1. Weltkrieg Fliegertruppe - Faksimileunterschrift des Pour le Mérite Trägers Leutnant Arthur Laumann

auf einer Portraitpostkarte eines Zeichnung des Mannes mit vollem Ordensschmuck tragen, rechts unten datiert 1920, ungelaufen, Zustand 2.
Arthur Laumann (* 4. Juli 1894 in Essen; † 18. November 1970 in Münster) war ein deutscher Offizier der Fliegertruppe und erzielte 26 bestätigte Abschüsse im Ersten Weltkrieg.
Arthur Laumann bekam am 25.10.1918 den Pour le Mérite verliehen.
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1. Weltkrieg Fliegertruppe - Faksimileunterschrift des Pour le Mérite Trägers Leutnant Arthur Laumann

Die vorliegende Portraitpostkarte aus dem Jahr 1920 zeigt Leutnant Arthur Laumann, einen der erfolgreichsten deutschen Jagdflieger des Ersten Weltkriegs, mit seiner vollständigen Ordensauszeichnung einschließlich des höchsten preußischen Militärordens, des Pour le Mérite. Diese Art von Postkarten dokumentiert nicht nur die militärische Leistung einzelner Personen, sondern spiegelt auch die zeitgenössische Verehrung von Fliegerassen in der deutschen Gesellschaft während und nach dem Ersten Weltkrieg wider.

Arthur Laumann wurde am 4. Juli 1894 in Essen geboren und gehörte zu jener Generation junger Männer, die im neu entstandenen Bereich der militärischen Luftfahrt ihre Karriere fanden. Mit 26 bestätigten Luftsiegen zählte er zu den erfolgreichen Jagdfliegern der kaiserlichen Fliegertruppe. Seine herausragende Leistung wurde am 25. Oktober 1918 mit der Verleihung des Pour le Mérite gewürdigt, nur wenige Wochen vor Kriegsende. Laumann überlebte den Krieg und verstarb am 18. November 1970 in Münster.

Der Pour le Mérite, umgangssprachlich auch “Blauer Max” genannt, war seit 1740 die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung und wurde im Ersten Weltkrieg ausschließlich an Offiziere verliehen. Für Jagdflieger galt ab 1917 in der Regel die Voraussetzung von mindestens 20 bestätigten Abschüssen, wobei die tatsächliche Verleihung von verschiedenen Faktoren abhing. Insgesamt erhielten nur 81 Angehörige der Fliegertruppe diese prestigeträchtige Auszeichnung, was ihre Exklusivität unterstreicht.

Die militärischen Portraitpostkarten waren während des Ersten Weltkriegs ein bedeutendes Medium der Kriegspropaganda und Heldenverehrung. Sie wurden in großen Auflagen produziert und dienten der Popularisierung erfolgreicher Militärangehöriger, insbesondere der Jagdflieger, die in der öffentlichen Wahrnehmung eine besondere Rolle einnahmen. Die Fliegerei als neue, technologisch fortschrittliche Waffengattung faszinierte die Bevölkerung, und die Jagdflieger wurden als moderne Ritter der Lüfte stilisiert.

Die hier vorliegende Karte zeigt eine Zeichnung Laumanns in voller Uniform mit seinem gesamten Ordensschmuck. Solche künstlerischen Darstellungen waren neben fotografischen Portraits üblich und erlaubten eine idealisierte Wiedergabe des Dargestellten. Die Datierung auf 1920 ist bemerkenswert, da sie aus der unmittelbaren Nachkriegszeit stammt, als die Monarchie bereits abgeschafft war und Deutschland sich in der politisch turbulenten Phase der frühen Weimarer Republik befand. Dennoch blieb die Verehrung der Kriegshelden, besonders der Flieger, in weiten Teilen der Bevölkerung bestehen.

Die Faksimileunterschrift auf der Karte ist ein typisches Merkmal solcher Gedenkpostkarten. Sie erweckte den Anschein einer persönlichen Signatur, auch wenn die Karten in Serie produziert wurden. Echte, handsignierte Karten waren selten und sind heute entsprechend begehrte Sammlerstücke. Die Tatsache, dass diese Karte “ungelaufen” ist, bedeutet, dass sie nie postalisch verwendet wurde und daher in besserem Zustand erhalten blieb.

Die deutsche Fliegertruppe entwickelte sich während des Ersten Weltkriegs von einer kleinen Aufklärungseinheit zu einer bedeutenden Waffengattung mit spezialisierten Jagd-, Bomben- und Aufklärungsstaffeln. Die Jagdflieger gewannen zunehmend an Bedeutung im Kampf um die Luftherrschaft. Namen wie Manfred von Richthofen, Oswald Boelcke oder Ernst Udet wurden zu Legenden, aber auch weniger bekannte Flieger wie Laumann trugen zum militärischen Einsatz bei und wurden in der Heimat gefeiert.

Die Bewertung des Zustands mit “Zustand 2” entspricht der üblichen Klassifizierung für Sammlerobjekte und deutet auf einen sehr guten Erhaltungszustand mit möglicherweise minimalen Gebrauchsspuren hin. Für Sammler militärhistorischer Dokumente sind solche Postkarten wichtige Zeitdokumente, die Einblick in die Bildsprache und Propaganda der Zeit geben.

Nach dem Ersten Weltkrieg waren viele ehemalige Jagdflieger gezwungen, neue Lebenswege zu finden, da der Versailler Vertrag Deutschland zunächst den Besitz militärischer Luftstreitkräfte untersagte. Einige wurden Verkehrsflieger, andere fanden in der Wirtschaft oder im zivilen Leben neue Betätigungsfelder. Arthur Laumann lebte bis 1970 und erlebte somit auch den Zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau Deutschlands.

Solche Postkarten sind heute wichtige Quellen für die militärhistorische Forschung und die Erforschung der visuellen Kultur des Ersten Weltkriegs. Sie dokumentieren nicht nur militärische Leistungen, sondern auch die gesellschaftlichen Wertvorstellungen und die Art und Weise, wie Heldentum konstruiert und vermittelt wurde.