Schlesischer Adler 2. Stufe mit Schwertern - Miniatur

emaillierte Ausführung, 16 mm, am Band. Zustand 2.
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125,00

Schlesischer Adler 2. Stufe mit Schwertern - Miniatur

Der Schlesische Adler 2. Stufe mit Schwertern in Miniaturausführung repräsentiert eine bedeutende preußische und später deutsche Kriegsauszeichnung, die tief in der Geschichte Schlesiens und der preußischen Monarchie verwurzelt ist. Diese emaillierte Miniatur von 16 mm Größe am Band ist ein typisches Beispiel für die Trageweise von Ordensminiaturen bei gesellschaftlichen Anlässen und im Zivil.

Der Orden vom Schlesischen Adler wurde am 26. März 1850 durch König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen gestiftet. Die Ordensstiftung erfolgte in einer Zeit bedeutender politischer Umwälzungen nach den revolutionären Ereignissen von 1848/49. Der Orden sollte ursprünglich verdiente Persönlichkeiten aus der preußischen Provinz Schlesien ehren und die besondere Verbundenheit der Region mit der preußischen Krone unterstreichen.

Die zweite Stufe des Ordens stellte innerhalb der Hierarchie des Schlesischen Adlers eine mittlere Rangstufe dar. Der Orden war in verschiedene Klassen unterteilt, wobei die erste Stufe die höchste Auszeichnung darstellte. Die Verleihung der zweiten Stufe würdigte bedeutende Verdienste, die zwar nicht den höchsten Rang rechtfertigten, aber dennoch außerordentliche Leistungen repräsentierten.

Der Zusatz “mit Schwertern” ist von besonderer historischer Bedeutung. Die Schwerter wurden dem Orden hinzugefügt, wenn die Auszeichnung für militärische Verdienste verliehen wurde, insbesondere im Kriege oder bei Kampfhandlungen. Diese Unterscheidung zwischen ziviler und militärischer Verleihung war typisch für das preußische und später deutsche Ordenswesen. Die Schwerter kennzeichneten eindeutig, dass der Träger sich durch Tapferkeit, militärische Führungsqualitäten oder besondere Leistungen im militärischen Bereich ausgezeichnet hatte.

Die emaillierte Ausführung der Miniatur entspricht der hochwertigen handwerklichen Tradition des preußischen Ordenswesens. Die Emailletechnik ermöglichte die detailgetreue Wiedergabe der Ordensinsignien in verkleinerter Form. Der schlesische Adler als heraldisches Symbol wurde dabei mit großer Sorgfalt dargestellt, wobei die charakteristischen Farben und Details des Originalordens beibehalten wurden.

Miniaturen von Orden und Ehrenzeichen hatten im preußischen und deutschen Militär- und Zivilwesen eine lange Tradition. Sie wurden bei weniger formellen Anlässen, in Zivilkleidung oder bei gesellschaftlichen Veranstaltungen getragen, wo die Vollgrößenorden unangemessen gewesen wären. Die Miniatur am Band konnte an der Fracke oder am Smoking befestigt werden und zeigte diskret, aber deutlich die militärischen und zivilen Verdienste des Trägers.

Die historische Bedeutung des Schlesischen Adlers ist eng mit der Geschichte Schlesiens selbst verbunden. Die Region, die jahrhundertelang zwischen verschiedenen Machteinflüssen stand, war für Preußen von enormer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Durch die Stiftung eines eigenen Provinzialordens unterstrich die preußische Krone die Wichtigkeit dieser Region und förderte gleichzeitig die Loyalität der schlesischen Bevölkerung zur Hohenzollern-Dynastie.

Während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) und im Vorfeld erlebte der Orden eine verstärkte Verleihung mit Schwertern. Zahlreiche Offiziere und verdiente Militärangehörige aus Schlesien oder mit Bezug zur Region erhielten diese Auszeichnung. Die Miniaturform gewann in dieser Zeit zusätzliche Bedeutung, da viele Träger mehrere Auszeichnungen besaßen und diese bei verschiedenen Anlässen in angemessener Form präsentieren mussten.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 und der Gründung der Weimarer Republik verlor der Schlesische Adler seinen offiziellen Status als aktiv zu verleihende Auszeichnung. Träger durften ihre erworbenen Orden jedoch weiterhin tragen, wobei die Miniaturen besonders bei Veteranentreffen und traditionellen Veranstaltungen beliebt blieben.

Die handwerkliche Qualität und die historische Bedeutung solcher Miniaturen machen sie heute zu geschätzten Sammlerobjekten. Sie dokumentieren nicht nur die persönlichen Verdienste individueller Träger, sondern auch die komplexe Geschichte des preußischen Ordenswesens, die militärische Kultur des Kaiserreichs und die besondere Rolle Schlesiens in der deutschen Geschichte.

Die Erhaltung in Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Miniatur hin, die ihre ursprünglichen Eigenschaften weitgehend bewahrt hat, möglicherweise mit leichten Gebrauchsspuren, die jedoch die historische Authentizität und den Sammlerwert nicht wesentlich beeinträchtigen.