Reichsfinanzverwaltung/Zollgrenzschutz Ärmelschild für die Armbinde

ovaler Schild aus Aluminium Gold eloxiert, mit eingeschlagener Matrikelnummer "21620", seitlich mit Bohrungen zum annähen. Getragen, Zustand 2-.
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250,00

Reichsfinanzverwaltung/Zollgrenzschutz Ärmelschild für die Armbinde

Der Reichsfinanzverwaltung/Zollgrenzschutz Ärmelschild stellt ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Verwaltungsgeschichte der 1930er und frühen 1940er Jahre dar. Dieses ovale Abzeichen aus gold eloxiertem Aluminium wurde an der Armbinde der Beamten des Zollgrenzschutzes befestigt, einer paramilitärischen Formation, die der Reichsfinanzverwaltung unterstand.

Der Zollgrenzschutz wurde offiziell am 1. Juli 1937 durch die Zusammenlegung verschiedener Zollbehörden und Grenzaufsichtsorgane geschaffen. Diese Organisation hatte die Aufgabe, die deutschen Reichsgrenzen zu überwachen, Schmuggler zu bekämpfen und Zollbestimmungen durchzusetzen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der Zollgrenzschutz zunehmend militarisiert und in die Aufrüstungspläne des Regimes eingebunden.

Die Uniform- und Abzeichenordnung des Zollgrenzschutzes war präzise geregelt. Die Beamten trugen grüne Uniformen mit spezifischen Rangabzeichen und Dienstgradkennzeichnungen. Das Ärmelschild, wie das hier beschriebene Exemplar, wurde auf einer grünen Armbinde am linken Oberarm getragen. Die gold eloxierte Ausführung aus Aluminium war charakteristisch für diese Abzeichen und sollte einen offiziellen, autoritären Eindruck vermitteln.

Besonders bemerkenswert ist die eingeschlagene Matrikelnummer auf diesem Schild. Diese Nummern dienten der Identifizierung und Zuordnung der Ausrüstungsgegenstände zu den einzelnen Beamten. Die Matrikelnummer ermöglichte eine präzise Verwaltung und Kontrolle der ausgegebenen Uniformteile und Abzeichen. Die Vergabe solcher Nummern entsprach der typisch deutschen Verwaltungsgründlichkeit jener Zeit und ermöglichte eine lückenlose Nachverfolgbarkeit.

Die seitlichen Bohrungen zum Annähen zeigen die praktische Verwendung des Schildes. Es wurde fest auf die Armbinde aufgenäht, was bei dienstlichem Gebrauch üblich war. Dies unterschied es von anderen Abzeichen, die möglicherweise mit Stecknadeln oder anderen Befestigungsmethoden angebracht wurden.

Der Zollgrenzschutz umfasste im Jahr 1939 etwa 53.000 Beamte, die entlang der deutschen Grenzen stationiert waren. Die Organisation war hierarchisch strukturiert und in verschiedene Zollgrenzschutzkommandos unterteilt. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939 wurden viele Angehörige des Zollgrenzschutzes in die Wehrmacht eingezogen oder in anderen militärischen Funktionen eingesetzt.

Nach dem Überfall auf Polen 1939 und dem Beginn des Weltkrieges veränderte sich die Rolle des Zollgrenzschutzes erheblich. Viele Einheiten wurden in den besetzten Gebieten zur Grenzsicherung und Zollüberwachung eingesetzt. Die paramilitärische Ausbildung, die die Beamten erhalten hatten, machte sie zu einer wertvollen Reserve für militärische Operationen.

Die Herstellung solcher Ärmelschilde erfolgte durch verschiedene Zulieferbetriebe, die im Auftrag der Reichsfinanzverwaltung produzierten. Die Qualität und Ausführung war standardisiert, wobei die Eloxierung des Aluminiums eine langlebige und repräsentative Oberfläche gewährleistete. Die ovale Form war charakteristisch für Abzeichen der Finanzverwaltung und unterschied sich von den Formen anderer Organisationen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde der Zollgrenzschutz zusammen mit allen anderen nationalsozialistischen Organisationen aufgelöst. Die alliierten Besatzungsmächte verboten das Tragen aller Uniformen und Abzeichen der NS-Zeit. Viele dieser Objekte wurden vernichtet, eingeschmolzen oder von Sammlern aufbewahrt.

Heute sind solche Ärmelschilde gesuchte Sammlerstücke, die einen Einblick in die Verwaltungsstrukturen und die Uniformkunde der NS-Zeit bieten. Sie dokumentieren die Bürokratisierung und Militarisierung selbst ziviler Verwaltungsbereiche unter dem nationalsozialistischen Regime. Für Historiker und Sammler sind sie wichtige Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte.

Die Erhaltung solcher Objekte in Museen und wissenschaftlichen Sammlungen dient der historischen Forschung und der Aufklärung über die Strukturen des NS-Staates. Sie erinnern daran, wie totalitäre Regime alle Bereiche des öffentlichen Lebens durchdrangen und für ihre Zwecke instrumentalisierten.