Luftwaffe - Urkunde zur Frontflugspange für Kampfflieger in Bronze

für den Unteroffizier Schuster, vom 6. Kampfgeschwader 55, ausgestellt am 13. April 1941, unterzeichnet vom Oberstleutnant Benno Kosch,- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (1.10.1940), mehrfach gefaltet, gebrauchter Zustand.
516368
170,00

Verleihungsurkunde zur Frontflugspange für Kampfflieger in Bronze

Das vorliegende Dokument ist eine Verleihungsurkunde zur Frontflugspange für Kampfflieger in Bronze, ausgestellt am 13. April 1941 an einen Unteroffizier Schuster des Kampfgeschwaders 55. Die Urkunde trägt die Unterschrift von Oberstleutnant Benno Kosch, der zu diesem Zeitpunkt als Kommodore des KG 55 fungierte. Das Dokument befindet sich in gebrauchtem Zustand und wurde mehrfach gefaltet.

Die Frontflugspange der Luftwaffe

Die Frontflugspange der Luftwaffe war eine militärische Auszeichnung des Zweiten Weltkriegs, die von Reichsmarschall Hermann Göring am 30. Januar 1941 gestiftet wurde. Sie diente der Anerkennung von Flugzeugbesatzungen und bestimmtem anderem Luftwaffenpersonal für die Anzahl der durchgeführten Einsatzflüge. Die Auszeichnung wurde in drei Stufen verliehen: Die Bronzestufe wurde nach 20 Einsatzflügen verliehen, die Silberstufe nach 60 Einsatzflügen. Am 26. Juni 1942 wurde zusätzlich ein Anhänger zur goldenen Frontflugspange eingeführt, und am 29. April 1944 wurde der Anhänger mit Einsatzzahlen in Hunderterabständen gestiftet.

Ein Flug galt als „Einsatzflug“, wenn der Feind bekämpft wurde oder feindlicher Luftraum um eine bestimmte Distanz durchdrungen wurde. Überschritt die Flugzeit eine bestimmte Anzahl von Stunden, konnte ein einzelner Einsatz auch als mehr als ein Flug für die Verleihung gezählt werden. Die Frontflugspange für Kampfflieger wurde speziell an Besatzungen vergeben, die schwere, mittlere oder Sturzkampfeinsätze in Flugzeugen wie der Junkers Ju 88 oder der Dornier Do 17 flogen.

Diese Urkunde wurde nur etwas mehr als zwei Monate nach der Stiftung der Auszeichnung ausgestellt, was sie zu einem der früheren Zeugnisse dieser Verleihungspraxis macht.

Der Unterzeichner: Oberstleutnant Benno Kosch

Benno Kosch ist eine bedeutende Persönlichkeit in der Geschichte der deutschen Luftwaffe. Er erhielt am 1. Oktober 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes in seiner damaligen Funktion als Gruppenkommandeur der II. Gruppe des Kampfgeschwaders 1. Ab dem 1. Februar 1941 übernahm Kosch das Kommando über das Kampfgeschwader 55 als dessen Kommodore – eine Position, die er bis zum 26. August 1942 innehatte. Die vorliegende Urkunde vom April 1941 fällt somit in die frühe Phase seiner Kommandozeit beim KG 55.

Das Kampfgeschwader 55 im Frühjahr 1941

Der historische Kontext dieser Urkunde ist besonders aufschlussreich. Im April 1941 befand sich das Kampfgeschwader 55 in einer Übergangsphase: Die Einheit war dabei, ihre Operationen über Großbritannien abzuschließen und sich auf die Operation Barbarossa vorzubereiten – den deutschen Überfall auf die Sowjetunion, der im Juni 1941 beginnen sollte. Nach dem Beginn der Invasion nahmen die Gruppen des KG 55 am Feldzug teil und verbrachten die folgenden Jahre an der Ostfront, wo sie den Großteil ihrer Einsätze im südlichen Abschnitt zur Unterstützung der Heeresgruppe Süd flogen.

Dass Unteroffizier Schuster bereits im April 1941 die Frontflugspange in Bronze erhielt, deutet darauf hin, dass er seine 20 Einsatzflüge im Rahmen der vorangegangenen Operationen über Großbritannien absolviert hatte. Die Verleihung fand statt, als die Auszeichnung erst wenige Monate zuvor eingeführt worden war, was bedeutet, dass auch zurückliegende Einsätze für die Verleihung berücksichtigt wurden.

Bemerkenswerte Träger der Auszeichnung

Zu den bekanntesten Trägern der Frontflugspange gehörte Oberst Hans-Ulrich Rudel, der mit 2530 Kampfeinsätzen die höchste Anzahl an Feindflügen aller Piloten im Zweiten Weltkrieg absolvierte. Rudel erhielt die Frontflugspange in Gold mit Brillanten sowie den Anhänger mit der Einsatzzahl 2000.

Nachkriegsgeschichte

Nach dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 ist das Tragen der Auszeichnung in der Bundesrepublik Deutschland nur ohne nationalsozialistische Embleme gestattet. Im Rahmen der Entnazifizierung wurden 1957 diese Spangen ohne Hakenkreuz-Symbole zum Tragen freigegeben.

Bedeutung für Sammler

Diese Verleihungsurkunde vereint mehrere Aspekte, die sie für Sammler und Historiker gleichermaßen interessant machen: die frühe Ausstellungszeit kurz nach Einführung der Auszeichnung, die Verbindung zum renommierten Kampfgeschwader 55, und die Unterschrift des Ritterkreuzträgers Benno Kosch. Als zeitgeschichtliches Dokument gewährt sie einen Einblick in die Anerkennungspraxis der Luftwaffe und die Kriegsrealität der Kampffliegerbesatzungen in einer entscheidenden Phase des Zweiten Weltkriegs.