III. Reich - NS.-Hago - " Treu ohne Wandel sei Handwerk u. Handel " 23.3.-6.4.1934

Blechabzeichen, an Nadel, Zustand 2
264469
30,00

III. Reich - NS.-Hago - " Treu ohne Wandel sei Handwerk u. Handel " 23.3.-6.4.1934

Das vorliegende Blechabzeichen aus der Zeit des Dritten Reiches trägt die Inschrift “Treu ohne Wandel sei Handwerk u. Handel” und ist mit dem Datum 23.3.-6.4.1934 versehen. Es handelt sich um ein Erinnerungsabzeichen der NS-Hago (Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und Gewerbeorganisation), einer wichtigen Gliederung innerhalb der NSDAP-Organisationsstruktur.

Die NS-Hago wurde bereits 1932 gegründet und diente der nationalsozialistischen Durchdringung und Kontrolle des Mittelstandes, insbesondere der Handwerker, Händler und Gewerbetreibenden. Diese Bevölkerungsgruppe hatte in der Weimarer Republik erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten erlebt und war daher besonders empfänglich für die Versprechen der NSDAP. Die Organisation sollte die mittelständischen Interessen bündeln und gleichzeitig im Sinne der NS-Ideologie gleichschalten.

Das Abzeichen dokumentiert einen spezifischen Zeitraum im Frühjahr 1934, der in die Phase der Konsolidierung der NS-Herrschaft fällt. Nach der Machtübernahme im Januar 1933 ging es den Nationalsozialisten darum, alle gesellschaftlichen Bereiche zu durchdringen und zu kontrollieren. Der Mittelstand spielte dabei eine zentrale Rolle, da er als wichtige Stütze des Regimes betrachtet wurde und gleichzeitig in die neue Wirtschaftsordnung integriert werden sollte.

Der Wahlspruch “Treu ohne Wandel” spiegelt die NS-Propaganda wider, die auf bedingungslose Loyalität und Beständigkeit abzielte. Diese Formel sollte die traditionellen Werte des Handwerks mit der neuen nationalsozialistischen Ordnung verbinden. Das Handwerk wurde als “deutscher Kulturträger” stilisiert, dessen angebliche Treue und Standhaftigkeit als vorbildlich für die gesamte “Volksgemeinschaft” gelten sollte.

Solche Blechabzeichen wurden zu verschiedenen Anlässen herausgegeben, typischerweise zu Tagungen, Kundgebungen oder Aktionswochen der NS-Hago. Der angegebene Zeitraum von zwei Wochen deutet auf eine größere Veranstaltung oder Kampagne hin, möglicherweise eine Werbeaktion oder eine Schulungsveranstaltung für Mitglieder. In dieser Phase organisierte die NS-Hago zahlreiche Propagandaveranstaltungen, um ihre Mitglieder ideologisch zu schulen und die Bindung an das Regime zu festigen.

Die materielle Beschaffenheit als Blechabzeichen mit Nadelhalterung war typisch für die Zeit. Solche Abzeichen wurden in großer Stückzahl kostengünstig produziert und dienten mehreren Zwecken: Sie waren sichtbare Zeichen der Zugehörigkeit zur Organisation, Erinnerungsstücke an bestimmte Ereignisse und Propagandamittel. Das Tragen solcher Abzeichen sollte die Verbundenheit mit der NS-Bewegung nach außen demonstrieren.

Im größeren historischen Kontext steht das Abzeichen für die systematische Durchdringung der Gesellschaft durch NS-Organisationen. Die NS-Hago war Teil eines umfassenden Systems von Gliederungen und angeschlossenen Verbänden, die praktisch alle Lebensbereiche erfassten. Ab 1934 wurde die Organisation weiter ausgebaut und in die Deutsche Arbeitsfront (DAF) integriert, verlor aber nie ihre spezifische Ausrichtung auf den Mittelstand.

Für Sammler und Historiker sind solche Abzeichen wichtige Quellenzeugnisse der NS-Zeit. Sie dokumentieren die Organisationsstruktur, die Propagandamethoden und die Mobilisierung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Der Erhaltungszustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, was für ein über 90 Jahre altes Blechabzeichen bemerkenswert ist.

Es ist wichtig zu betonen, dass solche Objekte heute ausschließlich von historischem und dokumentarischem Interesse sind. Sie dienen der Aufarbeitung und dem Verständnis der NS-Diktatur und ihrer Methoden der gesellschaftlichen Kontrolle. Die Beschäftigung mit solchen Artefakten trägt dazu bei, die Mechanismen totalitärer Herrschaft zu verstehen und mahnt zur Wachsamkeit gegenüber ähnlichen Entwicklungen.

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