Braunschweig Waterloo - Medaille 1818 - des Georg Bost im 3. Linien Bataillon
Die Braunschweig Waterloo-Medaille von 1818 stellt eine der bedeutendsten deutschen Militärauszeichnungen der napoleonischen Ära dar. Diese besondere Medaille wurde den Angehörigen des Herzogtums Braunschweig verliehen, die an der entscheidenden Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 teilgenommen hatten.
Das vorliegende Exemplar trägt die eingestempelte Inschrift “GEORG.BOST 3.LIN.BAT.”, was Georg Bost als Träger identifiziert, der im 3. Linien-Bataillon des Braunschweiger Kontingents diente. Diese persönliche Gravierung macht jede Medaille zu einem einzigartigen historischen Dokument, das den individuellen Soldaten mit diesem weltgeschichtlichen Ereignis verbindet.
Die Medaille wurde aus Kanonenbronze gefertigt, einem Material von hoher symbolischer Bedeutung. Diese Bronze stammte traditionell von erbeuteten französischen Geschützen, was der Auszeichnung eine besondere Bedeutung als Siegestrophäe verlieh. Der Stempelschneider C. Häseler schuf das Design dieser Medaille, die 1818, drei Jahre nach der Schlacht, offiziell gestiftet wurde.
Das Herzogtum Braunschweig hatte eine besonders bewegte Geschichte während der napoleonischen Kriege. Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig, bekannt als der “Schwarze Herzog”, hatte 1809 sein von Frankreich besetztes Herzogtum verlassen müssen und führte sein berühmtes Schwarzes Korps in österreichischen und später britischen Diensten. Die schwarzen Uniformen mit dem Totenkopf-Symbol wurden zum Symbol des braunschweigischen Widerstands gegen Napoleon.
Bei Waterloo kämpfte das Braunschweiger Kontingent als Teil der alliierten Armee unter dem Herzog von Wellington. Die Braunschweiger waren in mehreren Linien-Bataillonen organisiert und nahmen an den härtesten Kämpfen des Tages teil. Tragischerweise fiel Herzog Friedrich Wilhelm während der Schlacht durch eine französische Kugel, was die Truppen in tiefe Trauer stürzte, aber auch ihren Kampfgeist weiter anfachte.
Die Verleihung der Waterloo-Medaille erfolgte durch Herzog Karl II. von Braunschweig, der nach dem Tod seines Vaters in der Schlacht die Regierung übernahm. Die Stiftung im Jahr 1818 war Teil der allgemeinen Bemühungen der deutschen Staaten, ihre Veteranen der Befreiungskriege zu ehren. Anders als bei vielen anderen deutschen Staaten wurde die braunschweigische Medaille individuell mit den Namen der Träger versehen, was ihre besondere Bedeutung unterstreicht.
Das 3. Linien-Bataillon, dem Georg Bost angehörte, war eine reguläre Infanterieeinheit der braunschweigischen Armee. Die Linien-Bataillone bildeten das Rückgrat der Infanterie und waren in den napoleonischen Kriegen für ihre Standhaftigkeit bekannt. Die Tatsache, dass der Name direkt in den Rand der Medaille eingestempelt wurde, zeigt die hohe Wertschätzung für jeden einzelnen Kämpfer.
Die hier beschriebene Medaille befindet sich ohne Eisenzarge, was bedeutet, dass die ursprüngliche Fassung fehlt. Viele dieser Medaillen wurden ursprünglich in einer eisernen Umrahmung gefasst, die jedoch im Laufe der Zeit durch Korrosion verloren ging. Der angegebene Erhaltungszustand 3-4 deutet auf eine Medaille hin, die deutliche Gebrauchsspuren und möglicherweise leichte Beschädigungen aufweist, was angesichts ihres Alters von über 200 Jahren nicht ungewöhnlich ist.
Die Waterloo-Medaille des Herzogtums Braunschweig ist heute ein gesuchtes Sammlerstück und ein wichtiges historisches Zeugnis. Sie dokumentiert nicht nur die Teilnahme des Herzogtums an einer der bedeutendsten Schlachten der europäischen Geschichte, sondern auch das Schicksal einzelner Soldaten wie Georg Bost. Jede namentlich zugeordnete Medaille ermöglicht es, die Geschichte dieses Mannes zu erforschen und seine Rolle in den dramatischen Ereignissen von 1815 zu würdigen.
Die Schlacht bei Waterloo beendete die Herrschaft Napoleons endgültig und leitete eine neue Ära europäischer Geschichte ein. Für das kleine Herzogtum Braunschweig war die Teilnahme an diesem Sieg von enormer Bedeutung, auch wenn der Preis mit dem Tod des Herzogs hoch war. Die Medaille steht somit symbolisch für Opfer, Tapferkeit und den erfolgreichen Kampf für die Befreiung Deutschlands von französischer Herrschaft.