Elastolin - Sturmabteilung ( SA ) 2 SA-Männer marschierend

7 cm, Zustand 2.
478869
150,00

Elastolin - Sturmabteilung ( SA ) 2 SA-Männer marschierend

Die vorliegenden Elastolin-Figuren stellen zwei marschierende Männer der Sturmabteilung (SA) dar und repräsentieren ein faszinierendes, wenn auch kontroverses Kapitel der deutschen Spielzeuggeschichte und politischen Entwicklung der Zwischenkriegszeit. Diese Figuren im Maßstab von 7 cm wurden von der Firma Hausser in Ludwigsburg hergestellt, die unter dem Markennamen Elastolin weltweit bekannt wurde.

Die Firma O. & M. Hausser begann bereits in den 1900er Jahren mit der Produktion von Massefiguren. Das Material Elastolin, eine Mischung aus Sägemehl, Kasein, Kreide und anderen Bindemitteln, wurde zu einem Markenzeichen des Unternehmens. Anders als die traditionellen Zinnfiguren waren Elastolin-Figuren leichter, bruchsicherer und kostengünstiger in der Herstellung. In den 1920er und 1930er Jahren erreichte die Firma ihren Höhepunkt und produzierte eine breite Palette militärischer und ziviler Figuren.

Die Sturmabteilung wurde 1921 als paramilitärische Kampforganisation der NSDAP gegründet. Ursprünglich als Saalschutz für Parteiveranstaltungen konzipiert, entwickelte sich die SA unter der Führung von Ernst Röhm zu einer Massenorganisation mit mehreren Millionen Mitgliedern. Die charakteristische braune Uniform mit Hakenkreuz-Armbinde, Koppel und Schirmmütze machte die SA zu einem sichtbaren Symbol der nationalsozialistischen Bewegung in der Weimarer Republik.

Die Produktion solcher Figuren durch Elastolin erfolgte im Kontext der zunehmenden Militarisierung und Politisierung der deutschen Gesellschaft in den 1930er Jahren. Nach der Machtergreifung 1933 wurden nationalsozialistische Themen verstärkt in die Spielzeugproduktion integriert. Die Firma Hausser, wie viele andere deutsche Spielzeughersteller, passte ihr Sortiment den politischen Gegebenheiten an und produzierte Figuren von SA-Männern, SS-Angehörigen, Wehrmachtssoldaten und Führungspersönlichkeiten des Regimes.

Die dargestellten marschierenden SA-Männer zeigen typischerweise die charakteristische Uniform und Haltung dieser Organisation. Der Marschierschritt, oft mit erhobenem Arm zum Hitler-Gruß, war ein zentrales Element der nationalsozialistischen Selbstdarstellung und Propaganda. Die SA spielte besonders in den Jahren 1930 bis 1934 eine dominierende Rolle bei Aufmärschen, Straßenkämpfen und der Einschüchterung politischer Gegner.

Die Bedeutung der SA wurde jedoch durch die “Röhm-Affäre” oder den “Röhm-Putsch” vom 30. Juni bis 2. Juli 1934, auch als “Nacht der langen Messer” bekannt, drastisch reduziert. Hitler ließ die SA-Führung ermorden, da er deren revolutionäre Ambitionen und Ernst Röhms Machtansprüche als Bedrohung betrachtete. Nach dieser Säuberungsaktion verlor die SA erheblich an politischer Bedeutung, blieb aber als Organisation bis 1945 bestehen.

Aus sammlerischer Perspektive sind diese Elastolin-Figuren heute bedeutende zeithistorische Dokumente. Der angegebene Zustand 2 deutet auf gut erhaltene Stücke mit geringen Gebrauchsspuren hin. Die Figuren dokumentieren nicht nur die handwerkliche Qualität deutscher Spielzeugproduktion, sondern auch die Durchdringung des Alltags mit nationalsozialistischer Symbolik und Ideologie.

Die Sammlung und der Handel mit solchen Objekten unterliegen in Deutschland strengen rechtlichen Bestimmungen. Nach § 86a StGB ist das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen strafbar, allerdings gilt eine Ausnahme für Zwecke der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst, der Wissenschaft, der Forschung, der Lehre und der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens. Sammler historischer Militaria müssen daher besondere Sorgfalt walten lassen.

Die Firma Hausser stellte die Produktion von Elastolin-Figuren in den 1980er Jahren ein, nachdem sie bereits in der Nachkriegszeit ihre Produktpalette vollständig umgestellt hatte. Heute sind originale Elastolin-Figuren aus der NS-Zeit begehrte Sammlerobjekte, die sowohl militärhistorisch als auch kulturgeschichtlich von Interesse sind. Sie erinnern an eine Zeit, in der selbst Kinderspielzeug zur Verbreitung politischer Ideologie instrumentalisiert wurde und dienen als mahnendes Beispiel für die Allgegenwart totalitärer Propaganda im Alltag des Dritten Reiches.