau

Standort Berlin, um 1910. 10.5 x 16.3 cm. Zustand 2.
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€ 35,00

Preußen Kabinettfoto Soldat im 2. Garde-Dragoner-Regiment Kaiserin Alexandra von Rußland mit seiner Frau

Das vorliegende Kabinettfoto zeigt einen Soldaten des 2. Garde-Dragoner-Regiments "Kaiserin Alexandra von Russland" in Uniform zusammen mit seiner Frau. Die Aufnahme entstand um 1910 in Berlin und repräsentiert eine typische Form der militärischen Portraitfotografie aus der späten Kaiserzeit.

Das 2. Garde-Dragoner-Regiment gehörte zur preußischen Garde-Kavallerie und trug seit 1859 den Ehrennamen "Kaiserin Alexandra von Russland" zu Ehren der Gemahlin Kaiser Nikolaus I. Das Regiment war in Berlin stationiert und bildete einen wichtigen Bestandteil der prestigeträchtigen Gardetruppen des Deutschen Kaiserreichs. Die Geschichte des Regiments reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als es 1717 als Dragoner-Regiment Nr. 6 aufgestellt wurde.

Die Kabinettkarte als fotografisches Format etablierte sich ab den 1860er Jahren und löste das kleinere Carte-de-visite-Format teilweise ab. Mit typischen Maßen von etwa 10 x 15 cm (montiert auf Karton von etwa 11 x 16,5 cm) bot dieses Format mehr Raum für detailreiche Darstellungen. Um 1910 war die Kabinettkarte noch immer ein beliebtes Format für repräsentative Portraitaufnahmen, obwohl modernere Formate bereits im Aufkommen waren.

Die Uniform des Garde-Dragoner-Regiments war besonders prächtig gestaltet. Die Mannschaften und Unteroffiziere trugen dunkelblaue Waffenröcke mit roten Aufschlägen und gelben Knöpfen. Der charakteristische Dragoner-Helm aus Metall mit dem preußischen Adler und dem Regimentsstern war weithin sichtbares Erkennungszeichen. Offiziere trugen silberne Epauletten und aufwendige Portepees. Die genaue Ausgestaltung der Uniform hing vom Dienstgrad und der Verwendung ab – es gab Paradeuniformen, Ausgehuniformen und Dienstuniformen.

Die Tatsache, dass der Soldat gemeinsam mit seiner Ehefrau fotografiert wurde, war durchaus üblich und spiegelt die soziale Bedeutung solcher Aufnahmen wider. Fotografien in Uniform dienten nicht nur der persönlichen Erinnerung, sondern auch als Prestigeobjekt und Statussymbol. Sie wurden an Familie und Freunde verschickt oder in häuslichen Alben aufbewahrt. Die Präsentation in Uniform demonstrierte die militärische Ehre und gesellschaftliche Stellung des Soldaten.

Das Jahr 1910 markiert eine besondere Phase in der Geschichte des Deutschen Kaiserreichs. Unter Kaiser Wilhelm II. befand sich das Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht, gleichzeitig wuchsen jedoch die internationalen Spannungen, die vier Jahre später zum Ersten Weltkrieg führen sollten. Die Garde-Regimenter genossen besonderes Ansehen und galten als militärische Elite. Die Soldaten stammten häufig aus bestimmten Regionen und mussten besondere Anforderungen bezüglich Körpergröße und körperlicher Eignung erfüllen.

Die fotografische Technik um 1910 war bereits hochentwickelt. Fotografen verwendeten Plattenkameras mit hoher Auflösung, die detailreiche Aufnahmen ermöglichten. Die Ateliers waren mit aufwendigen Hintergründen, Requisiten und Beleuchtungssystemen ausgestattet. Die Aufnahmen entstanden meist bei Tageslicht oder mit Magnesiumblitz. Nach der Aufnahme wurden die Abzüge auf festen Karton montiert, oft mit dem Prägestempel oder Aufdruck des Fotografen versehen.

Die Beziehungen zwischen dem Deutschen Kaiserreich und Russland waren komplex. Der Regimentsname ehrte die dynastischen Verbindungen zwischen den Häusern Hohenzollern und Romanow. Kaiserin Alexandra Feodorowna (1798-1860), geborene Prinzessin Charlotte von Preußen, war die Tochter König Friedrich Wilhelms III. von Preußen und symbolisierte die engen familiären Bindungen zwischen beiden Herrscherhäusern.

Solche Fotografien sind heute wertvolle zeitgeschichtliche Dokumente. Sie ermöglichen Einblicke in die Uniformierung, gesellschaftliche Strukturen und den Alltag der wilhelminischen Ära. Für Sammler und Historiker bieten sie authentisches Material zur Erforschung der Militärgeschichte, Uniformkunde und Sozialgeschichte des Kaiserreichs. Der Erhaltungszustand solcher über 110 Jahre alten Fotografien variiert erheblich, wobei professionell hergestellte Kabinettfotos oft erstaunlich gut erhalten sind.