Sachsen Königreich Zivil-Verdienstorden Ritterkreuz 1. Klasse mit Schwertern - Miniatur 17 mm

vergoldet, emailliert, Zustand 2.
273867
450,00

Sachsen Königreich Zivil-Verdienstorden Ritterkreuz 1. Klasse mit Schwertern - Miniatur 17 mm

Der Sächsische Zivil-Verdienstorden repräsentiert eine der bedeutendsten Auszeichnungen des Königreichs Sachsen, die sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten verliehen wurde. Die hier beschriebene Miniatur des Ritterkreuzes 1. Klasse mit Schwertern mit einem Durchmesser von 17 mm ist ein exemplarisches Beispiel der feinen Goldschmiedekunst und Emaillearbeit, die sächsische Ordensfertigung im 19. und frühen 20. Jahrhundert auszeichnete.

Der Orden wurde am 7. Juni 1815 von König Friedrich August I. von Sachsen gestiftet, ursprünglich unter dem Namen “Civilverdienstorden”. Die Gründung erfolgte in einer Zeit des politischen Umbruchs nach den Napoleonischen Kriegen und dem Wiener Kongress, bei dem Sachsen erhebliche Gebietsverluste hinnehmen musste. Der Orden sollte sowohl zivile Verdienste als auch, in seiner Ausführung mit Schwertern, militärische Leistungen würdigen.

Das Ritterkreuz 1. Klasse bildete eine der mittleren Rangstufen in der komplexen Hierarchie des Ordens. Die vollständige Ordensstruktur umfasste mehrere Klassen: das Großkreuz, das Komturkreuz mit Stern, das Komturkreuz, das Ritterkreuz 1. Klasse und das Ritterkreuz 2. Klasse. Jede dieser Stufen konnte auch mit Schwertern verliehen werden, was die Auszeichnung für Verdienste in Kriegszeiten oder für militärische Leistungen kennzeichnete.

Die Miniaturen solcher Orden spielten eine wichtige Rolle in der militärischen und höfischen Kultur des 19. Jahrhunderts. Sie wurden bei weniger formellen Anlässen, in Zivilkleidung oder bei bestimmten Uniformvarianten getragen. Während die Vollgröße-Dekoration bei Galauniformen und zeremoniellen Anlässen vorgeschrieben war, ermöglichten Miniaturen dem Träger, seine Auszeichnungen auch im Alltag diskret zu präsentieren. Die Größe von 17 mm entspricht den üblichen Maßen für sächsische Ordensminiaturen dieser Klasse.

Die Herstellungstechnik dieser Miniatur zeugt von höchster handwerklicher Kunstfertigkeit. Die Vergoldung wurde traditionell durch Feuervergoldung oder später durch galvanische Verfahren aufgebracht. Die Emaillierung, insbesondere bei so kleinen Objekten, erforderte außerordentliches Geschick. Das Email wurde in mehreren Schichten aufgetragen und bei hohen Temperaturen eingebrannt, wobei jede Farbschicht einzeln bearbeitet werden musste. Die typischen Farben des Ordens waren weiß für das Kreuz und grün für den Mittelschild mit dem sächsischen Rautenkranz.

Die Schwerter als Zusatz zur Dekoration wurden traditionell gekreuzt zwischen den Kreuzarmen angebracht. Bei der Vollgröße waren sie meist aus vergoldetem Metall gefertigt und deutlich sichtbar. In der Miniaturausführung mussten sie entsprechend proportioniert und mit großer Präzision gearbeitet sein, um die militärische Komponente der Auszeichnung auch in verkleinerter Form klar erkennbar zu machen.

Während des Ersten Weltkriegs erlebte die Verleihung des Ordens mit Schwertern einen deutlichen Anstieg. Das Königreich Sachsen stellte als Bundesstaat des Deutschen Kaiserreichs erhebliche militärische Kontingente und behielt das Recht, eigene Orden und Ehrenzeichen zu verleihen. Sächsische Offiziere und Beamte, die sich im Kriegseinsatz auszeichneten, konnten mit dieser Dekoration geehrt werden.

Die Produktion solcher Miniaturen erfolgte durch spezialisierte Juweliere und Ordensfabrikanten, hauptsächlich in Dresden und Leipzig. Zu den renommiertesten Herstellern gehörten Firmen wie Sy & Wagner in Berlin, die auch für sächsische Orden lizenziert waren. Die Qualität variierte je nach Hersteller und Preisklasse, wobei die vorliegende Miniatur aufgrund ihrer Vergoldung und Emaillierung zu den qualitativ höherwertigen Ausführungen zu zählen ist.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 und der Abdankung des letzten sächsischen Königs Friedrich August III. wurden keine neuen Verleihungen mehr vorgenommen. Die bereits verliehenen Orden durften jedoch weiterhin getragen werden, was in der Weimarer Republik durch entsprechende Bestimmungen geregelt wurde. Viele Träger behielten ihre Auszeichnungen als Erinnerung an ihre Dienstzeit und die untergegangene Monarchie.

Heute sind solche Miniaturen wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in das Ordenswesen, die Gesellschaftsstruktur und die militärische Kultur des Königreichs Sachsen geben. Sie sind begehrte Sammlerobjekte, deren historischer und kultureller Wert weit über ihren materiellen Wert hinausgeht. Der angegebene Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Miniatur mit leichten Gebrauchsspuren hin, was bei über hundert Jahre alten Objekten durchaus üblich und für Sammler akzeptabel ist.