Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

16 mm, an Nadel, frostig versilbert, Kanten poliert.
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45,00

Infanteriesturmabzeichen in Silber – Miniatur (16 mm)

Das Infanteriesturmabzeichen in Silber gehört zu den bekanntesten und symbolträchtigsten Tapferkeitsauszeichnungen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die hier betrachtete 16-mm-Miniatur stellt eine verkleinerte zivile Version dieses Abzeichens dar, die für das Tragen an Miniatur-Ordensspangen oder an Ketten bei festlichen Anlässen bestimmt war.

Stiftung und Entstehung

Das Infanteriesturmabzeichen wurde am 20. Dezember 1939 durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch, gestiftet. Laut der Stiftungsverordnung sollte es als sichtbares Zeichen der Anerkennung für im Sturmkampf bewährte Infanteristen dienen und gleichzeitig einen Ansporn zur höchsten Pflichterfüllung darstellen. Den künstlerischen Entwurf fertigte die Berliner Firma C. E. Juncker an.

Gestaltung und Material

Das Abzeichen zeigt einen Karabiner mit aufgepflanztem Bajonett, umgeben von einem ovalen Eichenlaubkranz, der an seiner Spitze vom Wehrmachtsadler bekrönt wird. Die vollformatige Ausführung wurde aus versilbertem Zinkblech hergestellt, spätere Exemplare bestanden aus Zink. Die vorliegende Miniatur misst 16 mm und ist auf einer Nadel montiert. Sie weist eine frostig versilberte Oberfläche mit polierten Kanten auf. Einige 16-mm-Miniaturen wurden aus Eisen gefertigt und anschließend versilbert. Diese Miniaturversionen waren keine offiziellen Verleihungsstücke, sondern privat erworbene Zivilversionen für formelle Anlässe und Miniatur-Ordensspangen. Neben der 16-mm-Variante existierten auch 9-mm-Miniaturen für den zivilen Gebrauch.

Verleihungskriterien

Das Infanteriesturmabzeichen in Silber konnte an Angehörige von Infanterie- und Gebirgsjägereinheiten verliehen werden, die an mindestens drei verschiedenen Kampftagen an Sturmangreifen an der vordersten Linie teilgenommen hatten. Voraussetzungen waren die Teilnahme an drei Sturmangriffen, der Kampf in vorderster Linie, ein Durchbruchsversuch mit Waffen oder die Verwicklung in Kampfhandlungen an drei verschiedenen Tagen. Der Stichtag war der 1. Januar 1940. Die Verleihung wurde auf Regimentsebene genehmigt. Mechanisierte oder motorisierte Infanterieeinheiten waren für das ursprüngliche Abzeichen nicht berechtigt. Die Verleihung erfolgte zusammen mit einer Besitzurkunde (Besitzzeugnis) in Silber.

Die Bronzeklasse

Am 1. Juni 1940 wurde eine Bronzeklasse des Infanteriesturmabzeichens eingeführt. Diese bronzene Variante war für Offiziere und Mannschaften/Unteroffiziere motorisierter Infanterieeinheiten bestimmt und schloss damit jene Truppengattung ein, die beim silbernen Abzeichen ausdrücklich ausgeschlossen war.

Erste Verleihungen

Die ersten beiden Verleihungen des Infanteriesturmabzeichens erfolgten am 28. Mai 1940 durch Generalfeldmarschall von Brauchitsch persönlich bei einem besonderen Anlass. Bezeichnenderweise wurden die ersten beiden Auszeichnungen an einen Offizier und einen Mannschaftssoldaten überreicht – ein bewusst gesetztes Zeichen dafür, dass diese Auszeichnung alle Dienstgrade der kämpfenden Infanterie gleichermaßen ehrte.

Trageweise

Das vollformatige Infanteriesturmabzeichen wurde während des gesamten Krieges 1939–1945 auf der linken Brusttasche getragen. Die Miniaturen hingegen dienten als zivilere Versionen für festliche Anlässe und Miniatur-Ordensspangen – eine in der europäischen Ordenstradition fest verwurzelte Praxis.

Varianten und Hersteller

Das Infanteriesturmabzeichen wurde von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichen Fertigungstechniken produziert. Es existierten Varianten mit hohlem Rücken, massivem Rücken und verschiedenen Befestigungsmethoden. Auch die Miniaturversionen wurden während und nach dem Zweiten Weltkrieg von verschiedenen Herstellern gefertigt.

Nachkriegsgeschichte

Am 26. Juli 1957 genehmigte die westdeutsche Bundesregierung eine Ersatzversion des Infanteriesturmabzeichens, bei der Adler und Hakenkreuz entfernt wurden. Dieses Gesetz ermöglichte es den Trägern des Infanteriesturmabzeichens aus dem Zweiten Weltkrieg, ihre Auszeichnungen öffentlich zu tragen, ohne zivile oder politische Konsequenzen befürchten zu müssen. Das Gesetz von 1957 genehmigte darüber hinaus entnazifizierte Versionen der meisten anderen Auszeichnungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, mit Ausnahme jener, die spezifisch mit NS-Parteiorganisationen verbunden waren, wie etwa SS-Dienstauszeichnungen oder Auszeichnungen im Zusammenhang mit der Ausdehnung des Deutschen Reiches. Den Hauptauftrag zur Herstellung dieser neuen entnazifizierten offiziellen Auszeichnungen erhielt die Firma Steinhauer & Lück in Lüdenscheid.

Sammlerbedeutung

Die 16-mm-Miniatur des Infanteriesturmabzeichens in Silber ist ein aufschlussreiches Sammlerstück, das die Praxis des zivilen Ordensgebrauchs im Nachkriegsdeutschland dokumentiert. Mit ihrer frostigen Versilberung und den polierten Kanten zeigt sie die handwerkliche Qualität, die auch bei Miniaturversionen angestrebt wurde. Als Zeugnis einer der wichtigsten Kampfauszeichnungen des Zweiten Weltkriegs vereint diese Miniatur militärgeschichtliche Bedeutung mit der Tradition des zivilen Ordensbrauchtums.