Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) - Postkarte " Deutsch-Süd-West-Afrika. Feste der Schutztruppe in Keetmanshoop "

Franz Spenker, beschriftet, Zustand 3.
522769
€ 10,00

Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) - Postkarte " Deutsch-Süd-West-Afrika. Feste der Schutztruppe in Keetmanshoop "

Diese Ansichtspostkarte aus der umfangreichen Serie von Franz Spenker dokumentiert die Feste der Schutztruppe in Keetmanshoop in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Als kommerzieller Postkartenverlag mit Sitz in Hamburg produzierte Franz Spenker zwischen etwa 1898 und 1915 zahlreiche Kolonialpostkarten, die verschiedene Motive aus den deutschen Schutzgebieten zeigten. Seine Serien umfassten militärische Szenen, Landschaften, indigene Völker und koloniale Infrastruktur. Dokumentierte Seriennummern von Spenkers Deutsch-Südwestafrika-Postkarten umfassen unter anderem die Nummern 3764, 5060, 5127, 6008, 6014, 7028, 7057 und 8183.

Die auf dieser Postkarte abgebildete Feste Keetmanshoop wurde 1895 auf Befehl von Major Curt von François errichtet und stand unter der Aufsicht von Oberleutnant Bethe, der noch im selben Jahr während der Belagerung von Keetmanshoop durch die Bondelswarts verstarb. Keetmanshoop im Süden des heutigen Namibia entwickelte sich zu einer wichtigen Garnisonsstadt für die III. Feldkompanie der Schutztruppe. Die Festung diente der Verteidigung gegen Angriffe der Nama, insbesondere während des Herero- und Nama-Aufstands von 1904 bis 1907, der in einem Völkermord endete.

In dieser Zeit erfolgte eine massive militärische Verstärkung der deutschen Kolonialtruppen. Der Hamburger Baakenhafen diente als Abfahrtsort für Schutztruppen-Verstärkungen, die über die Woermann-Schifffahrtslinie nach Südwestafrika reisten. Bis 1914 war die Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika auf 1.444 Soldaten angewachsen, organisiert in 9 Kompanien, 3 Batterien und 2 Transporteinheiten. Soldaten wie August Pieper, Robert Steinfeldt, Fritz Sommerkorn, Jakob Waßmer und Max Radom gehörten zu denjenigen, die zwischen 1904 und 1907 Feldpostkarten aus der Kolonie versandten.

Kolonialpostkarten wie diese wurden während der Hochzeit der deutschen imperialen Propaganda zwischen den 1890er Jahren und 1915 produziert. Sie romantisierten die koloniale Militärpräsenz, während die Realität brutale Unterdrückungskampagnen umfasste. Die Postkarten erfüllten mehrere Zwecke: Sie dienten der persönlichen Korrespondenz über den kolonialen Postdienst, als Souvenirs, als Propaganda zur Förderung des deutschen Kolonialunternehmens und als Dokumentation der kolonialen Militärpräsenz. Sie wurden über das Kaiserlich Deutsche Reichspost-System in der Kolonie verschickt, häufig mit speziellen Kolonialmarken und Poststempeln aus Orten wie Keetmanshoop, Windhoek, Swakopmund und Lüderitzbucht.

Die Käufer und Nutzer solcher Postkarten waren vielfältig: Soldaten der Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika, deutsche Kolonialsiedler und Beamte, Familien in Deutschland, die Korrespondenz aus der Kolonie erhielten, sowie Postkartensammler im Deutschen Kaiserreich, die sich für koloniale Themen interessierten. Spenkers Postkarten existierten sowohl in kolorierten Versionen (handkoloriert oder als Chromolithographie) als auch in schwarzweißen fotografischen Ausführungen.

Nach Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg und dem Vertrag von Versailles 1919 wurde Deutsch-Südwestafrika unter südafrikanische Verwaltung als Völkerbundmandat gestellt. Die deutsche Kolonialzeit endete offiziell mit der Kapitulation der Schutztruppe am 9. Juli 1915 vor südafrikanischen Unionstruppen. Die Produktion von Kolonialpostkarten stellte nach 1915 ein, obwohl bestehende Bestände weiterhin im Umlauf blieben. Das Territorium wurde 1990 als unabhängiges Namibia souverän.

Die Feste Keetmanshoop selbst wurde in den 1950er Jahren abgerissen, um Platz für eine Polizeistation zu schaffen. Heute werden solche Postkarten als historische Dokumente des deutschen Kolonialismus gesammelt und von Wissenschaftlern untersucht, die sich mit kolonialer Propaganda, visueller Kultur und der Dokumentation des Völkermords befassen. Bedeutende Archivsammlungen mit Kolonialpostkarten umfassen den Archivführer Deutsche Kolonialgeschichte, das Deutsche Historische Museum in Berlin, die Stiftung Post- und Telekommunikationsmuseum und die digitale Sammlung der Universität zu Köln, die 3.027 Postkarten aus der Kolonialzeit enthält.