Schlesischer Adler 1. Stufe mit Schwertern - Miniatur

16 mm, am Nadel. Zustand 2.
502568
150,00

Schlesischer Adler 1. Stufe mit Schwertern - Miniatur

Der Schlesische Adler (auch bekannt als Schlesischer Adler-Orden) war eine preußische militärische Auszeichnung, die während des Ersten Weltkrieges verliehen wurde. Diese Miniaturversion mit Schwertern repräsentiert eine der bedeutendsten regionalen Auszeichnungen des Deutschen Kaiserreiches.

Die erste Stufe des Schlesischen Adlers wurde durch König Wilhelm II. von Preußen am 18. Januar 1884 gestiftet, ursprünglich als Zivilorden. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurde die Verleihung erheblich erweitert und die Auszeichnung mit Schwertern für militärische Verdienste versehen. Die Schwerter, gekreuzt hinter dem Adler angebracht, kennzeichneten die Verleihung “im Felde” oder für besondere Kriegsverdienste.

Das Design zeigt den charakteristischen schlesischen Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der das historische Wappen Schlesiens repräsentiert. Die Region Schlesien hatte für Preußen eine besondere strategische und symbolische Bedeutung, da sie unter Friedrich dem Großen in den Schlesischen Kriegen (1740-1763) erobert worden war. Der Orden ehrte somit nicht nur individuelle Verdienste, sondern auch die historische Verbindung zwischen Preußen und dieser wichtigen Provinz.

Die vorliegende Miniatur mit 16 mm Durchmesser war für das Tragen an der Zivilkleidung oder an der Uniform bei besonderen Anlässen bestimmt. Solche Miniaturen wurden häufig bei Hofe oder bei gesellschaftlichen Ereignissen getragen, wo das Tragen der vollständigen Ordensdekoration unpassend gewesen wäre. Die Befestigung erfolgte mittels einer Nadel auf der Rückseite, was das typische Befestigungssystem für Miniaturorden dieser Periode darstellt.

Während des Ersten Weltkrieges wurde der Schlesische Adler 1. Stufe mit Schwertern an Offiziere und Unteroffiziere verliehen, die sich durch besondere Tapferkeit oder strategische Leistungen ausgezeichnet hatten. Die Verleihung erfolgte nach strengen Kriterien und bedurfte der persönlichen Genehmigung des preußischen Königs. Die Dokumentation dieser Verleihungen ist in den preußischen Militärarchiven erhalten und zeigt die Wertschätzung, die dieser Auszeichnung entgegengebracht wurde.

Nach dem Ende des Deutschen Kaiserreiches 1918 und der Abdankung Kaiser Wilhelms II. wurden keine weiteren Verleihungen vorgenommen. Die bestehenden Träger durften ihre Auszeichnungen jedoch weiterhin tragen, was durch die Weimarer Verfassung garantiert wurde. Heute stellen diese Orden wichtige Zeugnisse der preußischen Militärgeschichte dar und sind bei Sammlern militärischer Antiqitäten sehr geschätzt.